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Architekt / Architektur

Holzbalkendecke aus dem Jahre 1800 !!! Sanierungsfähig?

HAllo, ich werde mir ein haus kaufen, welches im Jahre 1800 erbaut wurde. Es ist ein Massivhaus aus Ziegelstein, verputzt.
Dieses Haus ist soweit saniert, bis auf die Decken zwischen Unter- und Obergeschoss.
Diese Decken hängen allerdings in den Zimmern mittig ca. 8-10 cm durch.
Da ich nun nicht den Boden aufreissen kann,um Nachzuschauen, bevor ich den Bau gekauft habe, stellt sich für mich die Frage,
ob und unter welcher Zurhilfenahme von Mitteln eine solche Holzbalkendecke saniert werden kann.
Abreissen und neue Balken?
T-Träger einziehen?
Betondecke?
oder so lassen und mit GFKA-Leichtbeton, die mit den Balken durch Verbundschrauben verbunden wird die Decken egalisieren.
DAmit hätte die Decke eine neue Tragbarkeit und würde sich nicht weiter durchbiegen.(GFBA-Verfahren zur Verfestigung und Nivellierung instabiler Holzdecken bzw. Böden)http://www.stonesign.de/decke.html
Vorausgesetzt ist natürlich, dass Balkenköpfe nich beschädigt sind durch Schwamm, Nässe oder ähnliches.
Was wäre zu empfehlen?
Wie hat man eigendlich erfahrungsgemäß im 1800 jahrhundert die Decken verbaut, stabieler als heute (Holzdecken), weniger belastbar, Rundhölzer, also Stämme,?
KAnn mir hier jemand Auskunft geben?
da ich dieses Haus noch nicht gekauft habe, möchte ich zumindest vorher wissen, was für Kosten für eine Deckensanierung ca. auf mich zukommen würden, für 3 Zimmer, ca. 65 Quadratmeter Wohnraum.
10000 Euro, mehr? oder weniger?
Wäre super, wenn mir jemand ein wenig mit Infos aushelfen könnte
Danke im Voraus.
Mfg
Timo

Name:

  • Timo Kösters
  1. Wenn die

    begrenzenden Wände tragfähig sind, können sie sogar die Decke durch einfügen von zwei Stahlträgern (HEB) höhengleich, sanieren. Die Kosten halten sich in Grenzen.
    Sie sollten vor allen Dingen einen Statiker mit der Aufgabenstellung beauftragen.
    Alle anderen Verfahren (z.B. Holz-/Beton-Verbunddecke) erhöhen die Aufbaustärke der Decke.

  2. kosten?

    jedenfalls deutlich niedriger.
    auch wenn die planung ach so schrecklich viel geld kostet ;-))
    voraussetzung (klar, sozusagen das kleingedruckte):
    "einigermassen" intakte balkenauflager...
    "momentan einigermassen" ausreichende deckentragfähigkeit...
    (durchgefaulte balken saniert man nicht - die werden ausgetauscht)
    bevor ein sanierungskonzept aufgestellt wird, sollte die decke NICHT planlos
    aufgerissen werden - das verursacht ziemlich sicher unnötige kosten (nicht
    nur arbeitslohn, sondern auch entsorgung)
    die sanierung sollte auf jeden fall "minimalinvasiv" erfolgen - das schont nachhaltig
    den geldbeutel.
    betondecke als ersatzmassnahme: die teuerste variante!
    nicht der beton selbst - aber der vollabbruch, temporäre hilfsmassnahmen,
    einbau unter erschwerten bedingungen...
    stahlträger als ersatzmassnahme:
    einbauprobleme, statische probleme - s. link 1
    "gfb" .. ohne bauaufsichtliche zulassung (hab jedenfalls nix gefunden). nach DINA? wohl kaum ..
    verstärkung durch aufgeschossene/nt.geleimte holzplatten wäre denkbar, wenn´s
    der tragwerksplaner absegnet.
    leistungsmässig on top: hbv-decke - s. link 2
    erhebliche verbesserung von

    • tragfähigkeit
    • durchbiegung
    • schwingung
    • brandschutz

    dabei kann die bestehende konstruktion i.w. ungeöffnet bleiben - es werden nur
    bauaufsichtlich zugelassene verbindungsmittel und estrich eingebaut.
    "i.w." deshalb, weil e. bereichsweise untersuchung seriöserweise dazugehört!
    obligatorisch: rossi´s "wer billig plant, baut teuer"!
    sanierungskosten können um den faktor 6 (!) schwanken...
    die beiden links beantworten wohl noch viel mehr fragen :-)

  3. Um ein Öffnen werden Sie wohl nicht herumkommen

    wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen.
    Vermutlich sind die Balken vom Querschnitt für die Spannweite zu klein dimensioniert. Als wesentliche Last innerhalb der Deckenkonstruktion ist Lehm zu vermuten. Bevor hier zusätzliche Lasten durch egalisierende Platten o.ä. eingebracht werden, würde ich den ggf. vorhandenen Lehm zwischen den Balken durch eine Isoself-Schüttung ersetzen, um so die Gesamtkonstruktion zu entlasten und dann erst den Boden ausgleichen. Sicherlich würde auch ein Träger oder Holzbalken (dieser sogar optisch)als Unterzug gute Dienste leisten, allerdings gehe ich beim benannten Baujahr von niedrigen Raumhöhen aus, so das es nicht zu realisieren sein wird. Aber alles nur vermutlich und eventuell siehe Anfang des Beitrags!

  4. Danke für die Tips, aber benötige genaue Erleuterung, sorry, bin noch Laie

    Danke für die regen Antworten.
    Wie kann ich das verstehen:
    ---die Decke durch einfügen von zwei Stahlträgern (HEB) höhengleichen?
    unter die Deckenbalken, als zusätzliche Stütze, oder Einbringen in die Decke?
    ---verstärkung durch aufgeschossene/nt.geleimte holzplatten?
    Egalisieren mit Perlite und dann Spanplaten auflegen, so dass egalisiert ist?
    ---ein Träger oder Holzbalken (dieser sogar optisch)als Unterzug?
    Wie das?
    verstehe ich so: quer unter die Zimmerdecke des Untergeschosses, also unter die Decke, damit diese sich nicht mehr weiter durchbiegen kann?
    Stimmt, die Zimmerdecken des Untergeschosses sind wahrlich nicht hoch, aber wenn so zu realisieren, drückt man dann mit dem Träger oder Balken als Unterzug die Decke wieder höher und gerade, also in Form oder unter die tiefste Stelle der durchhängenden Decke einfach unterziehen, so dass sie dort nur aufliegt?
    Mit dem Lehm, das leuchtet mir ein, hab ich noch gar nicht dran gedacht, aber ist aber nachvollziehbar.
    Danke schon mal im Voraus für die Erleuterungen.
    Mfg
    Timo

    Name:

    • Timo Kösters
  5. jaja, das Fachjargon...

    Die schadhaften Balken in einem Abrasionsgebälk mit einem distalen Kantenaufbau mit parapulpärer Stiftverankerung versehen, damit es nicht zur Fraktur innerhalb des Kunstoffs kommt. (bekanntermaßen wirkt der Stift als Sollbruchstelle).
    ---
    das war (sinngemäß) aus: http://www.minimalinvasiv.de
    :-)

    Name:

    • Herr JDB
  6. Ein Gedicht...

    Das Einfügen von zwei Stahlträgern H E B
    bleibt das Geheimnis vom Norbert Basqué
    Wir wollen wissen was die bringen,
    doch das können wir nicht erzwingen.

    Name:

    • Herr JDB
  7. @Johannes

    habe so bereits mehrere Altbaudecken saniert. Die Stahlträger wurden dabei (Tragfähigkeit der Wände vorausgesetzt oder neu geschaffen), senkrecht zur Laufrichtung der Balken eingebracht.
    Decke aufgemacht, Balken in 3 Felder eingeteilt, mittleres Stück mit Kettensäge herausgetrennt,Stahlträger über die so entstandenen Balkenköpfe gelegt, Mittelstück der Balkendecke angepaßt und eingelegt. Balken durch Querhölzer in der Lage gesichert.
    Die so entstandenen Decken konnten wieder auf eine Höhe gebracht werden, das Schwingverhalten ist erheblich verbessert worden und es konnte die ursprüngliche Höhe beibehalten werden - ohne mit Unterzügen arbeiten zu müssen.
    Wie gesagt: die parallel zum Balken laufenden Wände müssen ausreichend tragfähig sein.

  8. jau, das funktioniert wohl...

    ist halt das gegenteil von minimalinvasiv ;-)
    wenn´s ohne beschädigung geht und die spannweiten passen - gut.
    kosten? je nach beschädigung der deckenuntersicht...
    "eigentlich" statikers liebling ... nur die zimmerleut´ mögens nicht ;-)
    ich weiss auch, warum :-))
    ich weiss auch, was ich an hbv hab ..

  9. Tolle Beschreibung, aber als Laie nicht nachvollziehbar, bitte genauer beschreiben, danke.

    Danke für den Tip.
    Also ich verstehe ihre Methode so:
    Stahlträger wird QUER zur Balkenlage eingebracht(Senkrecht wäre ja hochkant)
    Dann die Balken in 3 Felder?
    Mittleres Stück herausgetrennt?
    Von den Balken? Dann wären die Balken ja geteilt und würden ohne Mittelstück nach unten stürzen!!!
    Mittelstück über die so entstanden Balkenköpfe?
    Die Balkenköpfe befinden sich doch als Auflager in der Wand, oder täusche ich mich?
    Darauf dann den Träger?
    Warum dann die Balken in der Mitte teilen und Stück heraussägen?
    Mittelstück der Balkendecke angepaßt und eingelegt?
    Worin, in den zuvor geschaffenen Holraum, wo sie vorher ausgesägt wurden?
    Also tut mir leid, als Laie liest es sich so, wie ich es jetzt wiedergegeben habe.
    Habe bisher noch keine Decke gemacht, bin Handwerker, aber bei dieser Beschreibung kann ich mir nichts anderes darunter vorstellen so wie ich es nun wiedergegeben habe.
    Hätte ich schon einmal eine Decke nach ihrem verfahren saniert, wüsste ich bestimmt sofort, was sie meinen, aber so, sorry.
    Vielleicht können sie es verständlicher Schreiben, für einen, der es noch nicht gemacht hat, damit man es sich bildlich aus dem Text vorstellen kann, vielleicht ein Bild oder Link?
    Danke im Voraus.
    Gruss
    Timo

    Name:

    • Timo Kösters
  10. Du verstehst nix - Das ist auch gut so.

    Denn ich (Schweinchenerkenner!) habe das massive Gefühl, daß du da ohne Statiker rangehen willst !?
    wie mls schreibt: Die Lösung von Norbert Basqué ist maximalinvasiv!
    Beispiel:
    Man könnte glauben, man solle den Raum in Balkenrichtung in 3 gleiche Teile aufteilen.
    Das kann böse enden ! Dann kann man u.U. den Nachbarraum, der eigentlich ok war, gleich mitsanieren!
    Also liebe Laien: Ihr müßt das nicht verstehen.
    Genauere Erklärungen wird es hier nicht geben.
    Die Gefahr, daß Selberbastler einfach draufloslegen ist einfach zu groß.

    Name:

    • Herr JDB
  11. Jetzt der ultimative Bastlertip für minimalinvasive Portemonnaiebelastung ...

    , der natürlich von Anfang an in der Luft lag:
    Balken belassen wie sie sind.
    Oben ausgleichen.
    Das ist doch auch eine nette Herausforderung.
    Wenig Bares eingesetzt, dafür einiges an Zeit und als Belohnung eine akzeptable Lösung.
    Alle anderen Lösungen bitte nicht ohne

    • Bestandsaufnahme durch Fachmann (Statiker)
    • Lösungsvorschläge durch Fachmann (Statiker)
    • Berechnung durch Fachmann (Statiker)

    - Überwachung durch Fachmann (Statiker)
    ---
    @mls:
    Danke für die neue Vokabel.
    Die ist jetzt fest 'gebucht'.
    :-)

    Name:

    • Herr JDB
  12. Danke, ich frage am besten Fachleute!

    Danke für nichtnützliche Tips.
    Ich wollte einen Lösungsvorschlag haben, wie es gemacht wird, wie es geht und was man in der Regel macht.
    Ich habe das Haus noch nicht gekauft, wollte vorher wissen, was möglich ist und was nicht, um Kosten vorher einschätzen zu können.
    Wenn dies hier nicht der richtige Platz ist, Begriffe sachrerecht erklären zu KÖNNEN, tja, dann muss ich halt an Profis halten, die es erklären können, so, dass man es versteht.
    Eigendlich schade.
    mfg
    Timo

    Name:

    • Timo Kösters
  13. oh man,

    ziehst genaue die richtige Schlußfolgerung und bist auch noch sauer.
    Mehr geht nun wirklich nicht hier im Forum, ohne Inaugenscheinnahme.
    Vieles ist vom Zustand der Balken abhängig. Den kennst nichteinmal Du.
    Willst Du die Katze nicht im Sack kaufen, dann geht es nur mit ÖRTLICHER Untersuchung.

    Name:

    • Herr JDB
  14. wer lesen kann ist klar im vorteil!

    was denn noch?!


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