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Tiefbau und Spezialtiefbau

Feldzug gegen den Hausschwamm an Hausmauer / Fundament

Hallo, werte Baufachfreunde,

ui, nun ist mein Text recht lang geworden, pardon, aber eventuell ist die präzise Darstellung wichtig ?!

Ich weiß, es steht überall zu lesen, daß man bei Befall mit Hausschwamm einen Fachmann zu Rate / Hilfe ziehen soll. Da die befallene Fläche aber recht klein war und die Ursachen wegfallen, habe ich es gewagt, es alleine anzugehen. Nun möchte ich aber doch wissen, wie Ihr das seht.

Das ehemalige Bauernhaus ist aus dem 18. Jahrhundert, ideenreich ausgebaut, aber zum Teil auch recht schlampig (ich übernahm es vor drei Jahren), in dem betreffenden Teil ohne Keller. Das Haus war befallen nur an einer Ecke, an der es einen Anbau gibt, der nur ca. jeweils 50 cm die Ecke umschließt. (siehe Foto)

Der Anbau hatte einen zusätzlichen Lehmfußboden auf den Steinplatten, dieser war wohl der Speicher für 2 Nässe-Ursachen.

Und am Haus war der Hausschwamm nur an dieser Ecke bzw. war schon im Inneren durch einige Ritzen der Wandpaneele durchgewachsen, nach deren Entfernung sah ich ca. 40 cm Durchmesser Pilz an der Wand.

Die Ursache war wohl eine offene Türöffnung in der Nähe der befallenen Ecke, wo Regen direkt und von der Wand runter herein kam. Da waren am Boden dann auch noch Bretter mit Hohlräumen und ein alter Kühlschrank stand drauf, das ist natürlich jetzt alles weg. (Der Anbau war eine Sommerküche, die ich jetzt nur noch als Unterstand nutze. Oben drüber übrigens ein halboffenes Zimmer mit einem Bett unterm Glasdach, heiße Sache !)

Es fiel mir schon vor einiger Zeit auf - ohne daß ich wußte, was das für ein übler Geselle war, daß der Lehmfußboden des Anbaus mit einem Pilz besetzt war, wie man ihn von Baumstücken im Wald kennt, braun und weiß/gelb. Ich entfernte ihn nur mit einem Spachtel und habe den Fußboden ordentlich mit Leinöl eingestrichen; ich dachte, der Pilz käme von oben und das würde den Boden schützen. Ich hatte aber noch nicht mal den Kühlschrank und den Bretter-Unterbau entfernt, obwohl da auch der Pilz dran wuchs. Der Lehmfußboden war übrigens sehr schön, mit vielen eingelegten Baumscheiben unterschiedlichen Durchmessers.

Auch im Haus entfernte ich den Pilz, der durch einige Ritzen der Wandpaneele durchwuchs, zuerst immer wieder nur mit einem Beitel. So viel war es ja nicht. Und es gibt immer zuviel andere Arbeit.

Auch daß der Anbau innen einmal komplett übersät war mit einem braunen Staub (Pilzsporen !), hatte mich nicht alarmiert (kommt evtl. von draußen ? Blütenstaub?)

Dann kam der Pilz im Anbau zum zweitenmal, und nun schaute ich im InterNetz nach und erschrak deutlich. Eindeutig der Hausschwamm !

Okay, also zuerst hab ich den Lehmfußboden rausgerupft (1,50 m Breite bis zur Hauswand x 2,50 m Länge vom Haus weg, überall war der Pilz mit seinen weißen Flächen rund um die Holzstücke und durch den Lehm hindurch (!) gewachsen.

Ich habe auch das Fundament ein Stück weit freigelegt, bis ich keinen Pilz mehr fand, also das Material an der Hausmauer außen herum im Anbau und vorne außerhalb des Anbaus noch einen Meter lang bis auf eine Tiefe von 50 cm rausgeholt, mit einer Breite von ca. 50 cm Abstand zur Hauswand, auch hier waren viele bis alle Steine verschiedener Größe mit den dünnen weißen Schwamm-Flächen und umgeben. Ansonsten ist da auch feiner Sand mit bei gewesen. Oben drüber waren größere dicke Natursteinplatten. (Im Anbau war da drauf der Lehmboden. Eigentlich unnötig, nur schön eine Zeitlang.)

Natürlich habe ich auch im Haus an der betroffenen Stelle die Paneele raus und mittlerweile ersetzt, natürlich erst nachdem ich ordentlich Schimmelspray und einen Fön zur Wirkung habe kommen lassen. Danach ein paar Tage weiter trocknen lassen. Dies alles auch an der Hauswand außen, ich habe das Schimmelspray für 10 qm auf ca. nur 1 qm leergemacht - ich hoffe, daß das auch gegen den Hausschwamm wirkt, weiß da jemand Genaues ? Trocknen alleine reicht ja nicht aus, las ich.

Ich habe vor, das freigelegte Stück Fundament - unregelmäßige Natursteine mit größeren Klüften (Kalksandstein?) fett mit Bitumen einzuschmieren (genauer gesagt habe ich 3x 10 Liter Bitumen-Spachtelmasse).

Dazu wollte ich eine Noppenfolie senkrecht davor anbringen (mit den Noppen nach außen zeigend, selbst dazu gibts ja auch ganze Romane zu lesen im Netz), und dann noch eine, die oben an der Wand im Bitumen fest ist und schräg von der Wand weg führt, Regen von der Wand weg zu leiten, und wenn es nur 50 cm sind.

Was ist aber, wenn doch noch Reste vom Pilz in der Wand sitzen, die das Schimmelspray überlegt haben ? Kann der dann unterm Bitumen „weiterwursteln“ ? Oder direkt durch den Stein ? Soll er im Prinzip können, je nach Steinart. - Ich kann auf jeden Fall irgendwann mal die Paneele wieder ein Stück weit aufmachen und nachschauen.

Das Positive ist, daß es gerade über der befallenen Stelle sogar 2 Dachüberstände gibt, vom Haus überm 1. Stock, und vom Anbau knapp drunter, 90 Grad versetzt und ziemlich weit überstehend. Außen steht nun ein Tisch in der Ecke, den ich leicht schräg gestellt habe, sodaß Wasser von der Wand weg laufen würde. Bei Schrägregen kommt natürlich was an der Wand runter.

Ich vermute aber, daß hier sowieso nicht die Ursache liegt. Die alte Türöffnung habe ich erstmal provisorisch mit ner Plane gedichtet, demnächst muß da was Besseres hin (Zumauern? Hab ich noch nie gemacht; das Haus frißt mich auf, immer was Neues, der Pilz war der neuste, (letzte?) Schocker.

Und der Lehmboden, der alles „schön“ gespeichert hatte, ist nicht mehr.

Ich hoffe, daß alleine mit der Ausschaltung dieser Ursachen die Situation bereinigt ist, aber ich bin unsicher. Nach dem Meter besiedelten Fundaments ist übrigens kein Pilz an der Mauer und im Boden zu finden.

Ich habe zwei verschiedene Versionen gelesen über den Hausschwamm, einmal daß er nur der Nässe folgen kann beim Wachsen, die andere besagt, daß er sich über sog. Wasserleitungen vorne in der Wachstumszone mit Wasser versorgt und also ins Trockene hinein wachsen kann. Also in meinem Fall ist wohl Letzteres zutreffend, denn die vom Pilz befallene Wand innen war trocken, und das Wurzelsystem war schon gewaltig (Lehmboden und am Fundament runter), und ich hab diese runden weissen „Wasserleitungen“ auch gesehen, ca. 1 cm im Durchmesser.

Die Lehmstücke des Fußbodens habe ich an einer entfernten Stelle des Grundstücks entsorgt, auch den Sandanteil um das Fundament herum (mit Pilzwurzelteilen, Sporen ?), das Holz aus dem Lehmfußboden an der Feuerstelle im Garten verbrannt, zusammen mit den Steinen, die ich an der Hauswand runter herausgeholt hatte. Ist eine gewisse Kunst, die Steine mit Zwischenlagen aus Holz zu erhitzen, dauert auch, machte aber auch Spaß. Ich denke, dieser große heiße, teils rotglühende Berg von Steinen hat dem Pilz den Garaus gemacht. (?!)

Wobei ich aber unsicher bin, ob ich die Steine wieder zum Füllen nehmen soll, vielleicht gibt‘s Besseres ?

Meine Fragen:

1) Ist es gut, die Noppenfolie(n) oben am Rand der "Erd"schicht direkt ans Haus zu kleben ? Kann es nachteilig sein ?? Atmen tut das Fundament sowieso nicht mehr wegen dem Bitumen, und der Boden unter der Folie wird trockener. Oder ?

2) Womit soll ich das Loch wieder füllen ? Mit den vom Pilz befreiten Steinen ? Und dazwischen neuen Sand, oder kleineren Kies ? Oder ist nur Kies besser, also ohne die größeren Steine ? Ich bin da ratlos. Oder ist das relativ egal?

3) Und könnte der Pilz, falls der doch noch in der Nähe schlummert, evtl. doch noch tiefer unten, wieder erstarken ? Ich denke, daß der eigentliche Korpus nicht mehr da ist, evtl. nur noch Wurzelreste. Aber was ist mit den Sporen, das waren ja Millionen, und der Korpus war auch am Fundament runter, also wahrscheinlich auch Sporen. Können die das Spray überleben ?
Vielleicht sicherheitshalber mal mit ner Heißluftpistole ordentlich drübergehen ? (vor dem Bitumenanstrich natürlich *lach*)

Würde das Bitumen eventuelle Pilzreste an der Mauer verläßlich ersticken ?

Ich werd‘s ja sehen, die Paneele kann ich ab und zu abmachen zum Check.

Jetzt bin ich aber mal gespannt, ob so ein langer Text überhaupt gelesen wird und überhaupt jemand antwortet ? Wär‘ klasse !

Anhang:

Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.

Name:

  • Rolf Jarrett
  1. Zu viel Prosa

    ...und leider (vermutlich aus Sparsamkeitsgründen) nie einen Fachmann vor Ort hinzugezogen.

    Was soll man aus der Ferne dazu sagen? Nix!


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