KfW-70 Standard nach EnEV 2010
BAU-Forum: Energiesparendes Bauen / Niedrigenergiehaus

KfW-70 Standard nach EnEV 2010

Hallo zusammen,
wir planen einen Neubau in NRW, Baubeginn soll am 01.08.2010 sein.
Wir möchten erneuerbare Energien eigentlich nur im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen einsetzen, um die Investitionskosten möglichst niedrig zu halten. Ein wichtiger Punkt ist aber das zinsgünstige Kfw-70 Darlehen.
Wir haben schon lange mit unserem Generalübernehmer verhandelt, der uns immer sagte, dass wir entweder
a) mit einer Solarthermieanlage + Gasbrennwertgerät oder
b) mit einer Luft-Wärmepumpe
den Standard erreichen. Bei a) war er sich nicht sicher, man müsse es halt rechnen lassen.
Nun kam er heute um die Ecke und erzählte, es müsste nun
  • Solarthermieanlage mit einer Luft-Wärmepumpe sein.

Wir haben noch keine Preise, aber befürchten preislich Schlimmstes ...
Nun meine Fragen:
1.)
Kann es sein, dass eine solche techn. Ausstattung notwendig ist, um den Standard zu erreichen?
2.)
Lt. Generalübernehmer wird die Gebäudedämmung und die Technik separat berechnet und beide Werte müssen 70 unterschreiten. Hätte er dann nicht vorher wissen müssen, welche techn. Ausstattung erforderlich ist, um die Grenzwerte einzuhalten?
Vielen Dank und viele Grüße
Stephan

  1. Aus dem vorletzten Satz ...

    Aus dem vorletzten Satz schließe ich, Ihr habt schon unterschrieben?
  2. Dieser Satz stimmt so nicht:

    "Lt. Generalübernehmer wird die Gebäudedämmung und die Technik separat berechnet und beide Werte müssen 70 unterschreiten. "
    Die Gebäudedämmung und die Parameter der Anlagentechnik gehen beide in die EnEVAbk.-Berechnungen ein und beeinflussen sich gegenseitig.
    Ganz vereinfacht kann man sagen:
    Bessere Anlagentechnik = moderate Dämmdicken
    hohe Dämmdicken = weniger Anlagentechnik
    Ist halt ein Grundproblem viele Generalunternehmer's, Generalübernehmer's und Bauträger. Vor dem Vertrag müssten Sie erstmal den EnEV-Nachweis rechnen lassen um zu ermitteln, was alles in Technik und Dämmung benötigt wird. Wird aber nicht gemacht, weil es kostet.
  3. Dieser Satz stimmt so auch nicht ganz ...

    Dieser Satz stimmt so auch nicht ganz
    "Vor dem Vertrag müssten Sie erstmal den EnEVAbk.-Nachweis rechnen lassen um zu ermitteln, was alles in Technik und Dämmung benötigt wird. Wird aber nicht gemacht, weil es kostet. "
    Dann wäre die Zahl "unten rechts" nicht mehr so schön niedrig ... :-))
    Und schließlich verdient man doch an den Nachträgen ... :-))
    • ichwillsmilies! *
  4. Hallo, danke für die schnellen Antworten! ...

    Hallo, danke für die schnellen Antworten! Hallo,
    danke für die schnellen Antworten! Ich versuche zu sortieren:
    "Aus dem vorletzten Satz ... 28.06.10
    ... schließe ich, Ihr habt schon unterschrieben? "
    nein, haben wir noch nicht. Es wird mir nur langsam immer spanischer (die anderen Sachen konnte ich aber selbst klären) und ich müsste jetzt die Handbremse aufziehen, wenn gewollt.
    "Dieser Satz stimmt so nicht: 28.06.10
    "Lt. Generalübernehmer wird die Gebäudedämmung und die Technik separat berechnet und beide Werte müssen 70 unterschreiten. "
    Die Gebäudedämmung und die Parameter der Anlagentechnik gehen beide in die EnEVAbk.-Berechnungen ein und beeinflussen sich gegenseitig.
    Ganz vereinfacht kann man sagen:
    Bessere Anlagentechnik = moderate Dämmdicken
    hohe Dämmdicken = weniger Anlagentechnik "
    Das hätte ich auch gedacht. Er hat's aber mehrfach anders erläutert. Gibt es hierzu eine Referenz, wo ich das nachlesen könnte?
    "Ist halt ein Grundproblem viele Generalunternehmer's, Generalübernehmer's und Bauträger. Vor dem Vertrag müssten Sie erstmal den EnEV-Nachweis rechnen lassen um zu ermitteln, was alles in Technik und Dämmung benötigt wird. Wird aber nicht gemacht, weil es kostet. "
    Den Kampf habe ich lange geführt. Die Rechnung lag jetzt vor. Und das Ergebnis habe ich geschildert ...
    "Dieser Satz stimmt so auch nicht ganz ... 28.06.10

    "Vor dem Vertrag müssten Sie erstmal den EnEV-Nachweis rechnen lassen um zu ermitteln, was alles in Technik und Dämmung benötigt wird. Wird aber nicht gemacht, weil es kostet. "
    Dann wäre die Zahl "unten rechts" nicht mehr so schön niedrig ... :-))
    Und schließlich verdient man doch an den Nachträgen ... :-))

    • ichwillsmilies! * "

    Heißt: Man hält die Kosten bis zur Unterschrift möglichst niedrig, fängt dann das Rechnen an und auf einmal steigen die Kosten.  -  richtig verstanden?
    VG
    Stephan

  5. Stimmt, Stephan!

    Das war jetzt fast ein Stabreim. Und übrigens, mehr Referenz als die in diesem Forum versammelte Sachkompetenz benötigt man eigentlich nicht. Ich sage dies, weil ich dieses Forum und die Fachleute hier schon seit vielen Jahren kenne.
  6. um das noch mal ...

    um das noch mal zu ergänzen: ein Hausbauer (massiv!) wirbt wie folgt: kfw 85 schon ab 98.800 € (120 m²). Nach genauerer Durchsicht der Bau- und Leistungsbeschreibung (Baubeschreibung, Leistungsbeschreibung) stellt man fest: Heizung: Keine!
    warum? Man geht davon aus, dass Anschluss an Nahwärme erfolgt. kein Anschluss Nahwärme, kein kfw 85. Kein Anschluss Nahwärme, obiger Preis plus plus plus ...
  7. macht das soviel aus?

    N'Abend Rüdiger
    das kein Kessel kalkuliert wird in einer Gegend in der bekanntermaßen Nah- oder Fernwärme (Nahwärme, Fernwärme) genutzt wird (werden muss ggf) halt ich jetzt nicht für auffällig.
    In einer Gegend in der keine ... -Wärme angeboten wird wäre es wohl ein Fall für eine Abmahnung (evtl. mehr).
    eine Übergabestation wird gebraucht und Heizkörper/Fußbodenheizung auch ... oder meintest du dass die Heizung komplett unterschlagen wurde?
  8. Nein, der Rest ist schon drin ...

    Nein, der Rest ist schon drin So und als Übergabe kommt nen Wärmetauscher rein und gut ist.
    Die Überraschungen kommen bei der Bemusterung.
    Hättest ja lesen können vor der Unterschrift. Und im übrigen steht da ja auch ab ...
    und schlüsselfertig (aber das ist noch nen völlig anderes Thema)
  9. Hallo, "Und übrigens, mehr Referenz als ...

    Hallo, "Und übrigens, mehr Referenz als Hallo,
    "Und übrigens, mehr Referenz als die in diesem Forum versammelte Sachkompetenz benötigt man eigentlich nicht. Ich sage dies, weil ich dieses Forum und die Fachleute hier schon seit vielen Jahren kenne.
  10. Wäre super, wenn ...

    Wäre super, wenn mir nochmal jmd. die Ausführungen von Andreas Lott (s.u.) etwas näherbringen bzw. auf entsprechende Festlegungen /Beispiele verweisen könnte. Habe leider selbst im Inet keine brauchbaren Beschreibungen gefunden.
    "Dieser Satz stimmt so nicht: 28.06.10
    "Lt. Generalübernehmer wird die Gebäudedämmung und die Technik separat berechnet und beide Werte müssen 70 unterschreiten. "
    Die Gebäudedämmung und die Parameter der Anlagentechnik gehen beide in die EnEVAbk.-Berechnungen ein und beeinflussen sich gegenseitig.
    Ganz vereinfacht kann man sagen:
    Bessere Anlagentechnik = moderate Dämmdicken
    hohe Dämmdicken = weniger Anlagentechnik "
    Das hätte ich auch gedacht. Er hat's aber mehrfach anders erläutert. Gibt es hierzu eine Referenz, wo ich das nachlesen könnte?
    VG
    Stephan
  11. Nachlesen ...

    Nachlesen kann man die Anforderungen der kfw auf den Merkblättern auf der kfw-Homepage. Auch unter u.a. Link lässt sich ein ganz nettes Dokument über die Systematik der EnEVAbk. downloaden. Sind nur 65 Seiten ...
  12. Nachschlag!

    Bessere Anlagentechnik = moderate Dämmdicken
    hohe Dämmdicken = weniger Anlagentechnik
    Das stimmt nicht ganz. Prinzipiell muss man einen von der Gebäudegeometrie abhängigen Mindestwert für HT' (= spezifischer Transmissionswärmeverlust) erreichen. Das funktioniert ausschließlich über die Dämmung. Gleichzeitig muss man einen Mindestwert für Qp'' (= Primärenergiebedarf) erreichen. Will man diesen Wert verbessern, muss man entweder eine effizientere Anlagentechnik einbauen oder mehr dämmen (= weniger Verbrauch). Man kann aber nicht durch eine bessere Technik den o.a. Mindest-HT' (lso die Mindestdämmung) reduzieren.
    Beispiel:
    Beispielgebäude mit Gasbrennwertheizung, Fenster mit U. Wert 1,3, zul. HT' = 0,40 W/m²K, zul. Qp'' = 88,8 kWh/m²a.
    Wenn man jetzt eine NT-Heizung einbauen möchte, verschlechert sich Qp'' auf 90,1 kWh/m²a, also zu viel. Durch bessere Fenster (U-Wert 1,1) lässt sich der Wert auf 86,1 kWh/m²a senken. Gleichzeitig sinkt HT' auf 0,371 W/m²K.
    Umgekehrt kann man zwar durch eine Pelletheizung Qp'' auf 78,2 kWh/m²a senken, HT' ändert sich dadurch aber nicht, man darf also hier keine schlechteren Fenster einbauen.
  13. Ja, so ist es

    Deshalb steht da ja auch: "Ganz vereinfacht kann man sagen: "
    eben um dem Laien ein erstes Gefühl zu geben, um welche Stellschrauben es sich in einer EnEVAbk.-Berechnung handelt. Man kann die Ausführungen dazu immer weiter treiben, zum Beispiel über Ausführungen zu den Wärmebrückenzuschlägen, detaillierten Wärmebrückennachweisen usw., aber das sind alles Dinge, welche die Fragesteller in Erfahrung bringen können, wenn sie in den Einkauf von selbst beauftragtem Sachverstand investieren.
  14. EnEV-Berechnung eingetroffen

    Hallo zusammen,
    habe heute die Berechnung erhalten. Was mich verwundert  -  wenn ich das richtig lese, hat er sogar die Dämmung verbessert, um den KfW-Wert einzuhalten:
    vorhanden 73 % 49,3 83 % 0,273
    Referenzgebäude 100 % 67,4 100 % 0,328
    zul HT'EnEVAbk.'09 0,400
    KfW Anforderungen ...
    KfW Effizienzhaus 85 85 % 57,3 100 % 0,328 erfüllt
    KfW Effizienzhaus 70 70 % 47,2 85 % 0,279 nicht erfüllt
    KfW Passivhaus 40,0 qh ≤ 15 kWh/m²a nicht erfüllt
    Denn so, wie ich die Zahlen lese, scheitert"s an HT.
    Was mich an der ganzen Berechnung irritiert: Ich dachte, die Transmissionswärmeverluste dürfte nicht 85 % von 0,4 überschreiten (so hatte ich zumindest die Literatur verstanden). In dieser Übersicht sind es aber 85 % vom Referenzhaus ...?
    VG
    Stephan

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