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  • 11438: "künstliches" Absaufen durch jahrzehntelanges Höherlegen der Umgebung?!

Keller

"künstliches" Absaufen durch jahrzehntelanges Höherlegen der Umgebung?!

Guten Tag;
in einem anderen Forum schrieb ich vor ca. 1 Jahr wg. Hochwasser,(künstliches Rückhaltebecken) nun kommt aber folgende Problematik:
Unser Haus (und Nebengebäude) ca. 1881 erbaut und mit das Erste im Dorf. Hier streifte vor ca. 70 Jahren ein Bach (Quellwasser). Da wir unten in einer Senke wohnen, wurde der Bach (liegt teilweise 5-20 m weit weg)in der Strasse immer mehr Verrohrt. Ein Teil ist noch offen, das ist der tiefste Geländpunkt. Das Problem ist, das ab den 50er Jahren 50 m weiter die Hauptstrasse über einen Meter aufgeschüttet wurde und nebenflächen bis Heute noch konsequent aufgeschüttet und versiegelt wird. Fakt ist, das der Teilkeller (ca 35qm) eine Grundwasserhöhe der letzten Jahrzehnte innen von ca. 30 cm hat; eine Drainage vor ca. 5 Jahren im Kellerfußboden lässt das Wasser kräftig laufen (zwischen 100-1500 Liter/Tag!)je nach Jahreszeit. Der alte Wasserspiegel ist demnach fast die Bachsole von ca. 1,10 cm unter Hoffläche. Insgesamt ist um uns (Hanglage) alles andere Höher gelegt worden, auch sämtliche Häuser der Hauptsrasse (neu 50/60/70er J.). Nun frage ich mich -hat man früher im Wasser gebaut?-
Antwort: Nein sicher nicht. Ein Nachbar gegenüber(84Jahre) sagte, als der Bach noch offen lag, war der Keller trocken. Wir haben auch Fliessboden, an dem die Kanalbaumaßnahmen der Stadt gerade gut zu knacken haben.
Da damals keine Sperrschicht (oder defekt) zu erkennen ist, Steigt das Wasser extrem Hoch, an der Wohnzimmeraussenwand bis ca. 1,00 m innen und das wäre Aussen ca. 1,40 m Hofhöhe. Da Wozi und Eßzi. nur unterkellert sind; ist der Rest auch feucht (Dielen, Fachwerk Innen). Die Wände sind im Keller 100% nass, Verkieseln geht da nicht. Ich bin gerade auf der Suche nach Produkten, Remmers, Mem-Chemie und andere erklären, das geht nicht, da die Wände zu feucht sind. Wie kann ich eine Horizontalsperre hinkriegen?
Meine Hauptfrage: Kann ich die Stadt,(als letzten Entscheider) für den hohen Wasserspiegel verantwortlich machen, da sie ja dieses Problem seit den 50er Jahren nicht erkennt?
Wer weis Rat? Das darf doch nicht sein, das alte bestehende Gebäude ignoriert werden; drumherum immer mehr Versiegelt und gebaut wird, Strassen/Gebäude hergestellt werden überall drumrum Aufgeschüttet wird und letztendlich unser Hof im Loch versinkt? Auf reges Interesse und Diskusion freut sich Jörg!

Name:

  • Jörg N.
  1. Manchmal kann man nur raten - vergessen Sie eine hochwertige Nutzung

    Wenn Sie (wie richtig formuliert) keinen Einfluss auf das Gelände ausüben können ist nur eine eingeschränkte Nutzung möglich.
    Finden Sie sich damit ab - und aus.
    Einzig die Frage, warum lassen Sie das Wasser nicht einfach im Keller? Ob das wegpumpen was bringt?
    Ist der Keller unter diesen Umständen so wichtig?

  2. Nutze den Keller ja nicht mehr!

    @Isar-Bautenschutz:
    Hallo, natürlich ist der Keller leer und ungenutzt.
    Aber nachträglich eine Wanne zu Bauen lohnt nicht. Das Problem des Trockenlegens wurde von Ihnen leider nicht angesprochen.
    Fakt ist; ob das Wasser sich dort sammelt oder nicht- die Träger der Decke Rosten stark; es herrscht Luftfeuchtigkeit wie in einer Sauna. An den Wänden schlägt sich Tau nieder. Das wasser zieht in die oberen Etagen (EGA). Das will ich nun Verhindern. Ich bitte um konstruktive Lösungen. (Druckinjektion, Vortrocknen, Edelstahlplatten einschieben, ... Kosten!)
    Danke, Jörg

    Name:

    • Jörg
  3. Welche Horizontalabdichtung soll eingebaut werden?

    Auch wenn der Keller noch so feucht ist, muss dies nicht unbedingt mit dem Erdgeschoß zusammnhängen.
    .Allgemein:
    Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit
    Zusammenfassung
    Unterschiedliche Verfahren zur Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk werden beschrieben. Auch ungeeignete Verfahren werden in diesem Zusammenhang genannt. Auf einige Risiken wird hingewiesen. Schließlich wird auf die Schwierigkeit, das jeweils optimale Verfahren für ein Objekt auszuwählen, aufmerksam gemacht.
    1 Einleitung
    Viele Hausbesitzer, Architekten und Behördenvertreter stehen vor der Frage, welches Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit für welches Gebäude geeignet ist. Dabei gibt es grundsätzliche Un-terschiede: z.B. mechanische Trennungen; Injektionen oder sogenannte elektrophysikalische Ver-fahren.
    Diese Techniken können, sofern für das jeweilige Gebäude geeignet, selbstverständlich auch mit-einander kombiniert werden. Stets aber muß von Fall zu Fall sorgfältig geprüft werden, welche Methode für welches Objekt sinnvoll ist. Eine fachkundige Beratung ist deshalb vorab sehr zu empfehlen.
    In diesem Beitrag werden die wichtigsten Verfahren kurz beschrieben. Dabei werden der Vollständigkeit halber auch unwirksame Verfahren genannt. Danach werden einige Risiken vergleichend behandelt und schließlich wird die Schwierigkeit angesprochen, geeignete Verfahren und Fachfirmen auszuwählen.
    2 Geeignete und ungeeignete Verfahren
    2.1 Mauerwerksaustausch und Unterfangung
    Gemeint ist damit das traditionelle Verfahren, das von allen Bauunternehmen und sehr oft auch mehr oder minder erfolgreich in "Eigenleistung" durchgeführt werden kann. Dabei entfernt man Stück für Stück des Grundmauerwerkes und ergänzt es entweder durch Beton oder durch Mauer-werk (einschl. einer Abdichtung)..
    Bei einer Variante wird der Mauerwerksquerschnitt über dem Fundament oder über dem Gelände ausgebrochen und anschließend eine Dichtungsunterlage (als Sauberkeitsschicht) hergestellt. Darauf kommt eine Abdichtung, und der Rest wird entweder ausbetoniert oder ausgemauert.
    2.2 Das Mauersägeverfahren
    Mit einer Schwert-, Seil- oder Kreissäge wird ein Schnitt im Mauerwerk hergestellt. Dabei ist es möglich, trocken oder naß zu schneiden.
    Diese Schnittfuge ist je nach Sägeverfahren 4 bis 15 mm dick. Anschließend wird die Abdichtung - meistens aus glasfaserverstärktem Polyester, aus Polypropylen oder auch aus Edelstahlplatten eingebaut. Die Schnitte werden nach Einlegung der Abdichtung in der Regel verkeilt. Die Keile sollen während der Arbeit die Lastenübertragung sichern. Anschließend werden die Schnittfugen an der Innen- und Außenseite provisorisch abgedichtet und der Hohlraum mit Quellmörtel verpresst.
    2.3 Das Einschlagen von nichtrostenden Chromstahlplatten
    Ohne Öffnung der Mauer wird eine 1,5 mm dicke gewellte Platte eingeschlagen. Dabei braucht man eine mehr oder weniger durchgehende Mörtelfuge.
    Der Baustoff selbst ist bei dieser Methode nicht entscheidend. Setzungen können nicht auftreten, weil die Platten ohne vorheriges Öffnen in die Mörtelfuge eingeschlagen werden. Der Mörtel wird auf diese Weise nach oben oder unten verdrängt bzw. verdichtet.
    Um den Verdrängungs- und Verdichtungswiderstand zu verringern, werden seit einiger Zeit Chromstahlplatten verwendet, die keil-bzw. pfeilförmig verformt bzw. angespitzt sind. Dadurch wird die Durchdringungsgeschwindigkeit erhöht und die Oberflächenreibung vermindert. Dieses seit mehr als zwanzig Jahren bewährte Verfahren hat sich als eines der preisgünstigsten und sichersten Verfahren erwiesen.
    2.4 Bohrverfahren mit Überlappung ( aneinander gereihte Kernbohrungen).
    Hierbei werden Löcher gebohrt (meistens mit einem Durchmesser von 8-12 cm) und so angeordnet, dass ihre Überlappungen eine durchgehende Mauertrennung erfolgt. Diese Bohrlöcher werden an-schließend mit einem dichtenden und quellfähigen Mörtel wieder ausgefüllt und somit eine sichere Abdichtung erzielt.
    2.5 Injektionsverfahren
    Eine andere Form der Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt wird mit Injektionsverfahren erreicht. Sie werden oft, weil das Injektagemittel über Bohrlöcher eingebracht wird als "Bohrlochverfahren" bezeichnet. Dabei bohrt man Löcher in die Wand und füllt sie mit sehr unterschiedlichen Injekti-onsmitteln unterschiedlicher Konsistenz.
    Die Wirksamkeit einer solchen Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hängt nicht nur von der Wahl des Injektionsmittels und dessen Wirkungsweise (kapillarverstopfend, kaplillarveren-gend), sondern auch der Ausführungsart ab. So sind z.B. Abstand, Tiefe und Durchmesser der Bohrlöcher von entscheidender Bedeutung, und außerdem, ob der jeweilige Stoff mit oder ohne Druck und in der ausreichenden Menge eingebracht wird. Der zeitliche Aspekt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn die Injektionsmittel eine gewisse Zeit, um sich zu verteilen. Die Viskosität der Injekti-onsmittel ist ebenfalls zu berücksichtigen. Soll eine Kapillarverstopfung oder eine Hydrophobierung, erzielt werden? Sehr oft ist beides erwünscht.
    Eine vorherige fachkompetente Prüfung, sowohl des Feuchte- als auch des Salzgehaltes ist genauso wichtig wie die "Verträglichkeit" der Injektionsmittel mit dem Baustoff.
    2.6 "Entfeuchtungsputze"
    Der Name dieses Verfahrens ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Kein Patent konnte bisher für die Trockenlegung einer Mauer garantieren! Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt - denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln, denn es werden nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze auf diese Weise nachtransportiert.
    " Entfeuchtungsputze" entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz.
    Sehr oft ist eine solche "Sanierung" mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich "nur" Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abgedichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw. - und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrockenlegung den entsprechenden Erfolg gehabt hat. Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre.
    2.7 "Elektro-Osmose"
    Eine weitere Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auf-taucht, ist die "Trockenlegungsart" mittels "Elektro-Osmose" (mittels elektrischer Energie soll das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden) oder anderer elektrophysikalischer Methoden.
    Dabei sind viele Parameter entschlüsselt, die "Saugfähigkeit" der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:
    Anzahl der Verzweigung der Kapillaren
    Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
    Oberflächenbenetzung dieser Kapillaren
    Weitere Fakten sind bekannt. Aus praktischen Versuchen lässt sich ermitteln, in welcher Zeiteinheit, wieviel Liter Wasser "aufgesaugt" werden, und außerdem, wie hoch diese Feuchtigkeit, in welcher Zeit aufsteigen kann. All das sind klassische physikalische Werte.
    Die Ergebnisse haben für jedermann Gültigkeit und sind nachvollziehbar. Praktische Versuche von Fachleuten bestätigen diese Ergebnisse eindeutig. Um diese Verfahren nicht weiter aufzuwerten, sollte vorab gesagt werden, dass diese in der Praxis nicht funktionieren. Es ist trotzdem erstaunlich wie viel "Fachleute" auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen. Das Verfahren ist nur deshalb so ausführlich beschrieben, damit auch der fachlich in der Elektrophysik nicht so gut ausgebil-dete Hausbesitzer versteht, um was es geht, und selbst entscheiden kann, auf was er sich einlässt.
    Für Spezialisten zum Weiterlesen!
    Wenn die " Kraft " der Saugfähigkeit ermittelt wird, ergibt sich aus den vorgenannten Fakten rein rechnerisch eine Saugleistung, die im Idealfall nur durch eine Gegenspannung von über 60 Volt kompensiert werden könnte. Es kann jetzt durchaus diskutiert werden, ob nun 30 oder 90 Volt richtig sind. Auch einem Laien wird klar, dass eine Umkehrung dieser Saugfähigkeit erforderlich ist. Das bedeutet in jedem Fall, daß eine größere Kraft aufgewendet werden muss als die der Saugfähigkeit. Es ist somit absoluter Nonsens, mit irgendeinem elektrophysikalischen Verfahren, dessen Leistung z.B. 5-10 Volt geringer ist als die der Saugfähigkeit, einen signifikanten Effekt erreichen zu wollen. Außerdem ist schon von Betrug zu reden, wenn mit sogenannten Erdstrahlablenkgeräten zum Teil primitivster Bauart eine Trockenlegung versprochen wird.
    So gibt es noch andere Fakten, die bekannt sind, und die eine Funktion verhindern; diese werden nur kurz erwähnt z.B. das Zetapotential, eine den Fachleuten bekannte Größe. Das Zetapotential entsteht dadurch, wenn Flüssigkeit in einer Kapillare transportiert wird. Dabei wurde aber festgestellt, das die Effekte des Saugens bei Ziegel und Kalkmörtel in einem umgekehrten Verhältnis zu-einander stehen.
    Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem bekannten Effekt, dass Wasser bei Anlegen von Spannungen von über 1,3 Volt zersetzt wird. Es zu einer Aufspaltung; an der Anode entsteht nasszierender Sauerstoff (sehr aggressiv) deswegen kommt es sofort zu einer Korrosion der Elektroden und an der Kathode wird Wasserstoff ( ab 4% Konzentration in der Luft liegt explosives Knallgas vor) erzeugt.
    Nun gibt es einige Sicherheitsbestimmungen, die auch am Bau einzuhalten sind, weil bei der Zersetzung von Wasser auch Wasserstoff produziert wird. Dieses Gas ist leichter als Luft; es muss dafür gesorgt werden, dass diese Räume ausreichend be- und entlüftet werden. Diese Anlagen unterliegen auch den Bestimmungen der VDE-Vorschriften.
    Aber all dies interessiert die Vertreiber solcher Anlagen offenbar nicht. Doch keine Patentanmeldung, auch keine goldene Erfindermedaille von der Messegesellschaft "X" und erst recht kein Referenzschreiben des Herrn Pfarrer "Y" aus "Z" kann Fakten aus der Welt schaffen. Ebensowenig hilft eine schöne Urkunde mit einer sehr langen Gewährleistungszeit.
    Es stellt sich hier die Frage, ob die Vertreiber wirklich wissen, was sie tun, oder ob sie einfach zu ungebildet sind. Ist vielleicht in manchen Fällen dass Wunschdenken stärker als die Vernunft? sehr oft fällt jedoch auf, daß diese Firmen schon wissen, was sie tun. Für den Hausbesitzer wird es jedoch problematisch, wenn er auf solche Verfahren hereinfällt.
    Überraschungen sind programmiert!
    Ein namhafter Hersteller hat 1995 in einer Broschüre für ein neues Injektionsmittel darauf hingewiesen, dass die meisten der auf dem Markt bekannten Produkte, die bisher eingesetzt wurden, entweder feuergefährlich, geruchsbelästigend, überteuert oder sogar extrem gesundheitsschädlich waren. Die erheblichen Preisunterschiede stören angesichts dieser beängstigenden Auflistung kaum.
    Nicht alle Injektionsmittel sind jedoch für die Unterbrechung der kapillaren Saugfähigkeit geeignet. Die Produkte, die heute angeboten werden, sollten von unabhängigen Prüfinstituten auf einwandfreie Funktion und Unschädlichkeit genau geprüft sein.
    Neben den Hinweisen der Materialhersteller gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich zu informieren, welche Produkte, Firmen und Berater weiterhelfen können.
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
    Während bei mechanischen Trennungen eine sofortige Kontrolle des Erfolges (Motto: "Was abgeschnitten ist, wird auch trocken") nachvollziehbar ist, ist dies bei Injektionsverfahren nicht so ein-fach möglich.
    Im Labor funktionieren diese Verfahren meistens gut. Am Objekt ist eine Überprüfung des Erfolges oft erst Jahren möglich, bei ungeeignetem Einsatz leider auch der Mißerfolg.
    3. Zu den Risiken
    3.1 Erschütterungen, Setzungen und Rissbildung
    Ein Verfahren, das hundertprozentig gegen alles hilft, dazu noch und außerdem preisgünstig ist und keinen Eingriff in das Mauerwerk notwendig macht, gibt es auch bei der Mauerwerktrockenlegung nicht. Es werden immer Kompromisse zu schließen sein. Entscheidend dabei ist immer Aufwand und Ergebnis.
    So ist es z.B. dringend notwendig, darüber zu diskutieren, ob es ein erschütterungsfreies Verfahren gibt. Auch das Bohren von Mauerwerk kann nicht ohne Erschütterung ausgeführt werden. Ähnlich dem Zertrümmern von Ziegelsteinen mittels eines Abbruchhammers werden dabei in etwa gleiche Kräfte freigesetzt und "erschüttern" das Mauerwerk.
    Nur bei Holz oder Metall werden die Löcher durch Spanen erzielt. Bei der Bohrung eines Lochs mit 3 cm Durchmesser schlägt der Bohrkopf jeweils eine Fläche von > 5 cm² auf den Stein, um diese Fläche zu zertrümmern. Dies kann einfach nicht erschütterungsfrei sein. Eine ähnliche Belastung wird auch durch das Einschlagen von Chromstahlplatten erzielt. Bei einer Plattenbreite von 30 cm und einer Materialdicke der Platten von 1,5 mm ergeben sich ebenfalls 4,5 cm² Einschlagfläche, und das muss eben überwunden werden. Wobei es sicher von Vorteil ist, wenn der Mörtel weicher ist.
    Ein Nachteil beim Einschlagen der Chromstahlplatten ist die Lärmbelästigung. Da es sich ansonsten aber um ein sehr sicheres Verfahren handelt, kann man diese kurzfristige Störung akzeptieren.
    3.2 Bewertung der "Erschütterungen"
    Wer heute einem Bauherren einzureden versucht, dass das Mauersägeverfahren völlig erschütterungsfrei ist, macht keine korrekten Angaben.
    So ist beim Sägen weniger das Problem des direkten Angriffs der "Sägezähne" entscheidend, sondern vielmehr die Entlastung des Mauerwerks einerseits und die Schwingung des Sägeblattes andererseits. Beim Durchschneiden von z. B. 60-70 cm dicken Mauern muss der Sägeblattdurchmesser schon mehr als 150 cm betragen. Dabei tritt eine doch ganz erhebliche "Erschütterung" bereits bei sehr geringer Unwucht auf.
    Bei manchen Baustoffen ist das Sägen nur mit Wasserkühlung bzw. Wasserspülung möglich und deswegen nicht überall problemlos einsetzbar.
    Beim Trennen (Herstellen eines Hohlraumes) ist noch zu bemerken, dass durch die unterschiedli
    chen Belastungen eines alten Gebäudes, durch Setzungen oder Nutzungsänderungen, unterschiedliche Lasten eintreten können. Diese weichen oft erheblich von den rein rechnerisch ermittelten Lasten ab. Nach einem Sägeschnitt kommt es an einigen Stellen im Gebäude zu einer Entlastung und an anderen Stellen zu einer Mehrbelastung.
    Die Verteilung der Lasten wird, bedingt durch den Sägeschnitt, kurzfristig durch Auskeilen und Auspressen vom angrenzenden Mauerwerk aufgefangen. Andere Be- oder Entlastungen können je-doch nicht wieder aufgebaut werden.
    Es wird sich ein neues "Gleichgewicht" einstellen. D.h. konkret: An Bereichen, wo gegenwärtig mehr Lasten sind, werden weniger und wo weniger waren, werden mehr. Durch diese neue Belastung kann es durchaus zu Entspannungen oder Rissen im Gebäude kommen. Diese Risse können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.
    3.3 Risse im Gebäude
    Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass selbst kleine Risse an einem Gebäude sicherlich einen Schaden (Mangel) darstellen, jedoch wird dieser oft überbewertet. Wer alte Häuser genauer inspiziert, wird auf der Such nach kleinen Spalten und Rissen schnell fündig. Insbesondere in Sturzbereichen, an Türen und in Fensternähe sind Risse immer sichtbar.
    Wenn Spundwände in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes eingerammt werden, treten allerdings wesentlich mehr Erschütterungen und Rißgefahren auf.
    Auch beim Verdichten von Baugruben oder im Straßen- und U-Bahnbau sind erhebliche Belastun-gen auch noch in der weiteren Umgebung festzustellen.
    Wenn Sie mit Anbietern darüber diskutieren, welche Verfahren sicher sind, werden Sie schnell feststellen, dass die Argumente dieser Anbieter meistens darauf abzielen, nur ihre Verfahren seien gut, während sie alle anderen Verfahren und Firmen jedoch negativ bewerten. Diese seien zu teuer, sie beschädigten das Haus, es gäbe Risse usw.
    Größte Vorsicht ist sicher gegenüber solchen Anbietern geboten, deren Argumentation nur auf langjährige Garantie aufgebaut sind und die mit eindrucksvollen Urkunden werben.
    Die besten Referenzen nützen wenig, wenn Sie nicht mindestens einen Zeitraum von 5-10 Jahren abwarten, denn vorher ist eine Überprüfung nur in den seltensten Fällen möglich. Wer weiß schon, wie das Objekt vorher "belastet" war.
    4 Die Wahl des geeignetsten Verfahrens und einer zuverlässigen Fachfirma
    Wer hilft bei der Lösung der Probleme, nämlich einen feuchten Keller trockenzulegen oder eine Querschnittsabdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk herzustellen oder den Hausschwammschaden zu beseitigen?
    Natürlich kann man sich an die Handwerkskammern, Bauinnungen, Verbraucherverbände oder an das Bauzentrum in der Radlkoferstrasse 16; München wenden. Sie sollten Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen. ..
    Doch ist es sicher nicht ausreichend, sich drei oder vier Firmen aus dem Branchenbuch herauszusuchen. Eine sorgfältige Schadensuntersuchung tut not, als nächstes die Wahl eines geeigneten Verfahrens zur Abhilfe.
    5 Eine neue Berufung: Fachingenieur für Altbau - Instandsetzung
    In den Fachhochschulen wird erst seit wenigen Jahren auf die chemischen und physikalischen Aspekte der Altbausanierung eingegangen. Der Erfahrungsschatz ist also noch eher spärlich. Es bleibt Ihnen also nicht erspart, nach wie vor viel Zeit dafür aufzuwenden, die richtige Firma auszusuchen! Bedienen sich erfahrener freier Ingenieure oder Architekten, wobei Sie sich zuvor die von ihnen bereits sanierten Objekte genau ansehen sollten.
    Erkundigen Sie sich auch bei Nachbarn und Bekannten, die bereits einschlägige Erfahrungen in Sachen Mauertrockenlegung gemacht haben, wie abgedichtet wurde und wie hoch die Kosten waren. Ob allerdings genau die gleichen Voraussetzungen wie an ihrem Objekt vorhanden sind, ist nicht so einfach zu ermitteln. Selbst wenn zwei Häuser in der gleichen Straße Feuchteschäden aufweisen, muss es nicht die gleiche Ursache haben.
    6 Literatur
    WTAA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Merkblatt (Nr. 4.4.96) Mauerwerksinjektion.
    Geschäftsstelle: Edelsbergstr. 8, 80686 München, Tel.089 / 57869727; Fax. 089 / 57869729
    Kurzfassungen aller Merkblätter sind im Internet abrufbar: http://www.wta.de
    e.mail wta@wta.de

  4. höherlegen

    der Umgebung hat keinen "erhebenden" Einfluß auf den GW-Spiegel. Die höhere Versiegelung ebenfalls nicht. Die Verrohrung des Bachs und damit der Wegfall eines Drainagewegs kann insbesondere bei Hanglage schon einen Einfluß haben.
    Bäche gibt´s eigentlich nicht in Senken, sondern in Tälern. Der wichtige Unterschied ist, daß im Tal noch Gefälle in eine Richtung ist. Auch das Grundwasser hat ein Gefälle. Wenn jetzt das Tal gesperrt wird (z.B. durch Bauwerk im Grundwasser) oder der Abfluß verlangsamt wird stellt sich ein neues Gefälle im Grundwasserspiegel ober- und unterhalb des Hindernisses ein: oberhalb flacher, unterhalb steiler.
    Der klare Nachweis eines Verschuldens der Stadt fällt schon fachlich schwer und wird teuer; abgesehen vom juristischen Problem (Eintrittszeitpunkt und erste Ursache des Schadens, welche Behörde als Verursacher...).
    Zur Abhilfe würde ich an Ihrer Stelle zunächst mal untersuchen, ob es im vorliegenden Fall nicht auch evtl. mit einer Drainage und hangabwärtigen Versickerung geht. Wie Sie den Fall beschreiben (Hanglage, verzögerte Entwässerung als wahrscheinliche Ursache) wäre das ggf. möglich.

  5. Beschreibung

    Hallo,
    der Bach ist ja nicht ganz weggefallen: Grundstück ist ca. 2800qm, knapp die Hälfte bebaut/ versiegelt (Hof). Genau Richtung Nord ist ab Mitte des Grundstückes ein Hang, ca. 500 m zum nächsten Ort ansteigend Höhenunterschied ca. 20-40 m (alles nur geschätzt). In der Richtung sind noch 4 Häuser li+re. Am Ende (70 m) ist Sackgasse, dann nur bewirtschaftete Felder. Der Bach lief oberhalb der Strasse aus Ost+West teilw. auch Drainagen des Feldes offen zusammen und dann als Graben neben der Stasse entlang direkt an der Scheune (2 m) offen Richtung Süden vorbei, macht dann ein ca. 80 ° Bogen Richtung Osten am Grundstück/ der Halle entlang, dann durch " Gärten" der Nachbarn der Hauptstrasse weiter Richtung Osten neben der Hauptstrasse (Ost/West). Vor Jahrzehnten wurde er teilweise so Verrohrt: Die Strasse bei uns (Rohrsole ca. 110 cm unter der Strasse,800er). Die Gräben sind oberhalb offen als Zuläufe. Hinter der Halle her ca. 35 m (Südseite), dann ist er wieder ca. 40 m offen. Ich habe beim Buddeln Tondrainagerohre in 2 Schächten gefunden, die ca. 120 cm tief liegen und welche "laufen"und deren Richtung zum Haus/Scheune Strasse verweist. Einer ist vorne in der Nähe des "Knickes" auf dem Hof und nimmt auch das Regenwasser der Gebäude auf, der andere ist direkt hinter der Halle (auch Regenwasser).
    Alles andere Gelände, im Westen ca. 50 m weiter zb. wurde vom Besitzer ca. 2 m aufgefüllt. Das war auch immer eine Wiese, die bei starken Regenfällen als Wasserspeicher diente, jetzt aber für gewerbliche Zwecke (Baumschule) höhergelegt wurde. Eine Strasse wurde auch letztes Jahr parallel genauso hoch gebaut, (Neue Kampstrasse)sie ist ca. 40 m von uns entfernt und führt zum Neubaugebiet.
    In den 50ern wurde die Hauptstrasse (Süden) über 1 m aufgeschüttet und der Bach, der daneben läuft, auch Verrohrt (1000er). Im Osten verläuft unser Grundstück (und die Wiesen in der Richtung ) ca. 50 cm höher. Weiter in 100 m ist das Gelände dann bis ca. 1 m höher.
    Deshalb sage ich, wir wohnen im Loch. Ich gebe gerne Flurstück und Ort bekannt, um in einer Topographischen Karte die Lage darzustellen. U.a. kämpfen die Behörden mit einer Hochwasserlösung, wollen den Bach bei uns ans Kanalnetz anschließen (pinke-pinke..!) und oben in der Sackgasse Umlegen/ Neubauen Richtung Osten. Da müssen sie nur sehr tief Graben, ca. 2-4 m. Wir Anwohner (Höfe) können uns als Mitfinanzierer wacker beteiligen (versiegelte Flächen). Nur was ist mit dem Grundwasser?
    Fakt ist, das unser Haus/Landschon immer da war, alle anderen Häuser der Südseite/Hauptstrasse erst ab den 50ern gebaut wurden, als der Bach dort Verrohrt wurde.
    Wie gesagt, wenn mal die Pumpe im Tümpel ausfällt, habe ich binnen eines Tages das Wasser schon im Keller stehen, alles schon Passiert. Die alte Eichentreppe ist unten auch ca. 35 cm kürzer abgefault, daran kann man sich dann orientieren, wenn die Pumpe mal länger ausfällt! ;)

    Name:

    • Jörg
  6. Verklagen der Gemeinde ist schwierig.

    Der Oberlieger ist immer für die Wasserabführung zur Rechenschaft zu ziehen. Bei Baumaßnahmen ( Versiegelung von Oberflächen) ist immer zu gewährleisten, dass Maßnahmen so getroffen werden, dass der Unterlieger nicht plötzlich mehr Wasser auf seinem Grund vom Oberlieger bekommt. Man beugt damit vor, dass nicht der Oberlieger plötzlich Hochwasserfluten für den Unterlieger herstellen kann. Zu diesem Zweck werden dann vom Oberlieger entsprechende Versickerungsanlagen oder Entwässerungsanlagen mit Kanal erstellt. Mit diesen Anlagen werden Fachplaner betraut, die auch für Ihre Ausführungen haften. Der Gemeinde wird aber schwerlich nachzuweisen sein, dass sie keine Berechnung für die Bachverrohrung durchführen ließ und keine öffentliche Planfeststellung stattfand.
    Wir wissen, dass 100 Liter Wasser = aus einer Badewanne in 9,15 Std. über ein Loch in Nagelgröße (2,5 mm Durchmesser) auslaufen. D.h. 6 Löcher in Nagelgröße bewirken über 1500 Liter/Tag. Umgekehrt gesagt eine Drainge mit nur 6 wirksamen Löchern führt bereits diese maximal angegebene Wassermenge ab. Es ist daher bedenklich dass man aufgrund dieser Tatsachen einen Nachweis für Wassermengenänderung für Ihr Grundstück darstellen kann.
    Sollten aber aufgrund irgendwelcher neuerer Bauplanungen, die das ganze Baugebiet intern oder extern betreffen, neue Aufschlüsse/Planfeststellungen gemacht werden, sollten Sie Ihre Fragen dort unbedingt einbringen. Eine entsprechende Begutachtung sollte darüber geführt werden.
    Unsere Erfahrung ist, dass bereits nach 5 Jahren 90 ° KG Bögen von Regenfallrohren aufreißen. Anfallendes Regenwasser schwemmt dann den Boden aus. Dies erkennt man in der Regel an dem Setzungstrichter der sich um das Fallrohr bildet. Zudem weicht dann der Boden unter dem Fundament auf. Hierdurch entstehen unterschiedliche Setzungen zwischen aufgehender Wand und Bodenplatte. Diese sind dann wiederum Ursache für mehrere Löcher von mehr als nur Nagelgröße. Diese Löcher/ Risse laufen nicht mal ganz durch die Wand hindurch, so dass eindringendes Wasser innerhalb der Mauer auch noch aufsteigen kann.
    Was ist zu tun:
    a) Beseitigung der Leckagen von Rohrleitungen unter der Bodenplatte und um das Haus herum
    b) Verfüllen der Ausschwemmungshohlräume unter der Bodenplatte zur Vermeidung weiterer Setzungen. Ist zudem der Boden unter dem Fundament verändert, weil er weicher wird infolge Wasser, sind die Fundamente zu verbreitern (Unterfangung), damit werden weitere Setzungen vermindert. Auch zusätzliche Drainagen können zur Entwässerung des Fundamentbodens beitragen.
    c) Abdichtung vorhandener Risse und Löcher, wenn möglich auch von Außen, bevor man die Drainage legt. Denn bei Rissinjektionen werden oft die Drainagen durch Verpressgut unwirksam.
    d) Erneuerung von abbröckelnden Putzen, Auftragen von Dichtungsschlämmen an der Kellerwand/ Hohlkehle, Einbringen von kapilarbrechenden Sickerpackungen.
    In Ihrem Fall ist von einer Sperrschicht (horizontale Aluplatten) als alleinige Maßnahme abzuraten. Ein Haus BJ 1881 hat in der Regel gemauerte Fundamente. Würden Sie wie angegeben sanieren, bleibt unter der Aluplatte Wasser zurück. Wechselnder Wassergehalt führt in der Regel zu einer Austragung von Bindemittel aus dem Mauerwerksfugenmaterial. Konsequenz, Sie beschleunigen den Fundamentverfall.
    Hinweise: Setzen Sie sich doch mal mit dem Amt für Denkmalpflege zusammen.
    Weitere Anregungen finden Sie auch unter
    http://www.netrafting.de
    Dipl. Ing. Univ. Roland Beck


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