Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Schimmel im Altbau

Hallo ihr lieben Forumsteilnehmer,
ich habe ein altes Haus, Baujahr ca. 1880. Die Mauern bestehen aus roten Feldbrandsteinen, innen mit Gipskarton verkleidet. Die Fenster sind nicht isolierverglast. Bodenplatte ist gefliest, keine Ahnung, ob eine Absperrung besteht. Leider kommt es jetzt an den Fliesenrändern zu Ausblühungen, bzw. Schimmelbildung. Holzgegenstände schimmeln im Schrank, der Schrank selber schimmelt nicht. Freistehende Schuhe aus Leder schimmeln, direkt daneben stehende Schuhe schimmeln nicht. An den Wänden oder Fenster sind keine Schimmelspuren zu erkennen. Ein Holztisch fängt in der Mitte an zu Schimmeln, sonst nirgendwo. Die Tapete löst sich nicht von den Wänden. Morgens ist Kondensat auf den Fenstern zu erkennen. Der Raum wird im Moment nur als Abstallraum benutzt, er wird regelmäßig gelüftet. Das Problem besteht erst seit ca. 9 Monaten, vorher war nichts von Schimmelbildung zu bemerken. Die Wände sind mit Sicherheit feucht. Was könnte hier Helfen? Wir haben einen chemischen Entfeuchter aufgestellt.
Vielen dank für die Hilfe.

Name:

  • MArkus Resky
  1. Das Problem Kellerlüftung

    Freuen Sie sich darüber, dass Sie keine isoliert verglasten Fenster eingebaut haben! Sie hätten sonst ein noch viel grösseres Problem.
    Lüften Sie Ihren Keller nicht zur warmen Jahreszeit. Die warme Luft führt zur Bildung von Kondensfeuchte an kalten Kelleroberflächen. Das Resultat: Schimmelpilzbildung, Aussalzung.
    Zu den schimmelnden und nicht-schimmelnden Schuhen: Manche LederSchuhe sind mit Fungiziden (PCP etc.) behandelt und schimmeln daher nicht.
    Die Tapete löst sich nicht, aber die Wände sind garantiert feucht? Löst sich die Tapete oder löst sie sich nur noch nicht?
    Mein Tipp: Kontrollieren Sie die Horizontalsperre. Wie sieht es unter den Fliesen aus?

  2. Einen kleinen Tipp......

    .....zum Kellerlüften habe ich auf meiner Homepage niedergeschrieben.
    Jetzt beginnt wieder die Jahreszeit, wo Sie ihren Keller trockenlüften können, sofern das Problem der Feuchtigkeit nicht durch einen undichte Wand entsteht.
    mfg.
    Jürgen Sieber
    http://www.fensterba...htm#Kellerlüfen

  3. Die Tapete..

    Die Tapete löst sich nicht! Es handelt sich nicht um einen Keller, sonder um einen ebenerdigen Raum. Ich kann ihnen leider nicht sagen, wie es unter den Fliesen aussieht. Meine Mieterin meinte, es gibt feuchte Stellen auf den Fliesen. Meiner Meinung schlägt sich aber die Luft auf den kalten Fliesen nieder, so kommt es zur Feuchtigkeitsbildung. Leider wird der Raum nicht täglich geheizt, könnte es auch daran liegen?
    Markus Resky

  4. Vermutung:

    Der Abstellraum ist deutlich kühler als die restliche Wohnung. Dann gilt der Tip von Herrn Sieber zur Kellerlüftung hier ebenfalls, also mehr Heizen und Lüften.
    Eine Hilfe wäre ein Außenwandlüfter (falls möglich), günstiger als ständig einen Bautrockner laufen zu lassen.
    Freundliche Grüße

    Name:

    • Frau Ank-332-Hae
  5. Abdichtung Bodenplatte

    ... wenn die Bodenplatte zu den Fliesen unzureichend abgedichtet ist, ist der Boden kalt. An den kalten Stellen kondensiert folglich dann die Luftfeuchtigkeit.

  6. Ja,

    sehe ich auch so. welche Möglichkeiten gibt es denn, den Boden nachträglich gegen drückenes Wasser abzudichten?
    Vielen Dank für die bisherige Hilfe.
    Markus Resky

  7. Sorry,

    die Frage muss lauten: Welche Möglichkeiten gibt es den Boden gegen eventl. drückenes wasser abzudichten?
    Danke
    MArkus Resky

  8. Dämmung nich gegen drückendes Wasser

    Da sich die Experten zurückhalten, hier laienkommentar: Ds Problem bei ebenerdigem Bau sollte weniger drückendes Wasser als vielmehr einfach die Temperatur der Fliesen sein, und die ist eben ohne Wärmedämmung unter den Fliesen so niedrig das die Luftfeuchte dort kondensiert (nicht nur im Sommer).

  9. Warum eine Horizontalsperre oder Abdichtung anbringen, wenn es ausschließlich Tauwasser ist?

    Abdichtungsarbeiten im Keller
    Wenn Keller feucht sind ist es mit dem angenehmen und gesunden Wohnklima vorbei.
    Der Modergeruch verbreitet sich im Haus, die Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werkzeug und andere Materialien aus Eisen fangen an zu rosten.
    Die Wärmedämmung nimmt mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab.
    Weil nun dies alles dazu beiträgt, daß die Schimmelpilze vermehrt wachsen, wird sicherlich auch noch falsch gelüftet, d.h. in der Regel zu lange. Dies deswegen, weil eben dieser Modergeruch aus dem Keller entfernt werden soll. Auch das hat jedoch verhängnisvolle Folgen.
    Die Nutzung ist somit sehr stark eingeschränkt.
    An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen und zum Teil werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen.
    Dies bedeutet jedoch auch gleichzeitig eine Verschlechterung der Wärmedämmung. Häufig wirken beim Auftreten solcher Feuchtigkeitsschäden auch verschiedene Ursachen zusammen.
    Wie vermeidet man solche Schäden und Durchfeuchtungen?
    Es müssen einige Punkte beachtet werden. Die Außenwände müssen beim Neubau gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen her geschützt sein, in der Regel geschieht dies durch Abdichtungen die in der Norm 18195 und 18336 erwähnt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Merkblätter und Regelwerke von Firmen die spezielle Produkte und Lösungen dafür anbieten.
    Beim Altbau ist jedoch auch aus Kostengründen eine Abdichtung von innen möglich und in der Regel einer Außenabdichtung aus Kostengründen vorzuziehen. Überwiegend ist es sowieso nur Kondenswasser, das die Oberflächen schädigt.
    Die Kellerwände kühlen bei Feuchteschäden stärker aus, außerdem ist darauf zu achten, daß an der Außenseite eine Wärmedämmung in ausreichender Form notwendig ist. Bei Hanglagen ist das Wasser durch Drainagen abzuführen. Auch hierfür gibt es für den Neubau Normen z.B. DINA 4108 u. 4095 sowie 18308.
    Im Altbaukeller ist auch die Überlegung wichtig, dass nichts zu faulen anfängt.
    Wenn ein Holzboden vorhanden ist oder Holz bzw. Kartons gelagert sind (Regale etc.) kommt es sehr oft durch diese hohe Feuchte zu Fäulnisschäden und auch zur Bildung von Hausschwamm. An den Oberflächen der Wände lagern sich z.B. bauschädliche Salze an und nehmen ebenfalls vermehrt Wasser auf.
    Fast jeder kennt die Effekte von Schwitzwasser.
    Im Sommer beschlagen bei Gewitter oder sehr starken Regenfällen die Autoscheiben, beim Betreten eines Lokales beschlägt die Brille, oder eine Flasche beschlägt, wenn Sie aus dem Kühlschrank genommen wird. Alles Erscheinungen, die jeder kennt.
    Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zu Grunde. Warme Raumluft kühlt an kälteren Wandoberflächen soweit ab, daß der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf auf der Wand zu Wasser kondensiert. Dieses jedoch saugt die Oberfläche der Wand sofort auf und dadurch läßt man sich täuschen, man sieht nichts. Desswegen sollten insbesondere im Frühling und Sommer die Kellerfenster möglichst geschlossen bleiben.
    Die Mauern bekommen eine "gute" Wärmeleitfähigkeit.
    Dies kann jedoch durch eine innenliegende Abdichtung und eine innenliegende Wärmedämmung behoben werden. Dadurch wird auch das teure Aufgraben von außen nicht mehr notwendig.
    Die inneren Wandoberflächen dürfen nicht soweit abkühlen, daß es bei normaler relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 - 70 % zu Schwitzwasserbildung kommt.
    Wenn die Wandoberflächen und der Boden den Anforderungen an die Wärmedämmung entsprechen, verändert sich dies jedoch sehr oft im Bereich der Kellerdecken die schlecht gedämmt sind. Es kommt im Bereich des Deckenauflagers von neuem zu Kondenswasserschäden.
    Innenliegende "falsche" Wärmedämmungen
    Eine nicht unerhebliche Fehlerquelle ist es wenn Möbel, Schränke, Regale an der Außenwand stehen und somit eine Erwärmung der Wandoberflächen verhindern. Es wirkt genauso wie eine innenliegende Dämmung.
    Heizen und Lüften
    Des weiteren ist darauf zu achten, daß bei Kellerräumen die höherwertig genutzt werden die dementsprechende Beheizung und Lüftungsmöglichkeit geschaffen werden muß. Ein Heizkörper im Keller ist meistens nicht ausreichend, erst recht nicht, wenn Möbel die Außenwände verstellen!
    Messen der Feuchtigkeit
    Woher weiß man nun, welche Feuchtebelastung in den Räumen sind. Die einfachste Art ist die Messung mit einem Hygrometer. Hier sollte nicht gespart werden, sondern durchaus Geräte verwendet werden, die justiert werden können. Diese Geräte sind im Handel schon ab ca. 40,- DM zu erhalten. In Verbindung mit einem guten Thermometer können wir nun ein behagliches und gut funktionsfähiges Raumklima durch Lüften bzw. Heizen herstellen.
    Richtiges Lüften
    Auch hier gibt es wieder eine Menge von Ausdrücken und Erklärungen von gut bis sehr schlecht. Was bedeuten z.B. Ausdrücke wie " Stoßlüften", " Dauerlüften", " feuchte- oder temperaturabhängiges Lüften" ect.?
    Im Sommer kann die Luft wesentlich mehr Wasser aufnehmen als im Winter. Z.B. enthält eine 25 ° warme Luft maximal 25 Gramm Wasser, jedoch nur 4 Gramm bei 5 °. Diese 4 Gramm ergeben bei 20 Grad Wärme ca. 35 % relative Luftfeuchte. So ist auch klar, warum im Winter in unseren Wohnräumen eine sehr trockene Luft ist.
    Zwar muss die "verbrauchte" Luft erneuert werden, doch soll durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden.
    Richtig lüften heißt die Luft auszutauschen und dies abhängig von der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.
    Wie lange lüften?
    Der menschliche Körper ist ein sehr gutes " Meßgerät". Dadurch kann folgendes Experiment durchgeführt werden: In der Frühe reagieren wir noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Stellen Sie sich an die entlegenste Stelle gegenüber dem zu öffnenden Fenster. Nun bittet man jemand, Fenster oder Türe ganz zu öffnen. Das Kippen der Fenster reicht nicht aus. Sobald man empfindet, daß die kalte Luft an einem vorbeistreicht, stoppt man die Zeit. Es vergeht in der Regel kaum eine halbe bis eine Minute. Nun kann man davon ausgehen, daß bei der Verdoppelung der Zeit die Luft zu 70 - 80 % ausgetauscht ist, dazu kommt daß man dafür im Abstand von einer halben Stunde öfters lüften sollte.
    Das Zeitmaß für den kompletten Luftaustausch in üblichen Räumen von Wohnungen wird in der Regel zwischen 1 und 2 Minuten sein. Es sollte keinesfalls länger gelüftet werden, besser ist, jeweils im Abstand einer halben Stunde, eine Wiederholung.
    Die Ursache muß gefunden und beseitigt werden
    Feuchte und nasse Baustoffe haben wie vor schon erwähnt eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als trockene, deswegen ist vorab genau zu ermitteln, woher die Feuchte kommt. Wie vor beschrieben kann es sich um Kondenswasser, oder um Wasser von außen handeln. Am Schadensbild ist das jedoch nicht so leicht zu erkennen!
    Nur wenn es sich um eine undichte Fuge handelt wird das Wasser irgendwann eindringen und als Wasserlacke am Boden sichtbar sein. Diese Undichtigkeiten kann man mit sehr dünnflüssigen Kunststoffen auf Epoxy- oder Polyurethanharzbasis auch von innen abdichten oder verpressen. Dies ist ein spezielles Verfahren was von Fachfirmen durchgeführt werden kann.
    Eine Innenabdichtung
    mit dem I-Bau - Saniersystem ©, d.h. Aufbringen einer dichten Noppenbahn an der Innenseite und dem anschließenden Verputzen mit Sanierputz bringt eine wesentliche Reduzierung der Feuchtebelastung im Keller. Ein Großteil der Feuchteabgabe erfolgt durch die Außenwand sowie die angrenzenden Zwischenwände.
    In vielen Fällen, insbesondere bei Gebäuden aus Beton, ist somit ein Luftentfeuchter eine sinnvolle und ausreichende Masnahme um die Luftfeuchte zu reduzieren. Diese Geräte (kosten je nach Leistung zwischen 600 - 800 € sind in der Lage und "ziehen" aus einem normalen Keller, eines Ein- oder Zweifamilienhauses am Tag ohne weiteres 10 bis30 Liter Wasser. Wie sollen dann wenige Tropfen eventuell eindringendes Wasser noch ein Problem darstellen?


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