Baufinanzierung

Guter Plan oder Schwachsinn?

Hallo liebe Experten,

Was meint Ihr zu unserem Plan?
Wir (37 J, 2 Klein-Kinder) wollen evtl. bauen oder kaufen weil wir aus unserem derzeitig gemieteten Haus ausziehen müssen.

Unser Haushaltsnetto liegt bei ca. 4.500 (eher etwas mehr in den meisten Monaten, Kindergeld wird von den Betreuungskosten komplett aufgefressen). Wir haben ca. 80.000 EKA und wollen uns ein Haus kaufen oder bauen, bis ca. 380.000 . Hier in Bayern ist was vernünftiges leider nicht darunter zu bekommen.

Bei einer angenommen Rate von 1.400 und einem Tilgungssatz von nur 1 % denke ich auch, dass wir uns das leisten können. Der Kredit würde dann 44 Jahre laufen, was wir natürlich eher nicht mehr abzahlen können in unserem Leben - und das ist der Knackpunkt, wir wollen das Haus auch gar nicht abbezahlen...Nur im Jetzt schön leben und dann evtl., nach 25-30 Jahren wieder verkaufen. Mir ist klar, dass wir so ordentlich Geld in den Sand setzten werden, aber mit einem gemieteten Objekt tun wir das ja auch, und wir haben den Vorteil, dass wir jetzt nach dem Bauen erstmal so leben können wie wir das wollen. Eine Lebenversicherung bekommen wir mit ca. 100.000 auch noch ausgezahlt und auch eine Erbschaft wird später (hoffentlich) noch anstehen. So können wir evtl. das Haus entweder doch abbezahlen oder mit einem Erlös aus dem Hausverkauf + Lebensversicherung im Alter noch in einer kleinen Wohnung glücklich werden. Wer muß, wenn er alt ist noch in einem riesen Haus sitzen, Renovierungskosten inkl. Auch könnte es doch zu einer Inflation in den nächsten Jahren kommen, die dann auch unsere Schulden mindert.

Was haltet Ihr von dem Plan? Darf man diesen Plan eigentlich der Bank mitteilen, oder gibt man dann einfach als Sicherheit für später noch die Lebensversicherung an, und gut ist..?

Danke für Eure Einschätzung, Eure Susi Superfrau ;-)

Name:

  • Susi Superfrau
  1. Diese Gedanken

    sind eher unüblich, meist will jemand sein Haus bezahlen, den Kindern vererben usw.

    Die Bank wird sicher etwas irritiert sein, denn bei diesem Einkommen und den derzeitigen Zinsen ist es im Normalfall bedenklich, wenn nur 1% getilgt werden kann/soll. Den Gedanken mit der Inflation o.ä. sollten Sie sehr schnell wieder 'entdenken', zumindest der Bank gegenüber. Auch das 'schön leben, im hier und jetzt' steht dem üblichen Fall, dass zumindest auf einige Dinge verzichtet wird vollkommen entgegen. Neubauten verlieren sehr schnell an Wert, insofern ist 1% Tilgung vermutlich gerade das, was an Wertverlust/Jahr ansteht. Addieren Sie mal die auflaufenden Zinszahlungen gegen die geleistete Tilgung -> ich halte es für (nicht mein Wort) Schwachsinn
    Wenn dahinter die Annahme steckt, für 1400/Monat mehr 'eigenes' als 'gemietetes' Haus bekommen zu können, vergessen Sie nicht die laufenden Kosten, Grundsteuer wird z.B. ziemlich sicher in den nächsten Jahren steigen (müssen). Anfangskosten (Notar, Genehmigungen, Planung) müssten auch auf die Zeit umgelegt werden. Mein Alternativgedanke: Haus suchen, das die Erben als Mamas Haus nicht verkaufen wollen, aber auch nicht selbst nutzen können. Langfristigen Mietvertrag, evt. auch mit annehmbarer Staffelmiete, 80T in Umbau stecken (und damit den Mietpreis drücken). Schreiben Sie doch mal auf, was Sie wollen/nicht wollen und fangen von dort aus an, über Möglichkeiten nachzudenken, es gibt sicher noch mehr. Ach ja, gute Häuser sind vorausschauend geplant und lassen sich im Alter z.B. auch mit wenig Aufwand verkleinern (Einliegerwohnung, Pflegewohnung usw).

  2. Nur weil etwas unüblich ist...

    ...ist es noch lange nicht schlecht, und in unserem Fall wahrscheinlich die Beste Lösung zu tollem Haus zu kommen und dabei unser gutes Leben zu behalten. Auf unsere Putzfrau werden wir aber trotzdem vorerst verzichten, weil sie die"obligatorische" Einschränkung ansprechen. Für ein tolles Haus zahlt man eben, so oder so, ob in Miete oder auf unsere Art. Und wer weiß vielleicht tilgen wir ja nach 15 Jahren auch höher, weil ich dann wieder Vollzeit arbeiten kann und mein Mann beruflich aufsteigt, was zu erwarten ist. Vielleicht haben wir dann auch keine Lust mehr auf ein Leben auf dem Land und wollen gleich in die Stadt zurück, und Bauen um zu vererben....? Ich weiß nicht was das Leben bringt, wie alt wir werden, wie alt unsere Kinder werden, etc. Wenn wir bauen können mit 1% Tilgung, werden wir das evtl. tun. Uns ist es wirklich wichtiger, die Raten sicher zu bezahlen, angenehm zu leben und evtl. das Haus später einfach nicht zu behalten. Besser als ein gemietetes Haus umzubauen, bei welchem einem einfach nichts gefällt, von den Bodenbelägen bis Hin zum Grundstück. Finanziell ruinieren werden wir uns wahrschl. nicht, denn hier im Einzugsgebiet einer sehr großen Stadt werden die Grundstücke immer wertvoller. Im schlimmsten Fall ist das EKA und jeden Menge anderes Holz futsch, aber no Risk, no Fun :-)

    Name:

    • Susi Superfrau
  3. Hallo Susi Sorglos ;-)

    Ich bin kein Finanzexperte, sondern der Betreiber dieser Plattform, der sich Ihren Thread ausgesucht hat, um seine neue Wiki-Funktionalität zu testen - http://www.bau.de/forum/forum-wiki.php ;-)

    Vor mir liegt gerade ein Heft mit Thema: "Die Generation grenzenlos - ich will alles - ein Porträt der Jugend von heute".

    Wenn Sie meine Tochter wären, dann würde ich Sie fragen: "Wer hat Dir denn eine solche Einstellung beigebracht", aber ich hätte Verständnis für Ihre Einstellung und ich würde Sie unterstützen - nicht erst beim Erben ;-)
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    Als weiterer Wiki-Tester würde ich ergänzen: "...und bring' mir diese Einstellung nicht meinen Enkelkindern bei" ;-)

  4. Kann den Gedanken nachvollziehen. Wir sind ...

    ... auch erst vor 3 Jahren umgezogen und wollten mieten, für eine Familie mit 4 Kindern findet man aber nicht so schnell was passendes. Das was dann eine solche Wohnung kostet, kostet mich auch der Kredit.

    Die Frage ist aber dann, wenn die Kinder weg sind, wer braucht dann ein großes Haus.

    Verkaufen ist kein Thema, WENN es dann noch Käufer gibt. Die Wirtschaftliche Lage sieht mir nicht danach aus. Die Immo-Blase in München + Umland wird auch irgendwann platzen. Nur weil es heute so ist, wird es nicht so in Zukunft gehen können. Wirtschafts-Wachstum ist momentan eine Exponentialfunktion. Die wir aber alleine schon Mathematisch nicht so bleiben können. Und da stehen wir kurz davor (siehe Griechenland). Pech wer dann nach der "Reform" Schulden hat.

    Die Frage wäre eher die: Wer garantiert Ihnen in xx Jahren, dass das Haus jemand kauft, zumindest zu dem Preis, den Sie benötigen zum Rückzahlen Ihres Darlehens. Denn wenn Banken keine Kredite mehr geben, oder nur zu sehr hohen Zinsen, gibts für die Häuser keine Käufer und damit extrem fallende Preise (siehe USA). In früheren Zeiten in DE (Weimarer Republik mit Hyperinflation), gabs ganze Häuser für 1 Unze Gold. Nur mal so aus der Geschichte geplaudert. Leider lehrt uns Geschichte, dass wir nichts draus lernen und sich diese wiederholt.

    In Amerika würde das wohl gehen. Schlüssel der Bank geben und dann soll die schauen, wie sie die Hütte und den Restkredit geregelt bekommt.

    Aber das geht in DE so nicht. Schauen Sie sich einfach ihre (zukünftige) Grundschuldurkunde an. Stichwort: Zwangsvollstreckung, sie haften nicht nur mit dem Grundstück+Haus sondern mit Ihrem gesamten Vermögen. Pech wenn am Ende wenige Geld da ist als der Kredit noch zu bezahlen hat. Dann haben Sie kein Haus und doch noch Schulden.

    OK, wenn die Kinder das dann bezahlen, deren Problem, aber immer dran denken,...sei nett zu Deinen Kindern, denn Sie suchen Dir das Altenheim aus.
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    Ein anderer Wiki-Nutzer: "...sei nett zu Deinen Kindern, denn Sie suchen Dir das Altenheim aus" - ja, da is' was dran!

  5. O.k.,

    aus dem zweiten Beitrag geht recht klar hervor, dass die Entscheidung steht. Ob dann andere Meinungen dazu noch sinnvoll sind?
    Unüblich bedeutete keine Wertung, weder gut noch schlecht. Es bedeutet nur, dass Banken, wenn sie die zu Grunde liegenden Gedanken kennen, dieses Projekt wohl eher unter 'mal gründlicher prüfen' einsortieren werden. Hausbau ist nun einmal in D (wie der Prof auch schreibt, USA oder UKA wäre das ganz normal) ein langfristiges Projekt und Ameisen werden lieber als Kunden gesehen als Grillen. Also: LVA und EKA angeben und fertig. Beim Gedanken an unsere Finanzierung musste ich übrigens ziemlich grinsen, dass ich offenbar als bausparender Bedenkenträger rübergekommen bin :)
    Es ist ja offenbar schon beschlossen, also viel Erfolg und fähige Planer und Handwerker!


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