Vor 3 Wochen kam es bei einem schweren Gewittersturm zu einem Wassereinbruch in unseren Keller. Es gab temporäres Stauwasser, das über die Kellerfenster in das Haus drückte. Im Hauswirtschaftsraum stand das Wasser ca. 10 cm, in den anderen Räumen war nur in der Nähe der Fenster eine Durchfeuchtung des Teppichs.
Anschließend habe ich einen Bautrockner für 1 Woche geliehen und versucht, damit die Feuchtigkeit rauszubekommen. Ist auch ein Stück weit gelungen. Weil der Bautrockner sehr teuer im Verleih ist und weil wir in Urlaub gingen, haben wir dann 2 Wochen lang nur lüften lassen (von unserer Urlaubsvertretung).
Nun, nach 3 Wochen, sieht die Sachlage wie folgt aus:
Das Haus hat eine Beton-Fundamentplatte. Auf ihr sind die Wände aus Kalksandstein aufgebaut, dieser ist nach außen per schwarzer Dichtmasse und einer Art Styropor gedämmt. Über der Fundamentplatte kommt eine Lage Dämmstoff, und dann der Estrich (in einem Raum noch mit Fußbodenheizung).
Im gesamten Haus sind nun die Kalksandsteinwände in 20-40 cm Höhe durchfeuchtet. Ich interpretiere das so, dass die Feuchtigkeit in die Bodenplatte eingezogen ist und von dieser in die Kalksandsteinwände aufsteigt. In einem Raum, der tapeziert ist, schimmelt die Tapete.
Der Estrich ist nur an den am stärksten betroffenen Stellen noch deutlich feucht.
Meine Frage: Was nun tun? Wie bekomme ich einigermaßen kostengünstig den Keller wieder trocken? Muss ich weiter den teuren Bautrockner mieten? Oder macht es Sinn, sich im Baumarkt solche Trocknungspakete aus hygroskopischem Material zu kaufen?
Noch eine letztliche Frage: Es handelt sich um einen vor 4 Jahren von einem Bauträger in Berlin erstellten Neubau und bereits den 2. Wassereinbruch dieser Art. Die Gewährleistung in dem "Wohneigentumskauf- und -Errichtungsvertrag" beträgt 5 Jahre nach BGBAbk.. Ist es ein Fall mangelhafter Bauplanung, wenn derartige Wassereinbrüche sich häufen? Muss der Bauträger hier entsprechend nachbessern (durch Drainage oder ähnliches)?
Vielen Dank im Voraus für jegliche Hilfe.
Keller trocknen
BAU-Forum: Hochwasser
Keller trocknen
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Machen Sie bei dem Wetter
Ihre Fenster zu, es sei denn im Keller ist es wärmer als draußen. Die eindringende warme Luft kühlt sich im Keller ab, das enthaltene Wasser kondensiert an den Wänden bzw. Fußboden. Mit Lüften erhöhen Sie bei dem derzeitigen Wetter die Feuchtigkeit in Ihrem Keller. Also wieder Bautrockner frei, Tapeten und Teppiche raus, da sich der Schimmel darauf wohl fühlt. -
Keller nach einem Hochwasser trocknen
Auch wenn es für die Trocknungsempfehlung für Ihren Wasserschaden bereits zu spät ist (habe den Bericht erst jetzt zufällig entdeckt), so möchte ich für andere Betroffene wie folgt anmerken:
Nach einer Durchfeuchtung des Estrichs und der betroffenen Dämmung ist es meist nicht getan, nur Bautrockner aufzustellen (zu den Mietkosten sei angemerkt, dass sich diese bei den meisten Anbietern in einer sehr bescheidenen Miethöhe halten und viele Firmen sogar Gesamtpauschalen einräumne - einige Ausnahmen gibt es aber immer wieder ...). Ein Bautrockner macht nur dann Sinn, wenn die Feuchtigkeit oberflächlich vorhanden war. Wenn aber wie in Ihrem Fall, auch die Dämmung betroffen ist, dann ist in erster Linie eine Trocknung des Unterbodens erforderlich. In diesem Fall wird mit Spezialgebläsen trockene Luft mit Hochdruck in die Dämmschicht eingeblasen. Über Entlastungsbohrungen strömt die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft an den Raum zurück. Hier kommen die von Ihnen erwähnten Trocknungsgeräte ins Spiel: die in den Raum einströmende Feuchtigkeit wird getrocknet, und an die Gebläse weitergeleitet. Diese führen die trockene Luft wieder in den Unterbereich ein - so lange, bis die Feuchtigkeit aus diesem Bereich beseitigt ist. Sie müssen sich vorstellen: Das eingedrungene Wasser befindet sich zum Teil im Bereich der Dämmung. Die Dämmung ist vollständig durchnässt. Wohin soll dieses Wasser abdiffundieren? Und selbst wenn das Wasser durch die Betondecke nach unten (sehr sehr langsam) abgegeben wird, verbleibt trotzdem eine nasse Dämmung zwischen Beton und Estrich.
Die Wände beginnen die Feuchtigkeit anzuziehen, und in einer Kapillarwirkung zieht diese Feuchtigkeit nach oben.
Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern, teilweise trocknet die Dämmung bei ungünstigen Verhältnissen selbst nach Jahren nur unzureichend aus: Schimmel ist die logische Folge.
Es ist in derartigen Fällen also wohl oder übel die Investition in die Miete einer "mechanischen Trocknung" erforderlich.
Vergleicht man die Kosten der Trocknung mit jenen, die Schimmel und deren Beseitigung bzw. gesundheitsschädlichen Auswirkungen verursachen, sind die Kosten vergleichsweise bescheiden ...
In schwerwiegenden Fällen, also wenn z.B. das Mauerwerk stark durchfeuchtet ist, sollte überdies eine Trocknung der Wand mit der sogenannten Heizpatronentechnik durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren werden Bohrlöcher in den Wänden gesetzt, und der Trocknungsprozess der Wand durch Wärme unterstützt.
Falls es sich um ein geringeres Schadensausmaß handelt, kann durchaus mit einem Lufttrocknungsgerät das Auslangen gefunden werden. In diesem Fall sollte man sich überlegen, ob man das Gerät mietet oder kauft. Schlussendlich ist auf Grund der jährlichen Witterungs- und Klimaschwankungen eine verstärkte Kondensfeuchtigkeitsbildung in Kellern nachzuweisen, auch wenn diese nicht überflutet wurden. Zur Verhinderung von Schimmel und Folgeschäden wäre deswegen der Kauf zu überlegen. Für den einmaligen Einsatz ist aber sicherlich die Miete die günstigste Variante.
Ihr Bauberaterteam
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