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Fenster und Außentüren

Fenster - Papierstreifentest für Dichtungen

Hallo liebe Kollegen, immer wieder prüfen wir die Funktionsfähigkeit von Fensterdichtungen an älteren Fenstern mittels Papierstreifentest und immer wieder kommt es vor, dass Mieter, Verwalter oder Anwälte diese Methode in Frage stellen und anzweifeln, ob das richtige Papier in der richtigen Stärke und Breite verwendet worden ist und wie viele Tests man pro Fenster durchführen muss.

Meine Frage: Gibt/gab es eigentlich mal irgendwo eine Niederschrift einer "Anleitung" zur Durchführung eines solchen Papierstreifentests? Nichts ist berühigender als eine Quellenangabe ;-)

Vielen Dank

  1. Papierstreifentest

    Der Test mittels eines Papierstreifens, z.B. wenn ein DINA A4 Blatt in die Fensterfalz eingelegt wird, dann das Fenster geschlossen und ein Widerstand beim herausziehen festgestellt wird, lässt in der Regel den Schluss zu das die Dichtung anliegt. Ist kein Widerstand feststellbar liegt die Dichtung nicht voll an.

    Mit Fachkenntnis und Überzeugungskraft kann dann der Untersuchende Sachverständige unter Berücksichtigung weiterer Parameter Schlüsse daraus ziehen.

    Wenn sich eine oder beide streitenden Parteien mit den Schlussfolgerungen eines Sachverständigen nicht einverstanden erklären, besteht die Möglichkeit das Fenster auszubauen und "wissenschaftlich" untersuchen zu lassen. Der Streit über die dann vom wem zu tragenden (nicht unerheblichen) Kosten ist dann ein weiterer Kriegsschauplatz für Winkeladvokaten und gleichartige...

    Eine "Niederschrift" und "Anleitung" braucht ein kompetenter und sattelfester Sachverständiger nicht.

    Sollte es dergleichen geben legen Sie mal diese einer uneinsichtigen Streitpartei oder einem inkompetenten und in vielen Fällen (zunehmend völlig ahnungslosen) Gericht zur Bestätigung einer These oder Schlussfolgerung vor und wundern Sie sich dann...

    Freundliche Grüße

  2. Durchaus üblich aber eigentlich sinnlos

    Das Fenster auszubauen und in einem Prüfstand einzubauen um dessen Dichtheit zu prüfen? Das ist eigentlich sinnlos, denn bei Ausbau, Transport und Einbau in den Prüfstand verformt sich der ein oder andere Blendrahmen derart, dass das auf diesem Wege ermittelte Prüfstandsergebnis nichts mehr mit der Dichtheit in der tatsächlichen Einbausituation zu tun hat.

    Dennoch wird dieses Prozedere mit all dem Aufwand und den Kosten gern von einigen Sachverständigenkollegen vorgeschlagen, um die streitenden Parteien durch Kostendruck zum Einlenken zu bewegen. Eigentlich ist ein solches Vorgehen nicht meine Art.

    Vor 25 Jahren galt ein Sachverständiger noch als Guru, dessen Wort Weisheit war. Heute möchte jeder Anwalt wissen "wo das steht" und jedes Gutachten sollte für den Laien verständlich und für den Fachmann nachvollziehbar sein, weshalb ich eben auf der Suche nach entsprechenden Literaturstellen auch für den Papierstreifentest bin, der sich in meiner Praxis schon oft bewehrt hat.


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