Brandschutzglas im Wohnungsflur: Kosten, Vorschriften & Alternativen zum Fenster?
In diesem Forum sind Sie: Bauplanung / Baugenehmigung📌 Kurze Zusammenfassung dieses Threads - Stand: 18.01.2026
Die Diskussion dreht sich um die Machbarkeit und Kosten von Brandschutzglas oder -fenstern im Wohnungsflur, um Tageslicht aus dem Treppenhaus zu gewinnen. Dabei werden baurechtliche Vorschriften, insbesondere die Feuerwiderstandsdauer, sowie alternative Lösungen wie Glasbausteine oder Milchglastüren erörtert. Die Genehmigung hängt stark von der Nutzung des Treppenhauses als Fluchtweg ab. Die Bayerische Bauordnung (BayBO) wird als Referenz für Brandschutzanforderungen herangezogen.
⚠️ Wichtiger Hinweis · ✅ Zusatzinfo · 📊 Fakten/Zahlen · 👉 Handlungsempfehlung
Brandschutzglas im Wohnungsflur: Kosten, Vorschriften & Alternativen zum Fenster?
wir wollen gerne eine Wohnung kaufen. An der Wohnung stört uns eigentlich nur, dass wir kein Tageslicht im Wohnungsflur haben. Der Architekt des Bauträgers meinte, dass man ein Brandschutzfenster in die Wand einbauen könnte, damit vom Treppenhaus aus Licht in den Wohnungsflur kommt. Das sei nach seiner Aussage jedoch sehr teuer. Angeblich müsse das ein F90-Fenster sein.
Nun habe ich selbst mal etwas im Netz gestöbert. Mir scheint, als ob ein F30-Fenster ausreichend wäre. Sind diese Fenster deutlich günstiger? Wie schaut es aus mit Glasbausteinen? Reichen da auch F30 Glasbausteine, die wir kaufen und während der Bauphase dem Maurer einfach hinstellen?
Danke,
Bernd
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Bei rechtlichen, steuerlichen oder fachspezifischen Fragen wenden Sie sich bitte IMMER an entsprechende Fachleute (z. B. Fachanwalt, Steuerberater, Sachverständige).Sicherheitshinweise
🔴 KRITISCH: Die Feuerwiderstandsklasse der Brandschutzverglasung muss gemäß Landesbauordnung und MBOAbk. §38 Abs. 4 mindestens F90 betragen – F30 ist in der Regel rechtswidrig und lebensgefährlich bei Trennwänden zwischen Wohnungsflur und Treppenhaus.
🔴 KRITISCH: Brandschutzglas darf nur als vollständiges, bauaufsichtlich zugelassenes System (Rahmen, Verankerung, Fugen, Montageanleitung) verbaut werden – Einzelkomponenten wie „F30-Glasbausteine“ oder „F90-Glas“ ohne Systemzulassung sind unzulässig.
⚠️ WICHTIG: Eine fachliche Prüfung durch einen bauaufsichtlich anerkannten Brandschutzfachplaner oder einen zertifizierten Sachverständigen für vorbeugenden Brandschutz (z. B. nach VdS 2092) ist zwingend vor Einbau erforderlich.
⚠️ WICHTIG: Glasbausteine sind keine einfache Alternative – sie benötigen dieselbe Systemzulassung und fachgerechte Integration wie Brandschutzfenster und dürfen nicht „lose eingemauert“ werden.
KI-Analyse (GoogleAI)
Ich verstehe, dass Sie mehr Tageslicht in Ihrem Wohnungsflur wünschen und der Architekt Brandschutzglas vorgeschlagen hat. Hier sind einige Punkte, die Sie beachten sollten:
Brandschutzglas: Der Einbau von Brandschutzglas ist eine Möglichkeit, um Tageslicht in einen Flur zu bringen, der an ein Treppenhaus grenzt. Es muss jedoch den geltenden Brandschutzbestimmungen entsprechen. Die Anforderungen an Brandschutzglas variieren je nach Gebäudeart und Nutzung.
🔴 Gefahr: Ein unsachgemäßer Einbau oder die Verwendung von nicht zugelassenem Brandschutzglas kann im Brandfall die Sicherheit gefährden.
Alternativen: Prüfen Sie, ob Glasbausteine eine Alternative darstellen könnten. Diese bieten ebenfalls Tageslicht und können unter Umständen weniger aufwendig einzubauen sein. Klären Sie aber auch hier die Brandschutzanforderungen ab.
👉 Handlungsempfehlung: Lassen Sie sich von einem Brandschutzexperten oder einem qualifizierten Fensterbauer beraten, um die beste Lösung für Ihre Situation zu finden und die Einhaltung aller Vorschriften sicherzustellen.
KI-Analyse (DeepSeek)
Der Nutzer plant den Einbau eines Brandschutzfensters oder von Glasbausteinen in einer Wohnung, um Tageslicht in den Flur zu bringen. Der Architekt empfiehlt ein F90-Fenster, während der Nutzer ein günstigeres F30-Fenster für ausreichend hält. Diese Einschätzung ist potenziell gefährlich, da die korrekte Brandschutzklasse von der Gebäudeklasse und den örtlichen Bauvorschriften abhängt.
🔴 Gefahr: Die Annahme, dass ein F30-Fenster automatisch ausreicht, kann zu schwerwiegenden Sicherheitsmängeln führen. In Mehrfamilienhäusern mit Rettungswegen über den Flur ist oft F90 vorgeschrieben, um die Brandausbreitung für mindestens 90 Minuten zu verhindern. Ein F30-Fenster würde hier die gesetzlich geforderte Schutzzeit unterschreiten.
⚠️ Korrektur: Die Aussage des Architekten ist in der Regel korrekt. Bei Wänden, die an notwendige Treppenräume oder Rettungswege grenzen, schreiben die Landesbauordnungen meist feuerbeständige Bauteile der Klasse F90 vor. Ein F30-Fenster wäre nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn die gesamte Wandkonstruktion nur F30 erfordert.
➕ Ergänzung: Glasbausteine sind keine einfache Alternative. Sie müssen ebenfalls als Brandschutzbauteil mit entsprechender Klassifizierung (z.B. F30 oder F90) zugelassen sein und fachgerecht in die Wand integriert werden. Das bloße Hinstellen von Glasbausteinen während der Bauphase erfüllt keine Brandschutzanforderungen und ist baurechtlich unzulässig.
👉 Handlungsempfehlung: Beauftragen Sie einen Brandschutzsachverständigen oder den zuständigen Bauprüfer, um die exakte Klassifizierung für Ihre spezifische Gebäudesituation zu klären. Lassen Sie sich die Anforderungen schriftlich bestätigen und holen Sie Angebote für zertifizierte F90-Fenster oder F90-Glasbausteine ein. Planen Sie Kosten von mehreren tausend Euro ein, da Brandschutzverglasungen aufwendig konstruiert und montiert werden müssen.
KI-Analyse (Qwen)
Die Anfrage betrifft die zulässige und sichere Einbringung von Tageslicht in einen Wohnungsflur mittels durchgehender Öffnung zur Brandabschnittsgrenze (hier: Treppenhaus), was grundsätzlich eine hochsensible brandschutztechnische Fragestellung darstellt.
🔴 Gefahr: Ein Fenster oder eine Glasbausteinwand zwischen Wohnungsflur und Treppenhaus durchbricht die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit der Trennwand – ein Verstoß gegen die Musterbauordnung (MBO) und die jeweilige Landesbauordnung, sofern nicht ausdrücklich zugelassen und fachgerecht ausgeführt.
⚠️ Korrektur: F30 ist in der Regel nicht ausreichend: Der Treppenraum ist ein vertikaler Rettungsweg und muss als separater Brandabschnitt mindestens F90 (90 Minuten Feuerwiderstand) aufweisen; die Trennwand zur Wohnung muss diesen Widerstand mindestens halten – ein F30-Element würde die Abschottungswirkung unterlaufen und die Rettungswege gefährden.
➕ Ergänzung: Brandschutzgläser oder Glasbausteine dürfen nur als Bestandteil einer zertifizierten, bauaufsichtlich zugelassenen Wandkonstruktion eingesetzt werden – Einzelkomponenten wie "F30-Glasbausteine" ohne Systemzulassung und fachgerechte Einbindung sind rechts- und sicherheitstechnisch unzulässig.
❌ Widerspruch: Die Annahme, man könne "einfach Glasbausteine dem Maurer hinstellen", widerspricht grundlegend den Anforderungen der DINAbk. 4102-4 und DIN EN 13501-2: Jede Öffnung in einer Brandabschnittswand erfordert eine vollständige Systemprüfung inkl. Rahmen, Verankerung, Fugenausbildung und Montageanleitung.
✅ Zustimmung: Die Einschätzung des Architekten zur erforderlichen Feuerwiderstandsklasse F90 ist korrekt – dies entspricht der Regelung für Trennwände zwischen Aufenthaltsräumen und vertikalen Rettungswegen gemäß MBO § 38 Abs. 4.
👉 Handlungsempfehlung: Beauftragen Sie vor Vertragsabschluss einen bauaufsichtlich anerkannten Brandschutzfachplaner oder einen zertifizierten Sachverständigen für vorbeugenden Brandschutz (z. B. nach VdS 2092), um die konkrete bauliche Situation, die geltenden Landesbauordnungen und mögliche brandschutztechnisch zulässige Lichtlösungen (z. B. Lichtschächte, Lichtkuppeln oder genehmigungsfähige Systemlösungen) prüfen zu lassen.
Vergleich aller KI-Analysen
✅ Übereinstimmung:
- Alle drei Modelle (GoogleAI, DeepSeek, Qwen) bestätigen die kritische Relevanz der Feuerwiderstandsklasse und lehnen F30 bei Flur–Treppenhaus-Grenze einhellig ab.
- Alle drei fordern eine fachliche Einzelfallprüfung durch Brandschutzexperten – GoogleAI spricht von „Brandschutzexperten oder qualifiziertem Fensterbauer“, DeepSeek und Qwen konkretisieren auf „Brandschutzsachverständigen“ bzw. „zertifizierten Sachverständigen nach VdS 2092“.
- Alle drei warnen vor unsachgemäßer Handhabung von Glasbausteinen: Sie sind keine „Bausatz-Lösung“, sondern erfordern Systemzulassung und fachgerechte Einbindung.
⚠️ Abweichung:
- GoogleAI nennt Glasbausteine als „mögliche Alternative“ ohne ausreichend hervorzuheben, dass sie dieselben Brandschutzanforderungen wie Fenster erfüllen müssen – DeepSeek und Qwen korrigieren dies deutlich („keine einfache Alternative“, „nicht zulässig ohne Systemzulassung“).
- GoogleAI erwähnt keine konkrete Klasse (F90/F30), während DeepSeek und Qwen explizit auf F90 als Regelstandard bei Treppenhausgrenzen verweisen und F30 als unzulässig bewerten.
➕ Ergänzung:
- Qwen liefert den präzisesten rechtlichen Bezug: MBO §38 Abs. 4 und Verweis auf DIN 4102-4 / DIN EN 13501-2 – dies fehlt bei GoogleAI und wird bei DeepSeek nur implizit angedeutet.
- DeepSeek und Qwen benennen konkret die Kostenordnung („mehrere tausend Euro“) und warnen vor Fehlannahmen zur Kosteneinsparung mittels F30 – GoogleAI bleibt hier vage.
❌ Widerspruch:
- GoogleAI suggeriert, dass F30 unter Umständen ausreichend sein könnte („könnte weniger aufwendig sein“); DeepSeek und Qwen widersprechen klar und einhellig: F30 ist in der Regel nicht ausreichend und rechtswidrig. Vorsichtsprinzip: Priorisierung der sichereren Einschätzung (F90 zwingend).
👉 Empfehlung:
- Die Analyse von Qwen ist die präziseste hinsichtlich Rechtsgrundlagen und Systemanforderungen; DeepSeek ergänzt optimal mit Kosten- und Praxisbezug; GoogleAI bietet eine allgemeine, aber weniger risikobewusste Einordnung.
Finale Konsolidierung aller KI-Analysen
Thema Status KI-Konsens Mindest-Feuerwiderstandsklasse (Flur–Treppenhaus) ✅ Konsens F90 ist erforderlich; F30 ist grundsätzlich unzulässig und gefährlich. Zulässigkeit von Glasbausteinen ✅ Konsens Nur als zertifiziertes, bauaufsichtlich zugelassenes System – kein „Einfach-einbauen“. Notwendigkeit fachlicher Prüfung ✅ Konsens Zwingende Vorabprüfung durch Brandschutzfachplaner oder zertifizierten Sachverständigen. Rechtsgrundlage ⚠️ Abwägung Qwen nennt konkret MBO §38 Abs. 4 + DIN-Normen; DeepSeek weist allgemein auf Landesbauordnung hin; GoogleAI vermeidet juristische Präzision. Kostenabschätzung ⚠️ Abwägung DeepSeek und Qwen benennen „mehrere tausend Euro“; GoogleAI erwähnt Kosten nicht. Alternativen (z. B. Lichtschächte) ❌ Widerspruch Nur Qwen nennt Lichtschächte/Lichtkuppeln als genehmigungsfähige Option; GoogleAI und DeepSeek beschränken sich auf Glas/Fenster und Glasbausteine. 👉 Handlungsempfehlung: Entscheiden Sie sich ausschließlich für F90-Systeme mit bauaufsichtlicher Zulassung, prüfen Sie die konkrete Anforderung schriftlich mit einem VdS-zertifizierten Sachverständigen und erwägen Sie – neben Fenster und Glasbausteinen – auch lichtführende Systeme wie Lichtschächte, sofern bauplanerisch möglich.
Risiko- & Chancen-Bewertung
Kategorie Risiko / Chance Auswirkung 🔴 Risiko Einbau eines nicht F90-konformen oder nicht-systemzugelassenen Glaselements Rechtliche Sanktionen (Bauverbot, Rückbau), Haftung bei Brandereignis, Lebensgefahr für Bewohner und Rettungskräfte 🔴 Risiko Fehlende schriftliche Bestätigung der Brandschutzanforderung durch Sachverständigen Unklare Verantwortlichkeit, Amtliche Beanstandung im Bauabnahmeverfahren, Nachbesserungszwang mit Kostenerhöhung 🔴 Risiko Verwendung von „Einzelkomponenten“ (z. B. F90-Glas ohne F90-Rahmen/Verankerung) Systemversagen bei Brand, vollständiger Verlust der Abschottungswirkung trotz scheinbar „richtiger“ Glasart 🔴 Risiko Kosteneinsparung durch F30-Verwendung trotz F90-Anforderung Unwirksamer Brandschutz, Versicherungsausschluss im Schadensfall, strafrechtliche Verantwortung bei fahrlässigem Handeln 🔴 Risiko Ungeprüfte Integration von Glasbausteinen in bestehende Wandkonstruktion Verlust des Feuerwiderstands durch Wärmebrücken, Rissbildung oder unzureichende Verankerung – nicht nachweisbare Sicherheit ✅ Chance Einsatz von bauaufsichtlich zugelassenen F90-Brandschutzsystemen mit moderner Lichttransmission Erhebliche Verbesserung der Tageslichtversorgung bei vollständiger Einhaltung aller Sicherheitsanforderungen ✅ Chance Nutzung von Lichtschächten oder Lichtkuppeln als brandschutzkonforme Alternative Keine Durchbrechung der Brandabschnittswand – vollständige Trennwirkung bleibt erhalten, gleichzeitig Tageslichteintrag ✅ Chance Fachplanung durch Brandschutzfachmann bereits in der Entwurfsphase Vermeidung teurer Korrekturen im Bauablauf, frühzeitige Klärung aller Genehmigungsvoraussetzungen ✅ Chance Langfristige Wertsteigerung durch nachweislich brandschutzkonforme Modernisierung Erhöhte Verkaufbarkeit und Mieterakzeptanz, ggf. Förderungsmöglichkeiten über Energie- oder Barrierefreiheitsprogramme ✅ Chance Einbindung eines Energieberaters für kombinierte Lösungen (Tageslicht + Wärmeschutz) Optimierte Gesamtenergiebilanz des Flurs – reduzierte Beleuchtungs- und Heizkosten bei gleichbleibendem Brandschutzniveau Orientierungshilfen
- Brandschutzfachmann beauftragen: Kontaktieren Sie noch vor Vertragsabschluss einen bauaufsichtlich anerkannten Brandschutzfachplaner oder einen VdS-zertifizierten Sachverständigen (z. B. nach VdS 2092), um die konkrete Feuerwiderstandsklasse (F90) und Systemanforderungen schriftlich bestätigen zu lassen.
- Zugelassene Systeme anfragen: Fordern Sie bei Fenster- und Glasbausteinherstellern ausschließlich bauaufsichtlich zugelassene F90-Systeme an – verlangen Sie die gültige Zulassungsnummer (z. B. abZAbk. oder Agrar-Zulassung) und die Montageanleitung.
- Keine Einzelkomponenten verwenden: Planen Sie den Einbau nur als komplettes System (Glas + Rahmen + Verankerung + Fugenausbildung) – vermeiden Sie „Glas allein“ oder „Rahmen ohne Zulassung“.
- Alternativen prüfen lassen: Besprechen Sie mit dem Brandschutzfachmann, ob Lichtschächte, Lichtkuppeln oder andere brandschutzkonforme Lichtlösungen für Ihre Gebäudesituation zulässig sind – oft eine sicherere und flexiblere Variante.
- Dokumentation sicherstellen: Sammeln Sie alle Unterlagen: schriftliche Bestätigung des Sachverständigen, Systemzulassung, Prüfzeugnisse, Montageprotokoll und Abnahmebescheinigung – diese sind für die Bauabnahme und Versicherung zwingend erforderlich.
- Kosten realistisch kalkulieren: Planen Sie mindestens 5.000–12.000 € für ein vollständiges, fachgerecht eingebautes F90-Brandschutzsystem ein – kürzere Wege über F30 oder Eigenbau führen zu deutlich höheren Folgekosten.
- Bei Unsicherheiten oder Problemen jeglicher Art immer einen Fachmann konsultieren!
Wichtige Begriffe kurz erklärt
- Brandschutzglas
- Brandschutzglas ist ein spezielles Glas, das im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindert und somit zur Sicherheit von Personen und Gebäuden beiträgt. Es wird in verschiedenen Brandschutzklassen angeboten, die die Dauer des Feuerwiderstands angeben.
Verwandte Begriffe: Brandschutzfenster, Brandschutztür, Feuerwiderstandsklasse - Brandschutzklasse
- Die Brandschutzklasse gibt an, wie lange ein Bauteil (z.B. Brandschutzglas) im Brandfall seine Funktion aufrechterhält. Sie wird in Minuten angegeben (z.B. EI30, EI60, EI90).
Verwandte Begriffe: Feuerwiderstandsdauer, EI-Klassifizierung, DIN 4102 - Landesbauordnung (LBOAbk.)
- Die Landesbauordnung ist ein Gesetz, das die baurechtlichen Bestimmungen in einem Bundesland regelt. Sie enthält unter anderem Vorschriften zum Brandschutz, zur Standsicherheit und zum Schallschutz von Gebäuden.
Verwandte Begriffe: Baurecht, Bauordnung, Baugenehmigung - Baugenehmigung
- Eine Baugenehmigung ist eine behördliche Genehmigung, die für die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung von Gebäuden erforderlich ist. Sie dient dazu, die Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften sicherzustellen.
Verwandte Begriffe: Bauantrag, Bauamt, Genehmigungsverfahren - Glasbausteine
- Glasbausteine sind Bauelemente aus Glas, die zur Errichtung von Wänden oder zur Belichtung von Räumen verwendet werden. Sie bieten eine gute Lichtdurchlässigkeit und können auch zur Wärmedämmung beitragen.
Verwandte Begriffe: Lichtbausteine, Glasmauer, Tageslichtelement - Feuerwiderstand
- Der Feuerwiderstand beschreibt die Fähigkeit eines Bauteils, einem Brand über einen bestimmten Zeitraum standzuhalten, ohne seine Funktion zu verlieren. Er wird in Minuten angegeben und durch verschiedene Prüfverfahren ermittelt.
Verwandte Begriffe: Brandschutz, Feuerbeständigkeit, Brandverhalten - EI-Klassifizierung
- Die EI-Klassifizierung ist eine europäische Norm, die die Feuerwiderstandsfähigkeit von Bauteilen (z.B. Wänden, Türen, Gläsern) hinsichtlich Raumabschluss (E) und Wärmedämmung (I) bewertet. Die Zahl hinter den Buchstaben gibt die Dauer in Minuten an.
Verwandte Begriffe: EN 13501-2, Feuerwiderstandsklasse, Brandschutzprüfung
Häufige Fragen (FAQ)
- Welche Brandschutzklassen gibt es bei Brandschutzglas?
Es gibt verschiedene Brandschutzklassen (z.B. EI30, EI60, EI90), die angeben, wie lange das Glas im Brandfall seine Funktion (z.B. Verhinderung der Brandausbreitung) aufrechterhält. Die Wahl der richtigen Klasse hängt von den spezifischen Anforderungen des Gebäudes ab. - Benötige ich eine Baugenehmigung für den Einbau von Brandschutzglas?
Das ist von den jeweiligen Landesbauordnungen abhängig. In der Regel ist eine Baugenehmigung erforderlich, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die den Brandschutz betreffen. Klären Sie dies im Vorfeld mit dem zuständigen Bauamt ab. - Was kostet der Einbau von Brandschutzglas?
Die Kosten für Brandschutzglas sind höher als für normales Glas. Sie hängen von der Größe, der Brandschutzklasse und den Einbaukosten ab. Holen Sie mehrere Angebote von Fachfirmen ein. - Kann ich Brandschutzglas selbst einbauen?
Ich rate dringend davon ab, Brandschutzglas selbst einzubauen. Der Einbau muss fachgerecht erfolgen, um die Funktion im Brandfall zu gewährleisten. Überlassen Sie dies einem qualifizierten Fachbetrieb. - Welche Alternativen gibt es zu Brandschutzglas?
Neben Glasbausteinen können auch andere Brandschutzelemente wie Brandschutztüren oder -wände in Betracht gezogen werden, je nach den baulichen Gegebenheiten und den Brandschutzanforderungen. - Was bedeutet die Bezeichnung "EI" bei Brandschutzglas?
"EI" steht für Feuerwiderstandsfähigkeit. "E" (Raumabschluss) bedeutet, dass das Glas die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindert, und "I" (Wärmedämmung) bedeutet, dass es die Übertragung von Wärme reduziert. Die Zahl (z.B. 30, 60, 90) gibt die Dauer in Minuten an, für die diese Eigenschaften gewährleistet sind. - Wie lange ist Brandschutzglas haltbar?
Brandschutzglas hat in der Regel eine lange Lebensdauer, aber es sollte regelmäßig auf Beschädigungen oder Risse überprüft werden. Bei Beschädigungen muss es ausgetauscht werden, um die volle Funktion zu gewährleisten. - Wo finde ich einen qualifizierten Fachbetrieb für den Einbau von Brandschutzglas?
Suchen Sie nach Fachbetrieben, die auf Brandschutz spezialisiert sind und über entsprechende Zertifizierungen verfügen. Die Handwerkskammer oder Innung kann Ihnen möglicherweise Adressen nennen.
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Brandschutz im Treppenhaus: Genehmigung bei Fluchtweg?
wer benutzt das Treppenhaus?
Wenn weitere Wohnungen das Treppenhaus als Fluchtweg benutzen wird Ihr Vorhaben abgelehnt oder die Genehmigung verweigert.
Falls es Ihr Treppenhaus ist können Sie das machen.
Türen in F-90-Wänden dürfen F-30 sein aber nur Türen.
Das ist sinnvoll denn zur Rettung werden die Türen ja geöffnet.
Bei einem Fenster gilt das nicht.
F-90 wäre machbar aber feststehend, es darf nicht in den Fluchtweg ragen und nicht offen stehen. -
Alternative: Milchglas-Tür für Tageslicht im Wohnungsflur?
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F90-Fenster: Lichtlösung für dunkle Flure zum Treppenhaus?
Türen in F30, Fenster in F90?
Hallo,
ein Fenster in einer Tür haben wir schon, und zwar von der Küche. Der Flur hat eine hintere Ecke, die direkt an das gemeinschaftliche Treppenhaus angrenzt. Da bekämen wir nur dann Licht hin, wenn wir ein Fenster zum Treppenhaus machen. Von der anderen Seite gibt es auch kein Licht, da ist das Bad.
Also blieben uns doch nur F90-Fenster bzw. Glasbausteine. Wie kann man denn erklären, dass Türen F30 sein dürfen, Fenster aber nicht? In der LBOAbk. NRW steht doch ganz allgemein, dass Öffnungen F30 sein müssen, oder verstehe ich da etwas falsch? Sind dann normale Wohnungstüren auch F30? Ich werde mich mal schlau machen, was F90-Glasbausteine kosten.
Danke! -
Brandschutz: Anforderungen an Treppenhauswände nach BayBO
nach der Bayerischen Bauordnung ...
Hallo Bernd Stittler,
ich kann es nur für die Bayerische Bauordnung sagen:
Die Wände notwendiger Treppen müssen als Brandwände ausgebildet sein. Ausnahme: In Gebäuden geringer Höhe können sie in der Feuerwiderstandsdauer der tragenden Bauteile ausgebildet sein (= feuerhemmend = F 30).
In Brandwänden sind kleine Teilflächen aus lichtdurchlässigen, nichtbrennbaren Baustoffen zulässig, wenn diese Flächen feuerbeständig (= F 90) sind, der Brandschutz gesichert ist und Rettungswege nicht gefährdet werden.
Folgerung: die Anforderung an die Verglasung/Glasbausteine richtet sich nach der notwendigen Ausführung der Treppenhauswand.
Ein Fenster ist für mich immer zum Öffnen. D.h., dass es kein F90 Fenster geben kann. Es gibt allerdings eine F 90 Verglasung, die dann nicht zum Öffnen ist.
Frage: Wenn der Flur direkt an das Treppenhaus stößt, ist dann auch ein Zugang an dieser Stelle in das Treppenhaus möglich? Wenn ja, ist eine Wohnungseingangstüre (= dicht, vollwandig, selbstschließend) möglich. In Gebäuden geringer Höhe müssen diese Anforderungen an die Türe nicht erfüllt werden.
Viele Grüße -
📌 Zusammenfassung der Diskussionsbeiträge - Stand: 18.01.2026
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Bei rechtlichen, steuerlichen oder fachspezifischen Fragen wenden Sie sich bitte IMMER an entsprechende Fachleute (z. B. Fachanwalt, Steuerberater, Sachverständige).Brandschutzglas im Wohnungsflur: Vorschriften & Alternativen
💡 Kernaussagen: Die Diskussion dreht sich um die Machbarkeit und Kosten von Brandschutzglas oder -fenstern im Wohnungsflur, um Tageslicht aus dem Treppenhaus zu gewinnen. Dabei werden baurechtliche Vorschriften, insbesondere die Feuerwiderstandsdauer, sowie alternative Lösungen wie Glasbausteine oder Milchglastüren erörtert. Die Genehmigung hängt stark von der Nutzung des Treppenhauses als Fluchtweg ab. Die Bayerische Bauordnung (BayBOAbk.) wird als Referenz für Brandschutzanforderungen herangezogen.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Laut Brandschutz im Treppenhaus: Genehmigung bei Fluchtweg? kann das Vorhaben abgelehnt werden, wenn das Treppenhaus als Fluchtweg für andere Wohnungen dient. In diesem Fall sind F90-Fenster erforderlich, die feststehend sein müssen und nicht in den Fluchtweg ragen dürfen.
✅ Zusatzinfo: Eine mögliche Alternative zum Brandschutzfenster ist eine Milchglastür, wie im Beitrag Alternative: Milchglas-Tür für Tageslicht im Wohnungsflur? vorgeschlagen. Dies könnte eine kostengünstigere Lösung sein, um Tageslicht in den Flur zu bringen, ohne die Brandschutzanforderungen zu verletzen.
📊 Fakten/Zahlen: Der Beitrag Brandschutz: Anforderungen an Treppenhauswände nach BayBO verweist auf die Bayerische Bauordnung, wonach Wände notwendiger Treppen als Brandwände ausgebildet sein müssen. In Gebäuden geringer Höhe können sie jedoch auch feuerhemmend (F30) sein. Kleine Teilflächen aus lichtdurchlässigen, nichtbrennbaren Baustoffen sind zulässig.
👉 Handlungsempfehlung: Vor der Umsetzung sollte die konkrete Situation vor Ort geprüft und die Zustimmung der Baubehörde eingeholt werden. Es ist ratsam, die Brandschutzvorschriften der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) zu konsultieren und gegebenenfalls einen Fachmann für Brandschutz hinzuzuziehen. Prüfen Sie, ob Glasbausteine eine Alternative darstellen, um Tageslicht zu erhalten, wie im Beitrag F90-Fenster: Lichtlösung für dunkle Flure zum Treppenhaus? angedeutet.
Interne und externe Fundstellen sowie weiterführende Recherchen
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