Fassadendämmung im Altbau: Welche Dämmstoffdicke (WDVS) ist optimal? Kosten & Einsparung
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Fassadendämmung im Altbau: Welche Dämmstoffdicke (WDVS) ist optimal? Kosten & Einsparung

Hallo!
Ich plane eine Altbausanierung freistehendes Einfamilienhaus Baujahr'67, Außenmauern m.W. 30 cm/35 cm KS.
Der Architekt schlägt ein WDVSAbk. vor mit 10 cm Stärke (+Putz) vor. Ich möchte  -  wenn ich schon Löhne, Gerüst etc. zahlen muss  -  gerne eine dickere Isolierung (bspw. 15 cm), sofern dies sinnvoll ist.
Wer hat Tipps für mich (Literaturquellen, Internetseiten, eigene Erfahrungen), sodass ich den richtigen Mittelweg zwischen Kosten und Energieeinsparung herausfinde?
Danke.
  • Name:
  • Johannes Imping
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    Ich empfehle, bei der Wahl der Dämmstoffdicke für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVSAbk.) im Altbau mehrere Faktoren zu berücksichtigen:

    • Bausubstanz: Die vorhandene Wandkonstruktion (z.B. 30/35 cm Kalksandstein) beeinflusst den notwendigen U-Wert.
    • Gesetzliche Anforderungen: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt Mindeststandards für die energetische Sanierung vor.
    • Wirtschaftlichkeit: Eine dickere Dämmung bedeutet höhere Materialkosten, kann aber langfristig zu höheren Energieeinsparungen führen.
    • Kosten: Die Kosten für Gerüst, Montage und Putz sind unabhängig von der Dämmstoffdicke. Daher kann eine dickere Dämmung pro eingesparter Energieeinheit wirtschaftlicher sein.

    Ich würde eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung empfehlen, die die Investitionskosten den erwarteten Energieeinsparungen gegenüberstellt. Dabei sollten verschiedene Dämmstoffdicken (z.B. 10 cm, 15 cm, 20 cm) verglichen werden.

    👉 Handlungsempfehlung: Lassen Sie sich von einem Energieberater eine individuelle Sanierungsplanung erstellen, die alle relevanten Aspekte berücksichtigt.

    📖 Wichtige Begriffe kurz erklärt

    Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
    Ein WDVS ist ein System zur nachträglichen Dämmung von Fassaden. Es besteht aus Dämmplatten, die auf die Fassade geklebt oder gedübelt werden, und einer Putzschicht. Ziel ist es, den Wärmeverlust des Gebäudes zu reduzieren. Verwandte Begriffe: Fassadendämmung, Außendämmung, Dämmstoff.
    U-Wert
    Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und pro Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil hindurchgeht. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. Verwandte Begriffe: Wärmedämmung, Wärmeverlust, Gebäudeenergiegesetz (GEG).
    Gebäudeenergiegesetz (GEG)
    Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist ein deutsches Gesetz, das Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden stellt. Es legt unter anderem fest, welche U-Werte bei Neubauten und Sanierungen eingehalten werden müssen. Verwandte Begriffe: Energieeffizienz, Wärmeschutz, EnEVAbk..
    Energieberater
    Ein Energieberater ist ein Experte für Energieeffizienz in Gebäuden. Er kann eine Energieberatung durchführen, Sanierungskonzepte erstellen und bei der Beantragung von Fördermitteln helfen. Verwandte Begriffe: Energieeffizienz-Experte, Sanierungsplanung, Fördermittel.
    Kalksandstein (KS)
    Kalksandstein ist ein Mauerstein, der aus Kalk, Sand und Wasser hergestellt wird. Er zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit und gute Wärmespeichereigenschaften aus. Verwandte Begriffe: Mauerwerk, Wandbaustoff, Rohdichte.
    Wirtschaftlichkeitsberechnung
    Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vergleicht die Kosten einer Investition mit den erwarteten Erträgen oder Einsparungen. Im Bereich der Fassadendämmung werden die Investitionskosten den eingesparten Energiekosten gegenübergestellt. Verwandte Begriffe: Kosten-Nutzen-Analyse, Amortisation, Rendite.
    Fördermittel
    Fördermittel sind finanzielle Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite, die von staatlichen Stellen oder Institutionen für bestimmte Zwecke gewährt werden. Im Bereich der energetischen Sanierung gibt es verschiedene Förderprogramme für Fassadendämmung. Verwandte Begriffe: Zuschüsse, Kredite, KfW, BAFA.

    ❓ Häufige Fragen (FAQ)

    1. Welchen U-Wert sollte die Fassade nach der Dämmung haben?
      Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie gut ein Bauteil Wärme dämmt. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für sanierte Fassaden einen maximalen U-Wert vor. Dieser Wert ist abhängig vom Referenzgebäude und sollte von einem Energieberater berechnet werden.
    2. Welche Dämmstoffe sind für ein WDVS im Altbau geeignet?
      Geeignete Dämmstoffe sind beispielsweise expandiertes Polystyrol (EPS), Mineralwolle oder nachwachsende Rohstoffe wie Holzfaser. Die Wahl des Dämmstoffs hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. den bauphysikalischen Eigenschaften, den Kosten und den ökologischen Aspekten.
    3. Wie finde ich einen qualifizierten Energieberater?
      Energieberater finden Sie über die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) oder über die Architekten- und Ingenieurkammern der Länder. Achten Sie auf eine Zertifizierung und Referenzen.
    4. Gibt es Fördermöglichkeiten für die Fassadendämmung?
      Ja, es gibt verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Länder für die energetische Sanierung von Altbauten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten zinsgünstige Kredite und Zuschüsse an.
    5. Was ist bei der Anbringung des WDVS zu beachten?
      Die Anbringung des WDVS sollte von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Wichtig ist eine sorgfältige Untergrundvorbereitung, die fachgerechte Montage der Dämmplatten und die Ausführung des Putzsystems.
    6. Kann ich die Fassadendämmung selbst anbringen?
      Ich rate davon ab, die Fassadendämmung selbst anzubringen, da dies spezielle Kenntnisse und handwerkliches Geschick erfordert. Fehler bei der Ausführung können zu Wärmebrücken, Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung führen.
    7. Wie lange dauert eine Fassadendämmung?
      Die Dauer einer Fassadendämmung hängt von der Größe des Gebäudes, der Art des Dämmstoffs und den Witterungsbedingungen ab. In der Regel dauert es mehrere Wochen.
    8. Welche Rolle spielt der Schlagregenschutz bei der Fassadendämmung?
      Der Schlagregenschutz ist wichtig, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt. Dies kann die Dämmwirkung beeinträchtigen und zu Schäden an der Bausubstanz führen.

    🔗 Verwandte Themen

    • Dämmstoffarten im Vergleich
      Vor- und Nachteile verschiedener Dämmstoffe für die Fassade.
    • Fördermöglichkeiten für energetische Sanierung
      Überblick über aktuelle Förderprogramme und Antragsverfahren.
    • Feuchtigkeitsschäden bei WDVS
      Ursachen, Erkennung und Sanierung von Feuchtigkeitsproblemen.
    • Kosten einer Fassadendämmung
      Detaillierte Aufschlüsselung der Kostenfaktoren und Einsparpotenziale.
    • Rechtliche Aspekte der Fassadendämmung
      Genehmigungen, Nachbarrecht und baurechtliche Bestimmungen.
  2. Dicke WDVS

    Hallo Herr Imping,
    siehe Berechnung der EnEVAbk. hat Ihr Architekt doch sicher gemacht.
    Außerdem würde ich den Kosten/Nutzenfaktor nicht aus den Augen lassen, und wieviel Energiekosten können Sie in Zukunft einsparen  -  dazu auch ein Gesamtkonzept für die Sanierung.
    Fenster, Dach, Keller, Anlagentechnik usw., denn irgendwann wird die Dämmung (Mehrstärke) unwirtschaftlich.
    Mit freundlichen Grüßen
  3. wenn ein WDVS aus Polystyrol geplant ist

    braucht's bis 10 cm keine besonderen Maßnahmen zum Brandschutz, das könnte ein Grund für diesen Vorschlag sein.
    Die Sache mit dem richtigen Mittelweg ist nicht so einfach, da gibt es Bibliotheken zwischen Konrad Fischer und den Anhängern des Passivhauses ...
  4. Sinn

    eine alte passivhausregel besagt folgendes:
    ab 10 cm Wärmedämmung sind die kältebrücken die verlustzonen -
    beim Altbau erst mal Fensterfläche, kältebrücke am mauerfuß am Fensterdetail und am Dach optimieren, dann bringt der Einsatz von Wärmedämmung auch wieder was ...
    und Finger weg von verführern wie Fischer und Konsorten!
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