eine heute "moderne" Vollsparrendämmung geplant. Wenngleich das Wort im Angebot nicht auftaucht, wurde eine Dämmung entsprechend der Sparrendicke zugesichert "je nachdem 14-16 cm".
Nachdem mir von einer Firma erzählt wurde, es gibt keinen Altbau mit dickeren Sparren als 16 cm und von 5 Dachdeckern keiner bereit war, vor dem Angebot, zur Sicherheit die Sparren zu messen, habe ich halt akzeptiert. Nach der Auftragserteilung bat ich als Erstes die Sparren zu messen. Der Dachdecker Maß den Sparren also vor dem Ausbau des ersten Dachziegels: Ergebnis 20 cm.
Jetzt gab es schon Ärger, weil auf einmal 20 cm Dämmung zu bestellen waren statt nur max. 16.
Beim nochmaligen Messen stellte sich heraus: Es sind doch 22 cm Sparrendicke!
Anfänglich ließ ich mich überzeugen, dass sei nicht schlimm; EnEVAbk. ist mit 032er Klemmfilz schon "übererfüllt". Bei weiterem Lesen wurde mir aber "klar", bzw. befürchte ich: Jetzt habe ich statt einem "unbelüftetem" Dach (bzw. nur mit einer Belüftungsebene zw. Konterlattung und USB) ein "belüftetes" Dach (bzw. mit 2 Lüftungsebenen), also ein Kaltdach so wie früher gebaut, aber unter ganz anderen Bedingungen z.B. kälterer innerer Luftschicht Aufgrund dicker Dämmung, für das ganz andere Normen gelten:
- Die Luft muss nach oben ja durch Konvektion "raus" können
- Es sind nur 2 cm zwischen Dämmung und USB, was wohl lüftungstechnisch grenzwertig ist
- Es gibt neue Risiken wg. Feuchtigkeit
- Die USB darf wohl nicht ganz bis zum First reichen, sondern wird 5 cm weiter abgeschnitten. Damit ist die Regendichtheit ja wieder unvollständig!
- Ich habe doch keine Ahnung, ob die Lüftungs-Schlitze an den Sparren auf der inneren Ebene wirklich zur Entlüftung ausreichen, die DINAbk. Norm (200 Quadratzentimer zw. den Sparren oder so) hilft mir da wenig, da kommt man kaum ran.
- Es soll ein Ceramic First von Creaton werden, der wirbt ja damit, sehr gut zu lüften, ich hoffe, das stimmt auch.
Nun bin ich ganz verunsichert, und überlege schon, ob ich vor Fertigstellung des Daches einen Gutachter kommen lassen soll, oder alles aufreißen, den Klemmfilz raus und 22 cm Klemmfilz rein, oder nur auf der noch unversehrten Nordseite,
oder ob ich das der Dachdeckerfirma aufbürden kann ... die haben das ja verursacht.
2 cm "Nachdämmen" ist ja wohl kaum möglich, weil es solchen Klemmfilz nicht gibt (ISOVER UKF ist 2,4 cm dick, da beult es sich dann vielleicht wieder mit anderen Nachteilen), und anderes Dämm-Material schafft wieder Wärmebrücken an Übergängen und nur 2 cm Dicke gibt es ja kaum ...
Was soll ich tun? Wie gesagt, eine Dachseite ist sogar noch unversehrt?
PS: Kann ich bei Kaltdach beim First auf einer First-Trennung bestehen, dass keine Konvektion zwischen wärmerer (fast Süd) - und kälterer Dachseite (fast Nord) entsteht?