Fernwärme oder Stückholzvergaser
BAU-Forum: Energiesparendes Bauen / Niedrigenergiehaus

Fernwärme oder Stückholzvergaser

Hallo zusammen,

wir wollen im Sommer mit dem Hausbau beginnen. Neben den vielen Fragen, die einem da um viele Stunden Schlaf bringen, quält mich vor allem Folgendes.

Für uns stehen bezüglich der Heizung zwei Varianten zur Auswahl! Für beide Möglichkeiten steht fest, dass Essen/Kochen/Wohnen mit einem Schwedenofen beheizt werden und dass das Haus eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mir Wärmerückgewinnung erhält. Auch wird das komplette Haus via Fußbodenheizung geheizt.

Nun die Varianten:

  1. Stückholzvergaser mit Solar (heizungsunterstützend) und 2 x 1000 Liter Puffer. (Brennholz bekomme ich kostenlos, muss ich mir hald selber schlagen)
  2. Fernwärme mit Solar (heizungsunterstützend) und 1000 Liter Puffer.

Angestrebt wird auf jede Fall KfW-70.

Mich würden einfach mal ein paar Meinungen zu beiden Varianten interessieren.

Ich bedanke mich schon mal für eure Antworten!

Viele Grüße, Stefan

  • Name:
  • Stefan
  1. Stückholz

    Stückholzvergaser würde ich nur machen, wenn die Voraussetzungen der günstigen Holzbeschaffung auch zumindest über die Lebensdauer des Kessels (i.M. 20 Jahre) gegeben sind. (Gesundheit, Nachwuchs etc.). Solare Heizungsunterstützung bietet sich zwar wegen der Pufferspeicher an, aber man kann es  -  gerade wenn man günstig an Holz kommt  -  nicht unter Amortisationsgesichtspunkten betrachten. Rechnen wird es sich über die Lebensdauer der Anlage. Für den Komfort bringt es aber was: Kein, bzw. seltenes Anheizen für Trinkwasser und Sommerheizung von Mai-September. Aus meiner Sicht wäre ein zusätzlicher Holzofen überflüssig, wenn man schon Holzvergaserzentralheizung hat. Also nur Luxus. Trinkwasser würde ich über Frischwasserstation bereiten, keinen extra Speicher mehr. Kfw-Effizienzhaus 70 wird durch den niedrigen Primärenergiefaktor sicher leicht erreicherbar sein. Für einen guten Dämmstandard sollten Sie da eher 55 oder niedriger realisieren Fernwärme hängt stark davon ab, welchen Primärenergiefaktor die Fernwärme hat.
  2. Wort fehlt

    Ein Wort fehlt hier noch, damit der Sinn stimmt: Rechnen wird es sich über die Lebensdauer der Anlage NICHT.
  3. Stückholz und Solar

    Vorteil der Kombination Solar und Stückholz: Es braucht nur einen Speicher und nur eine Warmwasserbereitung. In der Übergangszeit und im Winter kann die Solarheizung die andere Heizung entlasten, auch wenn die von der Sonne gelieferte Temperatur für das Warmwasser allein nicht mehr ausreichen würde. Man muss nichts umschalten; wenn die Sonne allein nicht ausreicht heizt man einfach zu. Der Speicher sollte in der Größe so bemessen werden, dass eine oder zwei volle Chargen des Stückholzkessels ausgenützt werden können, ohne dass die Grenztemperaturen (mindest nötige Vorlauftemperatur der Heizung, z.B. 90 Grad als Maximalspeichertemperatur) unter- bzw. überschritten (unterschritten, überschritten) werden. Beachtet man dies nicht, kann der Speicher überladen werden oder man kann den Stückholzkessl nur teilweise füllen. Rechnen tut es sich bei den aktuellen Energiepreisen nicht. Die der Zukunft kennt noch niemand  -  aber billiger wird es sicher nicht.
  4. Ich würde anders herangehen ...

    Ich würde anders herangehen nämlich: welche Leistung wird denn überhaupt benötigt? Dazu bedarf es zunächst erst mal einer Heizlastberechnung nach DINAbk. EN schießmichtot. Wenn eff 70 angestrebt wird, stellt sich die Frage, wie man das erreichen will, über wirklich gute Dämmung oder getunt durch Technik.

    Und dann kann man sich ausdenken, welche Technik genommen wird.

  5. Dämmung ...

    Dämmung rechnet sich meiner Ansicht nach selbst dann, wenn man dafür bezahlt würde, das Holz zu nehmen  -  nämlich über verbesserten Wohnkomfort und im Falle von Stückholz direkt über weniger Arbeit.

    In einer Villa Durchzug mit dünnen Wänden wird es vielleicht warm, aber nicht gemütlich.

    Bei Stückholz sehe ich die Anpassung an die benötigte Leistung nicht so kritisch. Brennkessel und Speicher müssen in Größe und Leistung zueinander passen. Ist beides zu groß geraten, muss man bloß weniger häufig einheizen. Der Wirkungsgrad der Anlage wird sich aber nicht verändern, vorausgesetzt der Pufferspeicher ist gut gedämmt.

  6. Klar ...

    Klar rechnet sich die Dämmung immer (wann taucht er auf? ... :-)).. aber nen 25 kW oder so ein modulierendes Teil von 13-30, das macht dann bei einer Heizleistung von bspw. 5000 W nicht so wirklich Sinn ...
  7. In Sachen Dämmung ...

    ist noch nichts endgültiges entschieden. Bei der Außenwand stehen noch zwei Alternativen zur Auswahl (Entscheidung fällt demnächst, wenn die Angebote für den Rohbau entsprechend eingeholt sind):

    entweder wird der Poroton T8 (Schlagmann) oder der Unipor W09 (Leipfinger-Bader) verbaut. Beides in der Wandstärke 42,5. U-Wert T8 0,18! U-Wert W09 0,20!

    Außerdem werden auf jeden Fall Kunststofffenster (7-Kammer System, 3 Dichtungen) mit Dreifachverglasung (ug=0,6) verbaut.

    Vielen Dank schon einmal für die Antworten!

    Gruß Stefan

  8. Fernwärme: Besteht Anschlusszwang?

    das gibt"s leider oft. Und dann ist die leider oft auch unverschämt teuer, die Fernwärme. Was sagt die Bauordnung Ihrer Gemeinde dazu? Und wieso eigentlich Fernwärme + Solar? Eigenartige Kombination. Ihre Idee?
  9. Fernwärme: Besteht Anschlusszwang?

    Sorry doppelt abgesandt,
  10. kein Anschlusszwang

    Bei der Fernwärme besteht kein Anschlusszwang.

    Der Anschluss würde ca. 5-6000 € kosten (inkl. Übergabestation). laufende Kosten wären dann ca. 7 ct/kw. Wie sind diese Kosten einzuschätzen?

    Fernwärme kommt aus einem nahegelegenen Blockheizkraftwerk (Hachschnitzel). Wie ist diese in Sachen Primärenergiefaktor (für KfW Standard) einzuordnen?

    Fernwärme + Solar war meine Idee, um ein bisschen unabhängiger zu sein und um evtl. auf lange Frist etwas Geld zu sparen. Ob sich das aber amortisiert, muss ich mir erst noch berechnen lassen. Oder kann man da schon eine pauschale Aussage treffen?

    Stefan

  11. In dem Fall Fernwärme ...

    In dem Fall Fernwärme ist sehr umweltfreundlich (Hackschnitzel sind CO2-neutral); das Werk hat als Großabnehmer sicher bessere Einkaufspreise und eine saubere und bezüglich Wirkungsgrad optimale Verbrennung, die man als Kleinverbraucher nicht erreicht; Sie haben keinen umbauten Raum, den Sie für Brennstofflagerung verlieren, und kaum Wartungsaufwand. Holzofen als Zusatz ist ja trotzdem möglich.
  12. Meine Meinung

    • Solar bleiben lassen (in ihrem Fall nur rausgeschmissenes Geld  -  Spende was ans Rote Kreuz, selbst der Laden kann damit was sinnvolleres anfangen. Das ökologische Gewissen ist auch mit der Fernwärme beruhigt) ,
    • Ofen kann (für die Unabhängigkeit deutlich sinnvoller als Solar).
    • Fernwärme nehmen! (7 ct/kWh ist absolut Klasse. Würde mir die Gesellschaft anschauen, die das anbietet  -  wie/was machen die in zehn Jahren  -  anfixen und dann die Preise hoch?)
  13. Danke

    Vielen Dank für die Antworten!

    Die Kombination mit Solar werde ich auf jeden Fall nochmals überdenken. Bezüglich des Heizungssystems stehen mittlerweile die Zeichen auf Fernwärme. Allerdings entschieden ist noch nichts!

    VG Stefan


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