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Tiefbau und Spezialtiefbau

Fertigstreifenfundamente in der Wüste

Mal eine Frage aus dem Berufsleben.
Wir planen gerade etliche Wasseraufbereitungsanlagen in Nordafrika (tiefste Sahara). Dabei sollen u.a. liegende Stahltanks aufgestellt werden. Diese Tanks (2,8 x 13 m) besitzen drei Lagersättel, die auf entsprechenden Einzelfundamenten mit Ankerschrauben befestigt werden sollen. Das Eingießen der Anker erfolgt vor Ort. Die Fundamente selbst sind "stempelförmig", nur der Auflagestreifen für die drei Sättel sind sichtbar. (ja, ja, statisch unbestimmtes System, ich weiß, geht aber leider nicht anders ...).
Wir möchten uns die Schablonen zum Eingießen der Ankerschrauben sparen, stehen doch die drei Fundamente jeweils 5 m voneinander entfernt. Jedes Fundament erhält zwei Ankerschrauben. Lochbild der Behälterfüße also: 3 Reihen 2 Bohrungen
Wenn ich es perfekt mache, dann brauche ich eine mind. 5,5 m lange und 1,6 m breite Schablone zum Eingießen. Völlig illusorisch. Die Bohrungen in den Sätteln weisen wenig Toleranz auf. Langlöcher sind nur in Richtung der Längsachse realisierbar.
Fragen: Wie kann ich 6 Ankerschrauben, die auf 3 Einzelfundamente (im Wüstensand wohlgemerkt) verteilt sind, so ausrichten bzw. vergiessen lassen, ohne eine Schablone zu verwenden oder aus dem Toleranzbereich der Sattelbohrungen herauszukommen? Wenn ich zumindestens die beiden Ankerschrauben auf einem Einzelfundament per Schablone eingießen lasse (geringster Aufwand), wie genau kann man dann die drei Fundamente untereinander ausrichten, damit die Längsachse "paßt"?
Hoffe, mich eigenermaßen verständlich ausgedrückt zu haben. Wenn nicht, bitte nachfragen. Danke für den Input aus der Baupraxis.

  1. Keiner 'ne Idee

    . wie man Ankerbolzen eingießt, so daß die Abstände zueinander passen?

    Name:

    • Frank P. Taschner
  2. Schnurgerüst?

    Damit sind sie die Bohrungen schon mal in einer Linie

    Name:

    • Fabian Haischmann
  3. Einmessung der Fundamente

    Kantholz (Schnurgerüst) an Stirnseite stellen und darauf den Abstand der Ankerschrauben markieren. Gegenüber auch ein Schnurgerüst stellen und ebenso markieren. Die Abstände in Längsachse mit einer Schnur messen (vorher auf der Schnur die Position mit Farbe anzeichnen) Damit nicht ein Parallelogramm daraus wird, einfach die Diagonalen messen und mit Pythogoras ausrechnen. Dies wäre die Lösung ohne Vermessungsinstrumente. Besser ist es einen Bautheodolit zu verwenden und die Winkel optisch anzugeben, der sollte auf der Baustelle vorhanden sein!
    Ansonsten nehme ich bei Unklarheiten natürlich eine solche Vermessung gerne an :-)

  4. so wie jedes maschinenfundament ...

    mit bauüblichen aufstelltoleranzen (+/- 2 cm), ausreichend grossen aussparungen
    für die anker und schwindarmen vergussmörtel.
    tsss - immer diese anlagenplaner...

  5. Dank an alle,

    für die Vorschläge (auch die mich über eMail erreichten: Dübeln und Halfenschienen u.a.). Werde alle mit dem Montageleiter diskutieren und dann abwägen.
    @Cerny: Wirklich? Die Baustellen sind 800 km südlich der Mittelmeerküste in der tiefsten lybischen Wüste; 48-50 °C im Schatten (nur wo ist der?), nächstes Baucamp 100 km entfernt, nächstes Dorf 250 km.

    Name:

    • Frank P. Taschner
  6. @mls: Tja, diese Anlagenplaner ...

    müssen leider das nehmen, was kommt oder was der Markt hergibt :-) Apparatefüße, die 2 cm Toleranz aufnehmen, sind nicht üblich. Langlöcher unüblich. Wir leben von der Luft zwischen Ankerbolzen und Bohrung; die beträgt meist nur 2,5 mm.
    Bin froh, daß der Krempel bei Erdbeben und Sandsturm (bis 180 km/h) auf dem Sockel bleibt :-))

    Name:

    • Frank P. Taschner
  7. nää ...

    den bolzen mörtelt man in eine aussparung mit entsprechender grösse.
    der tank oder was auch immer kommt leer auf die fundamente, ankerbolzen
    durch die fussplatten stecken, löcher mit mörtel ausgiesen, fertig.
    fast: bei den temperaturen feuchte wadenwickel für den mörtel...

  8. @mls (2)

    Jaaaaaaa, so sieht die normale Variante aus. Nur der Betonbauer (gleichzeitig Montagefritze) will die Tanks auf fertige Fundamente setzen, d.h. die Fundamente und Anker _müssen_ VOR Anlieferung der Tanks fertig gesetzt bzw. vergossen sein (nach seinen Wünschen am liebsten direkt im weit entfernten Herstellwerk); echtes Plug and Play :-)) also. Ankersetzen entweder mit Schablonen oder nach den Ideen des Forums. Und die Schablonen wollen wir uns sparen...

    Name:

    • Frank P. Taschner
  9. jetzt kommt das jahrtausendargument:

    das machen wir schon immer so! weil das so funktioniert.
    brechstange bereitlegen, *humormodeinaktiv* ! dünnfug verhindern!
    aber ich weiss ja, wie und warum sowas zustande kommt...

  10. @mls - wichtige Nachfrage !!! HELP

    (wichtig zumindestens für mich oder besser: meinen Arbeitgeber :-) ...
    Gegeben: Bekannte Fundamente mit rechteckigen Aussparungen 100 x 100 x 250 tief zur Aufnahme der Steinschrauben nach DINA 529 Form C M24, Zugkraft 86 kN am Anker.
    Was ist maßgebend zur Aufnahme der Kräfte: Die Fläche zwischen Steinschraube und Vergußmörtel - ODER: Die Fläche zwischen Vergußmörtel und Betonaussparung?
    Unser Betonbauer meint nur die Fläche zwischen Schraube und Vergußmörtel ist relevant. Nur, wozu dann die Aufspleizung der Steinschrauben?

    Name:

    • Frank P. Taschner
  11. ad hoc ...

    würde ich auch sagen: verbund stahl-mörtel ist massgebend.
    die wände der aussparung sollten natürlich rauh geschalt sein.
    wir verwenden da ja üblicherweise keine hochfesten mörtel, sondern e.
    schwindarmen.
    die einbindetiefe ist erheblich zu gering, um über verbund zu verankern.
    die schraube ist als rohe oder als 4.6 auch nur für die hälfte gut.
    hm...da ist guter rat teuer. 8.8 wär mir für verankerungen zu spröde u.
    zu korrosionsanfällig.
    vielleicht geht´s mit e. a4-k90(?) mit mutter u. 105 mm-scheibe zur verankerung.
    ob die üblichen scheibendicken (8 mm) reichen, weiss ich nicht, bin skeptisch.
    so das wär in etwa der weg:
    geeignete schraube-plus-scheibe suchen, verankern über scheibendruck, fertig.

  12. Erneut Dank, Hr. Sollacher

    Habe es fast geahnt; St 52-3 funzt auch nicht. VA-Material muß kalkuliert werden, brauchen wir doch ca. 2700 Stck. davon.
    Scheibenverankerung wäre ne Idee, mal schauen, was sich da machen läßt.
    Schönen Tag noch.

    Name:

    • Frank P. Taschner

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