Objekt: Doppelhaushälfte Baujahr 1983, massive Rotklinkerbauweise mit Krüppelwalmdach, 2 Gauben
Besichtigung im Groben: alles i.O.
Bis auf Keller überall Raufaser, Kellerwände weiß gestrichen.
Nähere Besichtigung, vor allem nach Abrücken von Wandregalen ergab folgendes, über dessen Einschätzung ich (Baulaie) mir nicht im klaren bin (ich möchte gerne glauben, dass das alles harmlos ist 😉:
- Kacheln (oder Fliesen? 😉 an einer Wand in der Nähe eineskleinen Kippfensters haben einen feinen Spalt in der Mitte.
- Im Badezimmer verläuft in einer Linie über ca. 1 m über mehrere Bodenfliesen hinweg ein feiner Riss.
Frage zwischendurch: Kann man einzelne Kacheln/Fliesen eigtl. herausnehmen und ersetzen, ohne die umliegenden K/F zu beschädigen?
- Im Keller sind in (fast) allen Innenwänden in der Nähe der Außenwände senkrechte feine Risse, "stufenartig/zackenartig" über die Fugen verlaufend. Jeweils auf beiden Seiten an (ungefähr? Ich weiß es nicht auf den Stein genau) gleicher Stelle.
- Im Wohnzimmer ist an einer Außenecke oben in Deckennähe ein eher waagerecht verlaufender Riss in der Tapete sichtbar.
- Im Obergeschoss sind an mehreren Stellen feine Risse in der Tapete, z.B. an der Fläche des Schornsteinverlaufes oder, am größten, diagonal an der Innenwand des Zimmers mit Gaube. Nach grobem Augenmaß verläuft der Riss in der Diagonale der Dachschräge, ca. dort, wo "die Gaube austritt" (laienhaft ausgedrückt). Die Innenwand selbst soll (laut Verkäufer) YTONG sein. Er meinte, aus Bauzeit noch zu erinnern, dass dort diagonal irgendein Holzbalken verläuft.
Noch etwas zur Lage: Boden (laut mdl. Auskunft): Sand. Gebiet: vor Erschließung Obstplantagen. Haus liegt ggü. Umfeld leicht erhöht.
Baubeschreibung von damals (u.a.):
"Baugrund - Beschaffenheit ... : ausreichend angenommen mit 1,5 kp/cm²"
"Fundamente: Streifenf. mit Ringanker 2 o/ 12 BST 22/34"
"Geschossdecken: 16 cm Stahlbetondecke (Großtafeldecke), Estriche Dämmmatten DINAbk. 18165, Wärme- / Schallschutz (Wärmeschutz, Schallschutz) DIN 4108/4109, schw. Estrich + Fußbodenbelag zus. 8 cm"
"Dachkonstrukt: Sparrendach auf Betonwiderlagern / NH GKL II"
"Abseitenwände: 7.5 cm YTONG - eins. 1,5 cm Putz"
"Dachschrägen: Streuschalung, 100 mm Glaswolle, Gipskartonplatten"
Alle Risse haben eine Breite in der Größenordnung von max. 1 mm, eher feiner. Man würde an der einen oder anderen Stelle eine Stecknadel reinstecken können, mehr nicht.
Ich weiß nicht, seit wann die Risse vorhanden sind und wie sie zu beurteilen sind. Spanne: von "harmlos/normal" (hoffentlich) bis "Boden/Gründung/Fundament: alles Schrott" ... Das Verkäuferverhalten würde ich als "normal" bezeichnen, es gibt keine "Vertuschungsversuche" o.ä. (aber "in's Protokoll" möchte er "Risse" nicht geschrieben bekommen). Eher herrscht Unsicherheit auf beiden Seiten. Muss ein Gutachter das (schriftlich? mündlich?) beurteilen? Bringt es was, die Doppelhaushälfte-Nachbarn nach Rissen in ihrer Hälfte zu befragen? Oder ist das sowieso "alles normal" (erst recht bei dem Hausalter) und einfach und als harmlos erklärbar? Ich möchte nur ausschließen, dass es schwere Baumängel sind, dass es dynamische, nicht beherrschbare Vorgänge in der Statik gibt. Wie gesagt: alles in allem macht das Haus keinen schlechten Eindruck (wie viele andere besichtigte), aber es bleibt für einen Laien diese leichte Unsicherheit.
Für schnellen Ratschlag vielen Dank im Voraus!