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Keller

Sinnvolle Sanierungsmaßnahmen bei hellbraunen Verfärbungen und Ausblühungen an Kelleraußenwänden?

Beim Neubau unseres Einfamilienwohnhauses vor 5 Jahren haben wir uns wegen fehlender eigener Erfahrungen ganz auf den Rat und die tatkräftige (kostenlose) Mithilfe eines Bauingenieurs aus dem Bekanntenkreis verlassen. Mittlerweile habe ich aber durch Gespräche mit anderen Bauherren und Handwerkern sowie dem Stöbern in diesem Forum gewisse Zweifel an der Richtigkeit der seinerzeitigen Empfehlungen und Baumaßnahmen bekommen.
Das Gebäude ist vollunterkellert, wobei die Außenwände aus Kalksandsteinmauerwerk bestehen. Von außen wurde dieses Mauerwerk unverputzt mit einem Schwarzanstrich und anschließend mit einer einkomponentigen Dickbeschichtung in Form einer Bitumen-Kunststoff-Emulsion mit darin enthaltenen Styroporkügelchen versehen. Danach wurden mit Hilfe der Dickbeschichtung 50 mm dicke Styroporplatten zur Wärmedämmung aufgeklebt. Da durch unseren Helfer damals ein sehr hohes Tempo vorgegeben wurde, bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob die Dickbeschichtung wirklich ausreichend Zeit zum Abbinden hatte. Auf die Ausbildung einer Hohlkehle zwischen Fundamentoberkante und aufsteigendem Mauerwerk wurde nach Verweis auf deren Überflüssigkeit und den damit verbundenen Zeitaufwand verzichtet. Oberhalb der untersten Steinreihe wurde aber mit Teerpappe eine Horizontalsperre angelegt. Bei der Drainage wurden kokosummantelte Rohre von der Rolle mit 65 mm Durchmesser verwendet, da diese nach Aussage unseres Bekannten im Gegensatz zu sonst üblichen Drainagerohren ohne Ummantelung das Wasser der Umgebung "ansaugen" und gerade wegen der Kokosummantelung besser gegen Zuschlämmen geschützt sind. Diese liegen in einem Schotterbett um das Fundament herum und werden in die normale Abflusskanalisation geleitet. Der Boden ist aus Lehm und extrem wasserundurchlässig.
Von innen sind die Wände mit einem Kalkzementputz versehen und anschließend mit weißer Dispersionsfarbe gestrichen. Der Bodenaufbau besteht aus 80 mm dicken Dämmplatten, 50 mm Zementestrich und Bodenfliesen einschließlich umlaufender Sockelfliesen. Die Fugen sind mit Silikon abgedichtet.
Im den letzten 2 Jahren tauchten häufig Wasserlachen auf den Fliesen in der Nähe einiger Außenwände relativ kühler Räume auf. Dabei handelte es sich aber sicherlich um Kondenswasser. Mit dem Kauf und Einsatz eines professionellen Luftentfeuchters im letzten Sommer wie in diesem Forum häufig empfohlen haben wir dieses Problem aber mittlerweile im Griff. In der Zwischenzeit zeigen sich nun aber an verschiedenen Stellen der Außenwände (verstärkt in zwei Außenecken) hellbraune Verfärbungen und blasenförmige Abplatzungen des Farbanstrichs. An der Putzoberfläche unter dem Farbanstrich bildeten sich ausblühende Salzkristalle. Von einer ohne weiteres spürbaren Feuchte der Wände oder gar eindringendem Wasser kann aber (noch?) nicht die Rede sein. Man sieht aber schon, dass sich die beschriebenen Erscheinungen insbesondere oberhalb der Sockelfliesen aus den Ecken heraus nach und nach in die Breite ausdehnen. Auch an ganz anderen Stellen im Keller tauchten in den letzten Tagen erstmals die beschriebenen hellbräunlichen Verfärbungen meist oberhalb der Sockelfliesen auf.
Ich habe die Befürchtung, dass dies erst der Anfang ist und in den nächsten Monaten immer mehr von diesen Flecken erscheinen werden. Muss ich in Zukunft eventuell mit einem "richtigen" Wassereinbruch rechnen? Wird die Ausdehnung der Flecken irgendwann von selbst stoppen? Welche Sanierungsmaßnahmen sind notwendig und sinnvoll? Hat jemand im Forum bereits ähnliche Erfahrungen gemacht und eine Lösung gefunden? Es versteht sich sicherlich von selbst, dass ich wenig Lust habe, das ganze Haus noch einmal auszugraben. Ein Vertreter eines Herstellers von Bautenschutzprodukten hat sich unseren Keller vor einigen Monaten einmal von innen angesehen. Obwohl diese Firma auch Produkte zur Abdichtung von innen bewirbt, riet er mir offen hiervon ab und empfahl die Wiederherstellung der seiner Meinung nach schadhaften Außenabdichtung, wobei er keinesfalls bemüht war, hierfür auch gleich seine Produkte an den Mann zu bringen.
Vielen Dank für alle gutgemeinten Ratschläge!

Name:

  • Alex Müller
  1. Holen

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    Ansprechpartner: BauIng., Architekten...

  2. aus der ferne und ohne...

    Moin,
    Präjudiz.
    Bei Ihnen ist im Außenbereich offensichtlich alles falsch gemacht worden, was man falsch machen kann.
    1. Lehmiger Boden und hoher Schluffanteil = Klasse 4 = Teil 6 der DINA 18195, vermutlich aufstauendes Sickerwasser.
    2. Daraus resultierend schwarze oder weisse Wanne.
    Schwarze Wanne bei KMB nur mit Geweberverstärkung und Hohlkehle. Unter der Bodenplatte ebenfalls eine Abdichtung.
    3. Um vom Lastfall 6 in 4 zu kommen (nur bei aufstauendem Sickerwasser) kann man eine Drainung gem. 4095 + sehr durchlässigem Boden oder Drainplatten verwenden.
    Die Kokusummantelten haben mit sicherheit keine Zulassung und der Querschnitt dürfte eh zu gering sein.
    Fazit: Ohne aufbuddeln keine Sanierung.
    Grüße
    stefan ibold

  3. Verständnisfragen

    Zunächst einmal vielen Dank für die bisherigen Antworten!
    Ich bin Baulaie, daher habe ich zu den Ratschlägen von Herrn Ibold noch eine Verständnisfrage:
    Was bedeuten die Begriffe "schwarze Wanne", "weiße Wanne" und "KMB"?
    Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit zur nachträglichen Abdichtung einer Bodenplatte von unten? Persönlich kann ich mir ehrlich gesagt keine Lösung vorstellen.
    Vielen Dank nochmals!

    Name:

    • Alex Müller
  4. Googeln hilft

    deshalb in Kürze:
    KMB Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung
    schwarze Wanne: Wannenförmige Abdichtung mit bituminösen Materialien
    weiße Wanne: Herstellung einerkonstruktion aus Beton, die keine weitere Abdichtung notwendig hat. Läßt aber Wasserdampf durch. nicht verwechseln mit WU-Beton
    Nachträglich von unten abdichten geht auch. suchen sie mal nach "Vergelung" oder "Schleierinjektion". Wird aber richtig teuer und nix nix für die Firma um die Ecke.

  5. Verzweifelt...Bitte helfen...

    Die schlimme Vorahnung wurde heute morgen zur Gewissheit. Als ich den Kellerraum unterhalb unserer Garage betrat (ein anderer Raum als jene, die durch die Erscheinungen in den Außenecken auffielen) lief an zwei Stellen mitten auf der Wand Wasser als kleines Rinnsal auf den Fliesenboden hinab, auf dem sich schon eine beträchtliche Pfütze gebildet hatte. Einige weitere Stellen fühlten sich feucht an, es trat aber kein fließendes Wasser aus. Was nun?
    Um ein Aufbuddeln des gesamten Hauses werden wir nun wohl nicht umhin kommen, aber zu dieser Jahreszeit ist das doch wohl nicht anzuraten, oder? Welche Maßnahmen sollte ich jetzt bereits ergreifen? Sollte ich als Zwischenlösung zunächst eine Abdichtung von innen in Angriff nehmen oder wäre das herausgeschmisenes Geld? Führt der Wassereinbruch überhaupt zu zusätzlichen Schäden?
    In welcher Größenordnung fallen wohl Kosten für die Sanierung an? Gibt es ungefähre Schätzwerte? Ich habe wirklich keine Vorstellung. Sämtliche Kellerwände sollten freigelegt, die Außenwandabdichtung nach Lastfall 6 wieder hergestellt und auch eine DINA-gerechte Drainage eingebaut werden. Zumindest stelle ich mir so eine erfolgversprechende Sanierung vor.
    Ich habe heute morgen den Wassereinbruch auch unserem damaligen Bauingenieur vorgeführt. Er meint, dass wir abwarten sollen, da es durchaus sein kann, dass die undichten Stellen sich durch Feinstteilchen von außen wieder zusetzen. Anderenfalls sollte eine Verpressung versucht werden. Was soll ich davon halten?
    Bitte freundlich um weitere Hilfe! Die Verzweiflung bei uns ist nun ziemlich groß.

    Name:

    • Alex Müller
  6. Abdichten nach dem Prinzip Hoffnung?

    und drauf hoffen, dass sich allmählich alles zusetzt? Das halte ich für ausgemachten Quatsch. Selbst wenn sich das irgendwo etwas zusetzen sollte, wird das kaum genügen, um auf Dauer für eine trockene Wand zu sorgen. Ich vermute mal folgendes. Im Bereich der Hohlkehle dringt irgendwo massiv Wasser ein. Von hier kann sich das Wasser prima unter dem Estrich überall verteilen. Früher oder später wind die Innenwände betroffen. Es gibt keine vernünftige Hohlkehle, die Abdichtung wurde nur einlagig ausgeführt. Alles Nachlässigkeiten, die hier zu Fehlern führen. Vom Grundsatz her gehört außen aufgegraben, die Temperaturen lassen aber im Moment keine gescheite Abdichtung zu. Für das Verpressen (mit geeigneten Harzen) wollte ich keine Garantie übernehmen wollen ( woher soll man wissen, wo das Wasser tatsächlich eindringt), aber es kann die Situation, mit etwas Glück evtl. verbessern. Eine Innenabdichtung wäre, solange man außen aufgraben kann, das letzte Mittel der Wahl. Der Estrich muss dann bis auf den Rohfußboden freigelegt werden. Die unterste Steinreihe, bis zur Horizontalsperre bleibt dauerhaft nass. Schätzwerte für die Sanierung? Wie sieht die Außenanlage aus. Kann der Aushub zwischengelagert werden oder muss alles abgefahren werden. Komm ich überall noch mit dem Bagger dran, oder ist Handaushub angesagt? Muss tatsächliche die Fläche der Wandabdichtung neu abgedichtet werden? Ist die KMB durchgetrocknet oder nicht? Das müsste vorab geprüft werden, sonst gibt´s ein weites Feld für Nachträge. Die reinen, glatten Flächen sind oft genug OK, meist hapert es bei den Hohlkehlen. Ein gescheites Konzept gehört auch hier her, für einen groben Überschlag sollte man aber auch etwas gesehen haben.

  7. P. S.: Preise

    Hab ich auf meinem anderen Rechner - auch ziemlich detailliert. Müsste ich aber alles abtippen. Das dauert mir im Moment zu lang. Falls Interesse, ne Mail mit ner Telefon-Nr., dann kann ich Ihnen das durchgeben.


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