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Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Eignet sich 10 cm-Betonschicht mit Dichtungsmittel als Vertikalsperre?

Nach der Außenisolierungs einer Kellerwand und dem Entfernen des innen aufgebrachten Sperrputzes haben wir festgestellt, daß die Wände ab 40 bis 50 cm Höhe zwar trocken werden, unterhalb jedoch nicht. Zum Boden hin wird es immer feuchter. Das Haus steht nicht auf einem Fundament (Baujahr 1936), stattdessen stehen die Grundmauern direkt auf einem sehr festen Lehm/Mergel Boden. Die genauen Umstände und ausgeführten Arbeiten hatte ich bereits in Frage 3363: "Kellertrocknung / Boden-Wand-Kanten / Entfernen von (Öl)-Farbsockeln" vor ca. einem Jahr beschrieben.
Wir überlegen nun, die Mauer stückweise mit einem mit Dichtungsmittel (z.B. PCI) versehenen Betonstreifen (ca. 10 cm hoch, ca. Mauer-tief (38 cm)) zu unterziehen, um auf diese Weise das Aufsteigen der Bodenfeuchtigkeit in die Mauer zu verhindern.
Meine Frage nun: Reicht eine solche Schicht aus, um das Hochsteigen der Feuchtigkeit zu verhindern? Oder ist der Beton nur wasserdicht insofern, als daß nichts durchfließt, kann aber dennoch hygroskopisch Feuchtigkeit aufnehmen und dann vielleicht auch an die Mauer weitergeben?
Das Einbringen einer Bitumensperrbahn wäre sicherlich auch möglich, jedoch spricht aus meiner Sicht einiges dagegen:
1) Die Materialdichtigkeit zwischen Mauer und Bitumensperrbahn wäre schwer sicherzustellen, da der Fuß der Mauer derzeit auf Lehmboden steht und demzufolge sehr "roh" aussieht. Es wird da kaum eine glatte Fläche geben.
2) Wenn der Beton direkt an die Mauer heranreicht hat man zusätzlich eine mechanische Verbindung. Dies ist weniger der Fall wenn eine Bitumentsperrbahn dazwischen liegt
3) Da die Arbeiten nur stückweise ausgeführt werden können, müßte man auch beim der Bitumensperrbahn stückeln, was unerwünschte Überlappungen erzeugt.
4) Die Bitumentbahn ist etwas nachgiebig, was das Auftreten von Setzungen begünstigt
Für die Beantwortung meiner Fragen bzw. eine sachkundige Einschätzung des Problems wäre ich sehr dankbar.

Name:

  • Rainer Menzner
  1. Keine Ahnung,

    aber zu den Gegenargumenten hab ich was.
    1) Unterste Steinreihe durch Betonsockel ersetzen, läßt sich auch wesentlich besser betonieren (zwei Bretter, Schalung fertig)= glatte Fläche.
    2)Irrelevant, eine Kraft, die das Gewicht des Hauses bewegt, hat kein Problem, diese 'mechanische Verbindung' zu zerstören.
    3)Überlappung=genau das soll so sein (dicht!!)
    4)Setzung von 2 mm?
    Vorteile: Bitumenbahn kann an Fußbodenabdichtung (nur falls Sie mal eine wollen) problemlos angeschlossen werden, die Dichtigkeit ist bei richtiger Bauausführung absolut sicher, keine unsichtbaren 'Zaubermittel' (ja, PCI macht keine Zaubermittel, ich nenn's nur so)
    Beachten: Statiker fragen, wie groß die Abschnitte sein dürfen (Vermutung ca. 1,5 m), beim Schließen /Zumauern der Abschnitte auf kraftschlüssige Verbindung achten (Quellmörtel).
    Das war Laiensachkunde, aber wir haben's vor einem Jahr so machen lassen.
    Gruß
    Volker

  2. Ich möchte davor warnen ...

    eine Sanierung der Gründung eines Gebäudes selbst vorzunehmen.
    Üblicherweise wird aufsteigender Feuchtigkeit in Mauerwerkswänden durch eine Horizontalsperre (bspw. Bleche) begegnet, ggf. unter Zuhilfenahme von Kunstharzinjektionen. Insbesondere wenn es sich um Gründungsmauern handelt. Die Gründungsmauern mit einer Sperrbetonschicht zu unterfüllen halte ich für zu aufwendig und teuer.
    Empfehlen möchte ich Ihnen zuvor die tatsächlichen Ursachen für die Mauerwerksdurchfeuchtung von einem Fachmann (Sachverständiger (SV) für Schäden an Gebäuden) begutachten zu lassen. Dieser schlägt Ihnen dann auch eine geeignete Sanierungsmaßnahme vor. Diese sollten Sie dann von einem Fachbetrieb für Mauerwerksabdichtung durchführen lassen, da
    1. Ihr Haus schließlich auf diesen Fundamentwänden steht und
    2. Sie eine Gewährleistung für die durchgeführten Arbeiten erhalten.
    M.f.G.
    R. Kaiser

  3. Kann mich der Warnung aber auch den Empfehlungen nur anschließen.

    Immer wenn ein Hohlraum (Schnitt oder stückweise Aufstemmen) erstellt wird ist die Gefahr von Setzungen möglich.
    Siehe dazu auch:
    Zusammenfassung
    Unterschiedliche Verfahren zur Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk werden beschrieben. Auch ungeeignete Verfahren werden in diesem Zusammenhang genannt. Auf einige Risiken wird hingewiesen. Schliesslich wird auf die Schwierigkeit, das jeweils optimale Verfahren für ein Objekt auszuwählen, aufmerksam gemacht.
    1 Einleitung
    Viele Hausbesitzer, Architekten und Behördenvertreter stehen vor der Frage, welches Verfahren ge-gen aufsteigende Feuchtigkeit für welches Gebäude geeignet ist. Dabei gibt es grundsätzliche Unter-schiede: z.B. mechanische Trennungen; Injektionen oder sogenannte elektrophysikalische Verfahren.
    Diese Techniken können, sofern für das jeweilige Gebäude geeignet, selbstverständlich auch mitein-ander kombiniert werden. Stets aber muß von Fall zu Fall sorgfältig geprüft werden, welche Metho-de für welches Objekt sinnvoll ist. Eine fachkundige Beratung ist deshalb vorab sehr zu empfehlen.
    In diesem Beitrag werden die wichtigsten Verfahren kurz beschrieben. Dabei werden der Vollstän-digkeit halber auch unwirksame Verfahren genannt. Danach werden einige Risiken vergleichend be-handelt und schließlich wird die Schwierigkeit angesprochen, geeignete Verfahren und Fachfirmen auszuwählen.
    2 Geeignete und ungeeignete Verfahren
    2.1 Mauerwerksaustausch und Unterfangung
    Gemeint ist damit das traditionelle Verfahren, das von allen Bauunternehmen und sehr oft auch mehr oder minder erfolgreich in "Eigenleistung" durchgeführt werden kann. Dabei entfernt man Stück für Stück des Grundmauerwerkes und ergänzt es entweder durch Beton oder durch Mauerwerk (einschl. einer Abdichtung)..
    Bei einer Variante wird der Mauerwerksquerschnitt über dem Fundament oder über dem Gelände ausgebrochen und anschließend eine Dichtungsunterlage (als Sauberkeitsschicht) hergestellt. Darauf kommt eine Abdichtung, und der Rest wird entweder ausbetoniert oder ausgemauert.
    2.2 Das Mauersägeverfahren
    Mit einer Schwert-, Seil- oder Kreissäge wird ein Schnitt im Mauerwerk hergestellt. Dabei ist es möglich, trocken oder naß zu schneiden.
    Diese Schnittfuge ist je nach Sägeverfahren 4 bis 15 mm dick. Anschließend wird die Abdichtung -¬ meistens aus glasfaserverstärktem Polyester, aus Polypropylen oder auch aus Edelstahlplatten einge-baut. Die Schnitte werden nach Einlegung der Abdichtung in der Regel verkeilt. Die Keile sollen während der Arbeit die Lastenübertragung sichern. Anschließend werden die Schnittfugen an der In-nen- und Außenseite provisorisch abgedichtet und der Hohlraum mit Quellmörtel verpresst.
    2.3 Das Einschlagen von nichtrostenden Chromstahlplatten
    Ohne Öffnung der Mauer wird eine 1,5 mm dicke gewellte Platte eingeschlagen. Dabei braucht man eine mehr oder weniger durchgehende Mörtelfuge.
    Der Baustoff selbst ist bei dieser Methode nicht entscheidend. Setzungen können nicht auftreten, weil die Platten ohne vorheriges Öffnen in die Mörtelfuge eingeschlagen werden. Der Mörtel wird auf diese Weise nach oben oder unten verdrängt bzw. verdichtet.
    Um den Verdrängungs- und Verdichtungswiderstand zu verringern, werden seit einiger Zeit Chrom-stahlplatten verwendet, die keil-bzw. pfeilförmig verformt bzw. angespitzt sind. Dadurch wird die Durchdringungsgeschwindigkeit erhöht und die Oberflächenreibung vermindert. Dieses seit mehr als zwanzig Jahren bewährte Verfahren hat sich als eines der preisgünstigsten und sichersten Verfahren erwiesen.
    2.4 Bohrverfahren mit Überlappung ( aneinander gereihte Kernbohrungen).
    Hierbei werden Löcher gebohrt (meistens mit einem Durchmesser von 8-12 cm) und so angeordnet, dass ihre Überlappungen eine durchgehende Mauertrennung erfolgt. Diese Bohrlöcher werden an-schließend mit einem dichtenden und quellfähigen Mörtel wieder ausgefüllt und somit eine sichere Abdichtung erzielt.
    2.5 Injektionsverfahren
    Eine andere Form der Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt wird mit Injektionsverfahren erreicht. Sie werden oft, weil das Injektagemittel über Bohrlöcher eingebracht wird als "Bohrlochverfahren" bezeichnet. Dabei bohrt man Löcher in die Wand und füllt sie mit sehr unterschiedlichen Injektions-mitteln unterschiedlicher Konsistenz.
    Die Wirksamkeit einer solchen Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hängt nicht nur von der Wahl des Injektionsmittels und dessen Wirkungsweise (kapillarverstopfend, kaplillarverengend), sondern auch der Ausführungsart ab. So sind z.B. Abstand, Tiefe und Durchmesser der Bohrlöcher von entscheidender Bedeutung, und außerdem, ob der jeweilige Stoff mit oder ohne Druck und in der ausreichenden Menge eingebracht wird. Der zeitliche Aspekt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn die Injektionsmittel eine gewisse Zeit, um sich zu verteilen. Die Viskosität der Injektionsmittel ist ebenfalls zu berücksichtigen. Soll eine Kapillarverstopfung oder eine Hydrophobierung, erzielt werden? Sehr oft ist beides erwünscht.
    Eine vorherige fachkompetente Prüfung, sowohl des Feuchte- als auch des Salzgehaltes ist genauso wichtig wie die "Verträglichkeit" der Injektionsmittel mit dem Baustoff.
    2.6 "Entfeuchtungsputze"
    Der Name dieses Verfahrens ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Kein Patent konnte bis-her für die Trockenlegung einer Mauer garantieren! Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt - denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezwei-feln, denn es werden nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze auf diese Weise nachtrans-portiert.
    " Entfeuchtungsputze" entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz.
    Sehr oft ist eine solche "Sanierung" mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich "nur" Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abge-dichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw. - und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrockenle-gung den entsprechenden Erfolg gehabt hat. Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre.
    2.7 "Elektro-Osmose"
    Eine weitere Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auf-taucht, ist die "Trockenlegungsart" mittels "Elektro-Osmose" (mittels elektrischer Energie soll das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden) oder anderer elektrophysikalischer Methoden.
    Dabei sind viele Parameter entschlüsselt, die "Saugfähigkeit" der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:
    • Anzahl und Lage der Kapillaren
    • Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
    • Oberflächenbenetzung der Kapillaren
    Mit Hilfe von Versuchen läßt sich ermitteln, in welcher Zeiteinheit, wieviel Liter Wasser "aufgesaugt" werden, und außerdem, wie hoch diese Feuchtigkeit, in welcher Zeit aufsteigen wird.
    All das sind klassische physikalische Werte. Die Ergebnisse sind verbindlich und nachvollziehbar. Von Fachleuten durchgeführte Kontrolltests bestätigen diese Ergebnisse eindeutig.
    Um es kurz zu machen: In der Praxis funktioniert dies alles nicht. Um so erstaunlicher ist es, wieviel "Fachleute" auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen. Das Verfahren ist nur deshalb so aus-führlich beschrieben, damit auch der auf dem Gebiet der Elektrophysik weniger versierte Hausbesit-zer versteht, das nicht jeder, der sich als Spezialist ausgibt, auch wirklich sein Handwerk versteht.
    Für Spezialisten zum Weiterlesen!
    Wird nun die Saugfähigkeit ermittelt, ergibt sich aus den vorgenannten Fakten rein rechnerisch eine Saugleistung von plus/minus 60 Volt. Jetzt kann man sich im Einzelfall darüber streiten, ob nun 30 oder besser 90 Volt richtig sind. Auch einem Laien wird klar, dass eine größere Kraft aufgewendet werden muss als die der Saugfähigkeit. Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophy-sikalischen Verfahren, dessen Leistung z.B. 5-10 Volt geringer ist als die der Saugfähigkeit, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen. In nahezu betrügerischer Weise wird auch versprochen, mit sogenannten Erdstrahlablenkgeräten zum Teil primitivster Bauart eine Trockenlegung zu erwirken.
    So gibt es noch andere bekannte Größen, die eine Funktion verhindern. z.B. das Zetapotential, näm-lich der Effekt, der dadurch entsteht, dass eine Ladungstrennung an den Kapillaroberflächen stattfin-det, sobald Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei stehen die Effekte des Saugens die bei Ziegel und Kalkmörtel in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.
    Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Span-nungen von über 1,3 Volt zersetzt wird. Dabei kommt es zu einer Aufspaltung: An der Anode ent-steht nasszierender Sauerstoff (sehr aggressiv) deswegen kommt es sofort zu einer Korrosion der E-lektroden und an der Kathode wird Wasserstoff ( ab 4% = Knallgas) erzeugt.
    Nun gibt es einige Sicherheitsbestimmungen, die auch am Bau einzuhalten sind, weil bei der Zerset-zung von Wasser auch Wasserstoff entsteht. Dieses Gas ist leichter als Luft; es muss dafür gesorgt werden, dass diese Räume ausreichend be - und entlüftet werden. Diese Anlagen unterliegen auch den Bestimmungen der VDE-Vorschriften.
    Aber all dies interessiert die Vertreiber solcher Anlagen offenbar nicht. Doch keine Patentanmeldung, auch keine goldene Erfindermedaille von der Messegesellschaft "X" und erst recht kein Referenz-schreiben des Herrn Pfarrer "Y" aus "Z" kann Fakten aus der Welt schaffen. Ebensowenig hilft eine schöne Urkunde mit einer sehr langen Gewährleistungszeit.
    Viele Firmen sind sich ihrer unlauteren Machenschaften sehr wohl bewußt - und profitieren von der mangelnden Sachkenntnis der meisten Hausbesitzer.
    Überraschungen sind programmiert!
    Ein namhafter Hersteller hat 1995 in einer Broschüre für ein neues Injektionsmittel darauf hingewie-sen, dass die meisten der auf dem Markt bekannten Produkte, die bisher eingesetzt wurden, entweder feuergefährlich, geruchsbelästigend, überteuert oder sogar extrem gesundheitsschädlich waren. Die erheblichen Preisunterschiede stören angesichts dieser beängstigenden Auflistung kaum.
    Nicht alle Injektionsmittel sind jedoch für die Unterbrechung der kapillaren Saugfähigkeit geeignet. Die Produkte, die heute angeboten werden, sollten von unabhängigen Prüfinstituten auf einwandfreie Funktion und Unschädlichkeit genau geprüft sein.
    Neben den Hinweisen der Materialhersteller gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich zu informieren, welche Produkte, Firmen und Berater weiterhelfen können.
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
    Während bei mechanischen Trennungen eine sofortige Kontrolle des Erfolges (Motto: "Was abge-schnitten ist, wird auch trocken") nachvollziehbar ist, ist dies bei Injektionsverfahren nicht so einfach möglich.
    Im Labor funktionieren diese Verfahren meistens gut. Am Objekt ist eine Überprüfung des Erfolges oft erst Jahren möglich, bei ungeeignetem Einsatz leider auch der Mißerfolg.
    3. Zu den Risiken
    3.1 Erschütterungen, Setzungen und Rissbildung
    Ein Verfahren, das hundertprozentig gegen alles hilft, dazu noch und außerdem preisgünstig ist und keinen Eingriff in das Mauerwerk notwendig macht, gibt es auch bei der Mauerwerktrockenlegung nicht. Es werden immer Kompromisse zu schließen sein. Entscheidend dabei ist immer Aufwand und Ergebnis.
    So ist es z.B. dringend notwendig, darüber zu diskutieren, ob es ein erschütterungsfreies Verfahren gibt. Auch das Bohren von Mauerwerk kann nicht ohne Erschütterung ausgeführt werden. Ähnlich dem Zertrümmern von Ziegelsteinen mittels eines Abbruchhammers werden dabei in etwa gleiche Kräfte freigesetzt und "erschüttern" das Mauerwerk.
    Nur bei Holz oder Metall werden die Löcher durch Spanen erzielt. Bei der Bohrung eines Lochs mit 3 cm Durchmesser schlägt der Bohrkopf jeweils eine Fläche von > 5 cm² auf den Stein, um diese Fläche zu zertrümmern. Dies kann einfach nicht erschütterungsfrei sein. Eine ähnliche Belastung wird auch durch das Einschlagen von Chromstahlplatten erzielt. Bei einer Plattenbreite von 30 cm und ei-ner Materialdicke der Platten von 1,5 mm ergeben sich ebenfalls 4,5 cm² Einschlagfläche, und das muss eben überwunden werden. Wobei es sicher von Vorteil ist, wenn der Mörtel weicher ist.
    Ein Nachteil beim Einschlagen der Chromstahlplatten ist die Lärmbelästigung. Da es sich ansonsten aber um ein sehr sicheres Verfahren handelt, kann man diese kurzfristige Störung akzeptieren.
    3.2 Bewertung der "Erschütterungen"
    Wer heute einem Bauherren einzureden versucht, dass das Mauersägeverfahren völlig erschütte-rungsfrei ist, macht keine korrekten Angaben.
    So ist beim Sägen weniger das Problem des direkten Angriffs der "Sägezähne" entscheidend, sondern vielmehr die Entlastung des Mauerwerks einerseits und die Schwingung des Sägeblattes andererseits. Beim Durchschneiden von z. B. 60-70 cm dicken Mauern muss der Sägeblattdurchmesser schon mehr als 150 cm betragen. Dabei tritt eine doch ganz erhebliche "Erschütterung" bereits bei sehr ge-ringer Unwucht auf.
    Bei manchen Baustoffen ist das Sägen nur mit Wasserkühlung bzw. Wasserspülung möglich und deswegen nicht überall problemlos einsetzbar.
    Beim Trennen (Herstellen eines Hohlraumes) ist noch zu bemerken, dass durch die unterschiedlichen Belastungen eines alten Gebäudes, durch Setzungen oder Nutzungsänderungen, unterschiedliche Lasten eintreten können. Diese weichen oft erheblich von den rein rechnerisch ermittelten Lasten ab. Nach einem Sägeschnitt kommt es an einigen Stellen im Gebäude zu einer Entlastung und an anderen Stellen zu einer Mehrbelastung.
    Die Verteilung der Lasten wird, bedingt durch den Sägeschnitt, kurzfristig durch Auskeilen und Aus-pressen vom angrenzenden Mauerwerk aufgefangen. Andere Be- oder Entlastungen können jedoch nicht wieder aufgebaut werden.
    Es wird sich ein neues "Gleichgewicht" einstellen. D.h. konkret: An Bereichen, wo gegenwärtig mehr Lasten sind, werden weniger und wo weniger waren, werden mehr. Durch diese neue Belastung kann es durchaus zu Entspannungen oder Rissen im Gebäude kommen. Diese Risse können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.
    3.3 Risse im Gebäude
    Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass selbst kleine Risse an einem Gebäude sicherlich einen Schaden (Mangel) darstellen, jedoch wird dieser oft überbewertet. Wer alte Häuser genauer inspi-ziert, wird auf der Such nach kleinen Spalten und Rissen schnell fündig. Insbesondere in Sturzberei-chen, an Türen und in Fensternähe sind Risse immer sichtbar.
    Wenn Spundwände in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes eingerammt werden, treten allerdings wesentlich mehr Erschütterungen und Rißgefahren auf.
    Auch beim Verdichten von Baugruben oder im Straßen- und U-Bahnbau sind erhebliche Belastungen auch noch in der weiteren Umgebung festzustellen.
    Wenn Sie mit Anbietern darüber diskutieren, welche Verfahren sicher sind, werden Sie schnell fest-stellen, dass die Argumente dieser Anbieter meistens darauf abzielen, nur ihre Verfahren seien gut, während sie alle anderen Verfahren und Firmen jedoch negativ bewerten. Diese seien zu teuer, sie be-schädigten das Haus, es gäbe Risse usw.
    Größte Vorsicht ist sicher gegenüber solchen Anbietern geboten, deren Argumentation nur auf lang-jährige Garantie aufgebaut sind und die mit eindrucksvollen Urkunden werben.
    Die besten Referenzen nützen wenig, wenn Sie nicht mindestens einen Zeitraum von 5-10 Jahren abwarten, denn vorher ist eine Überprüfung nur in den seltensten Fällen möglich. Wer weiß schon, wie das Objekt vorher "belastet" war.
    4 Die Wahl des geeignetsten Verfahrens und einer zuverlässigen Fachfirma
    Wer hilft bei der Lösung der Pro¬bleme, näm¬lich einen feuch¬ten Keller tro¬ckenzulegen oder eine Quer¬schnitts¬abdich¬tung gegen auf¬stei¬gende Feuch¬tig¬keit im Mauer¬werk her¬zu¬stel¬len oder den Haus¬schwamm¬scha¬den zu be¬seiti¬gen?
    Natürlich kann man sich an die Hand¬werks¬kam¬mern, Bau¬innun¬gen, Ver¬brau¬cher¬ver¬bände oder an das Bau¬zen¬trum in der Radlkoferstrasse 16; Mün¬chen wenden. Sie sollten Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen. ..
    Doch ist es sicher nicht aus¬rei¬chend, sich drei oder vier Firmen aus dem Bran¬chen¬buch heraus¬zu¬suchen. Eine sorgfältige Schadensuntersuchung tut not, als nächstes die Wahl eines geeigneten Ver-fahrens zur Abhilfe.
    5 Eine neue Berufung: Fa¬chin¬genie¬ur für Alt¬bau - In¬stand¬set¬zung
    In den Fach¬hoch¬schu¬len wird erst seit weni¬gen Jahren auf die chemischen und physikalischen Aspek-te der Alt¬bau¬sanie¬rung eingegangen. Der Erfahrungsschatz ist also noch eher spärlich. Es bleibt Ih-nen also nicht er¬spart, nach wie vor viel Zeit dafür auf¬zu¬wenden, die rich¬tige Firma aus¬zu¬suchen! Be¬dienen sich erfah¬rener freier Ingeni¬eure oder Archi¬tekten, wobei Sie sich zuvor die von ihnen bereits sanier¬ten Ob¬jekte genau an¬sehen soll¬ten.
    Erkundigen Sie sich auch bei Nach¬barn und Bekannten, die bereits einschlägige Erfahrungen in Sa-chen Mauertrockenlegung gemacht haben, wie ab¬gedich¬tet wurde und wie hoch die Kosten waren. Ob aller¬dings ge¬nau die glei¬chen Voraus¬set¬zungen wie an ihrem Objekt vor¬han¬den sind, ist nicht so ein¬fach zu er¬mit¬teln. Selbst wenn zwei Häuser in der glei¬chen Straße Feuch¬te¬schä¬den auf¬weisen, muss es nicht die glei¬che Ursache haben.
    Edmund Bromm
    6 Literatur
    WTAA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Merkblatt (Nr. 4.4.96) Mauerwerksinjektion.
    Geschäftsstelle: Edelsbergstr. 8, 80686 München, Tel.089 / 57869727; Fax. 089 / 57869729
    Kurzfassungen aller Merkblätter sind im Internet abrufbar: http://www.wta.de
    e.mail wta@wta.de

  4. Hallo Herr Bromm!

    Falls Ihnen die Haken (¬) ausgehen: Von mir können Sie noch ca. 2 kg per e-Mail bekommen.
    Also kein falscher Geiz bei der weiteren Verwendung erforderlich!

  5. Danke Sie Schlaumeier

    Dies ist halt beim Einstellen passiert und ich kann es nicht ändern.
    Aber es besonders wichtig, das Sie auf diese Fehler aufpassen.

  6. passiert mir auch manchmal

    könnte am html liegen - denke ich.
    Nehmen Sie es gelassen - ich fand die Antwort Lustig (war ja auch nicht auf meine Kappe) ;-)

  7. @Robert Schimweg

    Danke!
    Das war der mit Abstand humorvollste und witzigste Beitrag seit langem in diesem Forum. Ich hab mich gekugelt vor lachen :-)

    Name:

    • Ortwin Duddeck
  8. Danke!

    War auch so gemeint.
    Ich hatte nur diese komischen Zeichen >> ;-)<< usw. nicht benutzt, weil ich nie weiß, wie man die herstellt.


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