Außenwände und Fassaden

Muss ich eine Dampfsperre verbauen?

Guten Tag, folgende Situation: Nebengebäude mit Betonfundament, Beton-estrich, Holzständerwände, Satteldach.

Aufbau Fußboden: 80mm Estrich mit Mattenlage und darunterliegenden 100mm Styrodur-Platten, Folie, Sparbeton 150mm;

Aufbau Dach von unten nach oben: Gipskarton, Lattung, Dampfsperre Dachbinder mit Mineralwolle 180mm, Schalung, Dachpappe, Lattung, Konterlattung, Trapezplatten

Die Wände sind noch nicht errichtet, d.h., es stehen bislang nur die Holzständer (120 x 80) auf 70 cm, auf denen das Dach liegt. Der Wandaufbau ist so geplant (innen nach aussen): Gipskarton, Lattung, Dampfsperre, Holzständer, dazwischen: Climapor- Dämmplatte 120 mm, Holzpaneel-Profilholz.

Meine Frage: Muss ich im Wandaufbau, bei Verwendung der Hartschaumplatten, nach innen unbedingt eine Dampfsperre aufbringen? Könnte sich zwischen der Folie und der Dämmplatte nicht Schimmel bilden ?
Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar. Der Raum ist für die Überwinterung unserer zahlreichen nicht frostharten Pflanzen gedacht und muss daher gedämmt werden. Sicherlich wäre ein massiver Bau einfacher zu handhaben, aber ich konnte das Holz und die Dämmplatten sehr günstig erwerben,so dass die Gesamtkosten weit unter denen eines Massivbaus liegen werden.

Name:

  • Leuchte007
  1. Dampfsperre=?

    "Meine Frage: Muss ich im Wandaufbau, bei Verwendung der Hartschaumplatten, nach innen unbedingt eine Dampfsperre aufbringen? Könnte sich zwischen der Folie und der Dämmplatte nicht Schimmel bilden ? "

    Sie wissen nicht, wozu der Schuppen in einigen Jahrzehnten genutzt wird. Später eine Dampfsperre einzubauen ist aufwändiger.

    Es könnte sich Wasserdampf durch Löcher in der Beplankung nach draußen mogeln und innerhalb der Dämmschicht sein Wasser kondensieren. Davon könnte das Holz durchfeuchtet werden und faulen.

    Aber ist für den Anbau nicht auch eine Baugenehmigung notwendig?

    Woher kommt die Heizung des Schuppens?

    Man könnte die Wärme des Erdreiches nutzen. Aber wenn von unten mit 100 mm Styrodur-Platten abgesperrt wird, kann es recht kalt in dem Schuppen werden.

    Eine gute Dämmung macht noch nicht warm wenn eine Wärmequelle fehlt.

    .

    .

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  2. Sehr geehrte Frau Neugebauer, herzlichen Dank für ...

    ... Sehr geehrte Frau Neugebauer, herzlichen Dank für Ihre Hilfestellung!
    Zu Ihren Anfragen:
    1. In Sachsen- Anhalt sind Nebengebäude bis 50qm Grundfläche nicht genehmigungspflichtig. Dabei kommt es nicht auf die Art des Gebäudes an. Lediglich die Grundfläche ist entscheident. Das habe ich selbstverständlich zuvor in dem zuständigen Bauamt des Landkreises abgeklärt. Das Gartenkalthaus ist demzufolge auch nur 49,8qm groß, was einer
    Gebäudegröße von 7.65m x 6,5m entspricht.
    2. Die Beheizung des Raumes soll elektrisch, also mittels einfachem Strahler, bzw. Heizlüfter erfolgen. Im Prinzip muss in dem Raum eine durchschnittliche Winter- Raumtemperatur von max. 10 Grad und min. 2 Grad Celsius herrschen. Durch die umfassende Isolierung des Raumes sollen die Heizkosten auf ein sinnvolles Maß reduziert werden. Zudem wird durch die beiden großen Südfenster ( Festelemente) ohnehin der Raum zeitweilig stärker erwärmt werden, als es mir lieb sein kann. Zur Lüftung stehen 4 breite, aber flache Fenster nahe der Zimmerdecke zur Verfügung.
    3. Was Sie hinsichtlich der Dampfdiffusion geschrieben haben, ist genau für mich der springende Punkt. Bestünde die Dämmung aus Mineralwolle, wäre es, für mich, ganz deutlich, dass die Dampfsperre unverzichtbar ist. Bei Verwendung von Hartschaumplatten kenne ich mich leider nicht aus. Mein Bauplaner möchte die Hartschaumplatten zwischen die Holzträger ( Pfoste) sehr dicht eingefügt wissen. Zusätzlich sollen die Ränder und Stösse mit Silikon verschlossen werden. Das müsste dann so ziemlich luft- und wasserdicht sein, so dass durch diese Dämmung keine- oder nur ganz geringe Mengen von Feuchtigkeit diffundieren kann. Mene Überlegung ist nun: Wenn ich vor eine Feuchtigkeitssperre eine weitere Sperre, also die Folie setze, so entsteht zw. beiden Sperren ein Hohlraum, welcher mit Luft gefüllt ist. Fällt im Winter die Temperatur, so könnte es doch zu Tauwasserentstehung kommen, da die Luft zw. den beiden Sperren die Feuchtigkeit nicht bei jeder Temperatur gleich speichern kann. Damit würde Wasser ausgefällt, welches, der Schwerkraft folgend, sich auf dem unteren Querbalken ( auf dem die Ständerbalken stehen) sammelt, bis evtl. die Luft wieder in der Lage ist, die anstehende Feuchtigkeit aufzunehmen. Genau das aber wäre wohl der Tod des Balkens. Mein Bauplaner meint, dass der 1- 3 cm breite Luftspalt zw. den beiden Sperren zu gering für die Entstehung von Tauwasser wäre. Allerdings kenne ich defekte Thermofenster, in denen das Wasser am unteren Rand schwappte. Daher meine Fragestellung, denn auch, wenn ich das Material kostengünstig bekommen konnte, es wäre sehr schade um Zeit und Material, wenn Schäden vorprogrammiert werden.

    Mit freundlichem Gruß Leuchte007

  3. Dampfsperre=?

    Ich habe es erlebt, daß ein ca. 30 cm langes 13,5er Isolierrohr von einer Schalterdose im Putz nach oben in den belüfteten Speicher ging und nach einigen Tagen in der offenen Schalterdose das Wasser stand und den Putz durchfeuchtete.

    Es war kaum Druckunterschied durch Wind möglich, da die Fenster im Neubau noch fehlten.

    Trotzdem hat die geringe Luftbewegung für diese nennenswerte Wassermenge ausgereicht.

    Sie können alle Fugen nicht so sorgfältig abdichten, daß da keine Luftbewegung stattfindet und Sie haben durch die Pflanzen auch eine hohe Luftfeuchtigkeit.

    Mit einer Folie als Dampfsperre ist die Abdichtung einfacher.

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  4. Meine unmaßgebliche Meinung...

    ...wir reden so bummelig geschätzt über 50-60 qm Dämmstoff. 120 mm also rd 6-7 m³. Kostenpunkt irgendwas zwischen 250 und 300 Euro. Sich dafür mit dem anderen Zeugs sich die Pest an den Hals zu holen, falls doch etwas nicht funktioniert? Never ever. Zumal die Dämmplatten ja auch nicht umsonst sind.

    Noch mal zum Aufbau: innen Dampfsperre (hinter der Lattung) an den Ständern, außen dann eine USB, dann Hinterlüftung, dann Fassadenpaneel.


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