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Tiefbau und Spezialtiefbau

Weiße Wanne - Abdichtung der Schalungsarmierungen

Ein kleines Problem ist bei mir aufgetreten:
Ich habe meinen Keller als weiße Wanne anfertigen lassen - mit einer Stärke von 35 cm und doppelter Stahlarmierung. Die Verschalungen wurden - um dem Druck des flüssigen Ort-Betons standzuhalten - mit Armierungen verstärkt, welche in weißen Plastikhülsen lagen. Die Armierungen sind auch nach den Entfernen der Verschalungen aus den Plastikhülsen gezogen und diese dann verschlossen worden.
Jetzt hatten wir einen starken Regen, und das ansteigende bzw. nicht so schnell abfließende Grundwasser drückte durch diese "verschmierten" Plastikrohre (allerdings nicht durch alle) durch. Ansonsten ist die Kellerwanne absolut dicht und trocken - auch an der Stoßfuge Bodenplatte/Kellerwand.
Kann mir jemand folgendes erklären:
1. Wie hätten die Hülsen richtig verschlossen werden müssen?
2. Wie muß eine fachgerechte Reparatur durchgeführt werden?
Vielen Dank.
Fabian

  1. Propfen verwenden

    Werter Fragesteller
    Diese Art der Schalung ist bei Wannen grundsätzlich ein Problem.
    Normalerweise sollten auf den Plastikrohren Kunststoffkegel sitzen. Diese sind gegen geeeignete Propfen auszutauschen, welche mit speziellem Kleber eingebaut werden. Trotzdem immer ein Schwachpunkt.
    Ohne Kegel ganz schlechte Karten. Alternative wäre Dickbeschichtung.

  2. Dickbeschichtung?

    Können Sie mir die Herstellerangeben der Kegel und des Klebers nennen?
    Meinen Sie mit Dickbeschichtung die selbe Vorgehendweise wie bei einer schwarzen Wanne? Das wäre je dann zwar eine mögliche, wenn auch schlechte Lösung.
    Aber ich denke um das Aufbohren der Plastikhülsen wird der Bauunternehmer nicht drumherum kommen. Die Frage ist nur ob von außen (es ist schon aufgefüllt und die Perimeterdämmung ist ebenso schon dran) oder von innen? Müssen die Plastikhülsen drin bleiben, oder dürfen sie zerstört werden?
    MfG Fabian

    Name:

    • Fabian
  3. Systemkomponeneten

    Werter Fragesteller
    Dickbeschichtung war genau die gemeint.
    Die Propfen funktionieren nur, wenn auf den Distanzhülsen Kegel gesessen haben. Siehe hierzu z.B.: http://www.quick-bauprodukte.de
    Aber das Ganze muss zum System passen. Und Abdichtung, egal wie immer von aussen, bei den Propfen z.T. zusätzlich von innen.

  4. Nachdem die Schalungsanker ausgebaut wurden

    müssen auch die Kunststoffkegel ausgebaut und Kegel aus Beton eingeklebt werden. Es gibt hierfür von Betomax o. ä. fertige Systeme für weiße Wannen. Nachträgliches Abdichten der Spannstellen mit Dickbeschichtung o. ä. ist theoretisch vielleicht möglich, in der Praxis jedoch Murks, da wichtige Randbedingungen für den Einsatz von KMB ungeklärt sind (Haftung und Hinterläufigkeit bei punktuell eingesetzten Abdichtungsbereichen; Zulassung für den flächigen Einbau, jedoch nicht für den punktuellen Einsatz; praktische Umsetzung der Forderung nach Schutz der Abdichtung bei punktuellem Einsatz zweifelhaft).
    Schöen Grüße aus Bochum

  5. Oh je, ...

    ... denn die Perimeterdämmung ist punktuell verklebt.
    Dann bleibt also nur das Aufbohren der Plastikhülsen vonn innen und das erneute verdichten übrig, bzw. der gesamte Kellerbereich muß wieder aufgebuddelt werden, damit von außen eine Abdichtung (evtl. der Abstndshalter oder durch Dickschicht) und flächiges Verkleben der Perimeterdämmung erfolgen kann.
    Alles in allem hat der Sub einiges zu erledigen.!
    Danke erst einmal an alle fleißigen Helfer für die Antworten. Falls noch etwas wichtiges fehlt, bin ich für jede Antwort dankbar.
    Was mir nur aufgefallen ist, dass die Distanzrohre aus Faserbeton beschrieben wurden. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass Zwischen dem Beton und der Plstikhülse sich kein Kappilarspalt bildet, durch dann das Wasser eindringen kann. Denn eine Wassersperre befinden sich an den Plastikdistanzhülsen nicht.
    Also an alle die einen Keller als Weiße Wanne bauen wollen: Achten Sie auf saubere Ausführung aller einzelner Arbeitsschritte, nur dann ist eine Nutzung des Kellers dann möglich!!!
    Fabian

  6. Oh ja

    Werter Fragesteller
    OHA je triftt´s, wenn da wirklich glatte Kunststoffrohre verwandt wurden. Dann bleibt nämlich fast nur noch die Dickbeschichtung.
    Oder (fällt mir grad so ein) alle Hülsen mit einem Kernbohrgerät ausbohren D=50 mm und dann Doyma o. ä. Blindstopfen druckwassergeeignet einbauen. Rechenexempel, was preiswerter (nicht billiger) ist. Mal geschätzt Bohrung 100 €, Blindstopfen 200 € + Märchensteuer.

  7. Ende Gut - Alles Gut

    Mein GUA und der Sub haben sich - nachdem ich den Keller von außen mit meinem sorgfältig aufgefangenem Regenwasser geflutet habe und die feuchten Stellen gut sichtbar waren - dazu entschlossen die entsprechenden Stellen aufzubohren und zu sanieren. Da ein anderes System verwendet wurde, konnte mir nachgewiesen werden, dass solche Wassersperren nicht notwendig sind und ich bin Dank der Guten Antworten und richtigen Tipps auf der sicheren Seite!
    Danke an alle!
    Fabian


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