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Tiefbau und Spezialtiefbau

Schmutzwasserkanal durch den Keller führen

Hallo zusammen,
hier erstmal eine kurze Vorgedchichte:
Das Abwasser unseres Hauses Bj. 1963 wird zurzeit noch über eine Fünfkammer Versickerungsanlage entsorgt.
Nun soll im kommenden Jahr Kanal gelegt werden, und es wird Zeit sich über die praktische Ausführung des Kanals auf dem eigenen Grundstück Gedanken zu machen. Diese arbeiten wollen wir aus kostengründen selbst ausführen.
Das Haus steht im Kreis Euskirchen, NRW.
Das Problem:
Am günstigsten wäre eine Verlegung des Kanals durch den Keller, wobei auch der Heizölraum durchquert werden müsste. Die Strecke durch den Keller (Aussenwand), würde 6-8 m betragen.
Es müsste auch das Abwasser eines Hofgebäudes (WC, Dusche)mit in den Keller geleitet werden um von dort entsort zu werden, dadurch würde man sich ersparen den Kanal direkt aus dem Haus durch einen gepflasterten Hof und die Einfahrt zu legen.
Der Keller wird nicht zu Wohnzwecken benutzt und erhält keinen eigenen Abfluss.
Nun kommt die Frau ins Spiel, die bei dem Gedanken an einen Kanal im Keller Nervenzusammenbrüche erleidet, weil ihr Bruder sagte er würde das nicht so machen, auf nachfrage warum nicht kam nur "das macht man nicht so"...
Die Fragen:
Gibt es objektive Gründe gegen eine Verlegung des Abwasserrohrs über längere Strecken durch den Keller?
Ist es gestattet den Kanal durch den Heizölraum zu legen?
Der Kanalaustritt läge ca. fünf Meter von der Strasse entfernt, kann man bei dieser Entfernung den Revisionspunkt in den Keller legen, oder muss man in jedem Fall einen Kontrollschacht setzen?
Danke und Gruß
Volker

Name:

  • Volker Lerm
  1. keine Antwort?

    kann mir keiner etwas zu dem Thema sagen?
    Wenn ich die Frage in der falschen Rubrik gestellt habe, wäre es nett wenn man mir sagen könnte wohin sie gehört.
    Gruß Volker

  2. ein wenig Infos

    Na, ja, gelesen hatte ich es auch schon aber in der Fragestellung fanden sich ein paar Formulierungen, die anregten, ziemlich weit auszuholen. Ich setz mich da jetzt mal drüber hinweg und schreib einfach mal ein paar Grundsätze:
    Grundsätzlich strebt man heute an, die sogenannten Grundleitungen (wo also alles sich sammelt) des Hauses nicht unter der Bodenplatte, sondern unter der Kellerdecke, d.h. im Gebäude anzuordnen. Grund hierfür ist die bessere Zugänglichkeit bei Defekten und vor allem, dass man Defekte auch direkt und unmittelbar sieht, ohne dass ein großer Schaden entsteht. Diese Leitungen im Keller müssen natürlich dicht sein, schon aus Fragen des möglichen Rückstaus aus dem öffentlichen Kanal. Und natürlich wegen der möglichen Geruchsbelästigung. Ist aber mit heutigen Rohrsystemen (Kunststoff oder besser SML-Gussrohre) kein Hexenwerk, die Leitungen dicht zu bekommen.
    Zur Frage, ob eine Verlegung im Heizöllagerraum zulässig ist kann ich mangels Wissen keine Aussage treffen. Mal nen Klempner fragen, die müssten das wissen.
    Wird Regenwasser mit angeschlossen, muss man sich bewusst werden, dass bei Regen Geräusche entstehen, bei Kunststoffrohren mehr als bei Gussrohren. Gut, Dachrinne macht bei Regen auch Geräusche, Dachflächenfenster auch und der Gartenbrunnen oft auch. Mich stört dieses leise Plätschern also nicht.
    Anschluss anderer Gebäude ist grundsätzlich möglich, wirkt sich halt ggf. auf die Tiefenlage der Rohrleitung aus.
    So, ich hoffe, es hat was geholfen.
    Grüße vom Wasserbauingenieur aus Köln

  3. Danke für die Antwort

    Wie gesagt handelt es sich hierbei um eine nachträgliche Verlegung des Kanals.
    Die Grundfrage lautet, entweder:
    Den Austritt des Schmutzwasserkanals aus dem Haus so nahe wie möglich an den Anschlusspunkt in der Strasse legen, wobei man eine längere Verlegung des Kanals durch den Keller in Kauf nimmt.
    oder:
    So schnell wie möglich das Haus verlassen und den Kanal aussen am Haus vorbeiführen, wobei man grössere Ausschachtarbeiten im gepflasterten Hof und Einfahrt in Kauf nimmt.
    Da mir die zweie Möglichkeit zu teuer erscheint, würde ich gerne durch den Keller gehen, wenn es keine objektiven Gründe (Belästigung, Gefahr eines Bruches...) dagegen gibt.
    Danke und Gruß
    Volker

  4. Leitungseigenschaften

    Sehr geehrter Volker Lerm,
    gegen Kellerdurchführung spricht nichts.
    Selbst eine Kläranlage, die Hausabwasser reinigt, werden heutzutage im Haus aufgestellt (Grund: im Keller herrschen höhere Temperaturen als draußen und wagen der Wartung müßte sonst ein zusätzlicher Raum gebaut werden).
    Die Leitungen werden in der Regel mit Sand oder Kies zum Schutz vor Bruch... umhüllt. Je nach Gefälle Lage dieser Umhüllung können Schichtenwasser zum Haus hin oder weggeführt werden. Schichtenwasser kann zu lokalen Setzungen führen, sie wirken auf Leitungen oder auch Fundamente. Man soll daher entsprechend wasserdichte Mauerdurchführungen verwenden und die Leitung so am Gebäude anbinden, wo Setzungen möglichst gering ausfallen.

  5. Keine Bedenken

    Schmutzwasser in einer sogenannten Sammelleitung durch den Keller zu führen ist absolut in Ordnung und entspricht den anerkannten Regeln der Technik. Regenwasser ist aber in einer separaten, also zweiten Leitung durch den Keller zu führen. Dabei ist auf eine Wärmedämmung zu achten, um Kondenswasser weitestgehend zu vermeiden. Natürlich müssen die Rohrverbindungen "zugkräfte" aufnehmen können, damit im Einstau oder Rückstaufall die wirkenden Kräft die Rohre nicht auseinandergleiten lassen. (Problematisch besonders im Bogenbereich)

  6. Nachtrag: Revisionsschacht

    Ob ein zusätzlicher Revisionsschacht noch notwendig wird bestimmt sich HIER nicht nach technischen Gesichtspunkten sondern ausschliesslich nach kommunaler Anforderung. Grundlage ist die Entwässerungssatzung und natürlich die sachgerechte Auslegung durch die genehmigende Stelle.

  7. Klarheit

    Hallo,
    Danke für die ausführlichen Antworten,
    ich denke das wird als Argumentationshilfe genügen :)
    Das Regenwasser soll übrigens weiterhin in die Sickergrube geleitet werden, und muss somit nicht durch den Keller geführt werden.
    Nochmals vielen Dank und Gruß
    Volker Lerm


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