Sanierungskosten für ein Denkmal
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Sanierungskosten für ein Denkmal

auch wenn es auf meine Frage keine klare Antwort geben kann, wäre ich für Meinungen und Schätzungen dankbar1!
Es ist so wie immer: Man verliebt sich in den alten Kasten und kann nun nicht einschätzen, ob die Sanierungskosten sich begrenzen lassen oder ob man sich ein Millionengrab eingehandelt hat ...
Wir tragen uns mit dem Gedanken, ein von einem Wassergraben umgebenes Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert (Denkmal) zu erwerben. Das Haus steht seit zwei Jahren leer, wurde aber regelmäßig geheizt und belüftet.
Das Gebäude erscheint uns Laien in einem recht ordentlichen Zustand (Sandsteinfassade mit Fachwerkgiebel). Lediglich ein Turm scheint schlecht erhalten (eine Defekte Regerinne hat Jahrelang das Regenwasser am Turm herabfließen lassen und Feuchtigkeit an zwei Stellen verursacht).
Bei einer Besichtigung schienen die Wände OK , zumindest war weder Schwamm noch Schimmel sichtbar. Das Dach wurde vor 5 Jahren neu gedeckt und Teile der Dachkonstruktion ausgetauscht. Die Heizungsanlage ist neu, jedoch müssten Heizkörper und Sanitär-Installationen erneuert werden. Das selbe könnte auch für die Elekrroinstallationen gelten. Das Haus hat noch die orginalen Doppelfenster, die aber in schlechtem Zustand sind..
Auch wenn das Schätzen schwer fällt:
Auf welche Sanierungs- / Renovierungskosten muss man sich hier (600 m² Wohnfläche) einstellen?
Müssen wir alles einem Architekten überlassen oder kann man ein derartiges Projekt auch in Eigenregie durchführen?
Ist es sinnvoll ein solches Objekt ggf. in Etappen zu sanieren?
Wie sehr kann man sich bei der Rettung historischer Details (Stuckdecken) auf Fördermittel des Denkmalschutzes verlassen?
Viele Fragen, schwere Antworten, ich weiß.. aber über Schätzungen, Erfahrungen etc. würden wir uns sehr freuen!
ebenso wie über Kontakte zu "Leidensgenossen".
Danke!
  • Name:
  • S. Schoenburg
  1. sie sollten eventuell Kontakt aufnehmen

    zur Familie v. Münchhausen (is kein Scherz, die heißen wirklich so). die betreiben in ihme-roloven ihr rittergut und sind seit Ewigkeiten am renovieren. kosten sind zwar abzuschätzen, potenzieren sich aber doch, weil staatliche Förderung (wenn überhaupt) zwar zugesagt, dann aber doch gestrichen wird (tut uns echt leid!  -  ist noch harmlos) oder selbst Fachleute Mängel nicht entdecken könne, weil sie erst beim renovieren in Erscheinung treten. die wörter Geld und Vermögen bekommen dabei eine ganz neue Bedeutung. MfG Holzauge :-)
    • Name:
    • Reg2023-Herr holz
  2. Sanierundgskosten sind (und) bekannt! Es kommt halt drauf an was Sie für Qualität haben wollen.

    Foto von Edmund Bromm

    Sie sind nicht die Ersten, die ein solches Objekt instand setzen. Aber.. Sie sollten wissen, was Sie wollen.
    Ob ein Architekt der richtige Berater ist? Hierbei sind viele Faktoren zu beachten.
    Egal was manche Leute denken, eine sehr gute Info finden Sie zu diesem Thema beim Kollegen Fischer.
  3. Dem stimme ich uneingeschränkt zu

    Man mag sich über Fischer streiten, aber da kennt er sich aus.
  4. Grobkostenschätzung

    Eine Generalsanierung inkl. Modernisierung der Haustechnik kann man zum Aufbau des Finanzierungsplanes und als erste Vorausschätzung des Finanzproblems mit ca. 2000 € / sanierten Quadratmeter schätzen. Der Einspar- und Herausbleumöglichkeiten (Einsparmöglichkeiten, Herausbleumöglichkeiten) sind viele. Die meisten beschreibe ich auf meiner Homepage.
    Selbstverständlich kann man viel in Eigenleistung machen.
    Unschön aber, wenn man als Erstbauherr in die Fänge darauf spezialisierter Handwerker und sonstiger "Ratgeber" Gerät, was nicht gerade selten ist. Dann heißt es "Saving the penny and losing the pound" zu Deutsch: Mit dem Schinken nach der Wurst werfen.
    Der Link bringt einen ersten Überblick zum Gesamtproblem.
    Viel Glück!
  5. Voruntersuchungen sind unerlässlich!

    Ohne gründliche Voruntersuchungen sind die erforderlichen Restaurierungs- und Instandsetzungskosten (Restaurierungskosten, Instandsetzungskosten) nicht in den Griff zu bekommen. Erst danach kann ein Restaurierungskonzept ausgearbeitet werden, in dem, den finanziellen Mitteln und dem baulichen Zustand entsprechend, Prioritäten gesetzt werden müssen. Voraussetzung für Fördermittel durch das Denkmalschutzamt können Voruntersuchungen und Konzept sein. Hängt von der Größe des Objekts ab. Alle, die eine Dauerbaustelle mit täglichen neuen Überraschungen lieben, verzichten auf die Voruntersuchungen und wundern sich dann, dass sie 10  -  20 mal soviel wie eine fachgerechte Vorbereitung kostet für "Unvorhergesehenes" oder unkoordinierte, nicht gewerkeübergreifend geplante Maßnahmen ausgeben müssen. Diese Erkenntnis hat sich der frühere Forschungsminister Riesenhuber immerhin über 100 Mio DM kosten lassen.
  6. Idealisten?

    Hallo Herr oder Frau Schönburg!
    Sind Sie Idealit (in), haben Sie viel Zeit und Muße, haben Sie ein wenig bautechnisches Verständnis und/ oder einen guten Partner (am besten auch einen idealistischen) als fachtechnischen Berater zur Seite, sind Sie gesund, zäh und ausdauernd, pfeifen Sie finanziell nicht auf dem letzten Loch :-)?
    Ja?
    Dann wünsche ich Ihnen jede Menge Erfolg und auch viel Freude bei Ihrem Abenteuer. Aber bitte bedenken Sie bei aller rosaroten "Verliebtheit" derzeit, dass es eine echte "große" Liebe sein muss, die auch etliche Höhe und Tiefen, und noch viel Mühe und Enttäuschungen aushalten muss.
    Vielleicht noch ein paar Tipps,
    • eigene Wohnansprüche genau hinterfragen und Wohnungskonzept nach Möglichkeit gut an die vorhandene Substanz anpassen, (Prinzip Minimalintervention) Versuchen Sie nicht die Wohnansprüche des 21. Jh. einem historischen Gebäude aufzuzwingen, es wird sich vehement wehren! ;-) Und es wird sie lehren: man muss nicht alles haben, um sich wohl zu fühlen.
    • denken Sie daran, dass alle Eingriffe rückbaubar sein sollten und Finger weg von historisierendem Kitsch, aber Sie werden ohnehin Ihre Eingriffe immer mit dem Denkmalschutz abstimmen müssen. Tipp: machen Sie sich selbst vorher mit dem Bestand, der Historie, den wegselnden Bauphasen, dem Genius locci, und dem Sinn und Zweck verschiedener Details und vielem mehr zum Objekt vertraut, es wird Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

    (Man kann auch gut mit Denkmalschutzbehörden auskommen, die gezielte Absicht jemanden zu ruinieren haben die nämlich nicht und sind zu sinnvollen Kompromissen bereit, vorausgesetzt die gesamte Herangehensweise ans Objekt ist behutsam und fundiert.)

    • Lassen Sie sich unbedingt Zeit, um eine etappenweise Vorgehensweise werden Sie nicht herumkommen, finden Sie sich ab, dass es ein längere Bauphase oder gar ein permanente Aufgabe ist. Machen sie die etappenweisen Ausbauphasen auch zum Gestaltungthema.
    • Zu den Kosten kann man auch hier wieder nur noch mal eindringlich auf en "less ist more" verweisen und empfehlen jeweils immer gut zu überlegen, wann man tatsächlich Ersatz für ein Bauteiles braucht oder ob eine Reparatur noch möglich ist, weiterführende Links zu Recycling historischer Baustoffe (leider nicht immer ganz billig ):
    • http://www.branchenbuch-museum.de/6b.htm
    • http://www.borghoff.de/sonst/linklist.htm

    Summa summarum stimmen die Richtwerte des Herrn Fischer schon, aber diese Kosten sind einschließlich Arbeitsleistung, wenn sie viel reparieren und selber machen können (Vorsicht vor Selbstüberschätzung), kann das das direkt investierte Kapital minimieren. Die erwartbaren möglichen Zuschüsse für das Denkmal sollten Sie im Investitonskapital am besten gar nicht ansetzten und wenn es denn doch kommt dafür mal schön verreisen-X1234Xweil Sie haben es sich dann auch schon verdient ... ;-) (in Klammer "zwinker")
    Noch ein Tipp, fahren Sie doch mal nach Italien auf den Spuren Carlos Scarpa, oder nach Eichstädt und schauen Sie sich an, was Karl-Joseph Schattner gebaut hat, Sie werden viele Lösungen finden, wie man mit schlichten und einfachen Lösungen schöne und bisweilen kostengünstigere Ergebnisse erzielt.
    Liebe Grüße,

  7. Dazu ein Spruch aus dem Süden:

    wer z'viel Geld hätte und isch schön dumm, der kauft a alt's Haus und baut es sich um.
    Auf jeden Fall ist so was eines der letzten Abenteuer, die man in Deutschland erleben kann. Viel Spaß und viel Glück.

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