Aufsteigende Feuchtigkeit im Altbau: Ursachen, Sanierung & Kosten der Horizontalsperre?
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Aufsteigende Feuchtigkeit im Altbau: Ursachen, Sanierung & Kosten der Horizontalsperre?

Hallo!
Wir sind gerade dabei ein altes Bauernhaus von 1911 zu sanieren/renovieren und dabei ist folgendes Problem aufgetreten:
Im Wohnzimmer unten im Erdgeschoss sind sowohl die Bodendielen entlang der Wände als auch die Fußleisten total verrottet. Es riecht modrig und auf der Rückseite der Fußleisten sind auch alte (dunkle) Pilz-Mycellen zu sehen.
Hinter den Fußleisten ist die Wand ganz offensichtlich feucht.
Ab ca. 5  -  10 cm oberhalb des Dielenbodens sind die Wände wieder trocken.
Paradoxerweise ist der Keller aber "relativ" trocken. Natürlich ist eine gewisse Grundfeuchte vorhanden (wie bei fast allen alten Kellern in der Straße), aber es ist nicht so, dass Salze auskristallisieren oder sich gar Pfützen auf dem Boden bilden. Der Vorbesitzer hat Unmengen von Holz im Keller gelagert und von Schimmelbildung ist hier keine Spur.
Der Keller ist übrigens nicht gedämmt, weder von innen noch von außen.
Hinzu kommt auch, dass sich der Dielenboden im Erdgeschoss ungefähr 40 cm über dem Bürgersteig/Erdreich befindet  -  man begeht das Haus über eine kleine Treppe und steht dann also oberhalb des
Erdreichs.
Insofern frage ich mich nun, ob die feuchten Wände im Erdgeschoss nicht eher von schlechtem Lüften, Kondenswasser, etc. kommen oder ob doch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Keller die Ursache sein könnte.
Bis vor ca. 3 Monaten wurde das Haus von einem alten Ehepaar (92 und 87 Jahre alt) bewohnt und ich tippe erstmal auf unzureichendes Lüften/Heizen.
In dem Zusammenhang: Die Experten schreeben häufig von "Trennung des Wandquerschnitts zwischen Keller und Erdgeschoss gegen aufsteigende Feuchte". Was genau ist darunter zu verstehen?
Und reicht es aus, wenn ich den feuchten Putz bis auf ca. 50 cm von der Wand schlage, alles gut austrocknen lasse und anschließend wieder neu verputze?
Und: Da ich die alten Dielen im EGAbk. eh rausnehmen muss  -  sollte eine Dampfsperre installiert werden?
Ich bedanke mich im Voraus für jegliche Tipps!
Viele Grüße
Oliver
  • Name:
  • Oliver Jaeger
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    Sicherheitshinweise

    🔴 Gefahr: Schimmelbefall kann gesundheitsschädlich sein. Tragen Sie bei der Entfernung Schutzkleidung und Atemschutz.

    🔴 Gefahr: Durchfeuchtetes Mauerwerk kann die Statik des Gebäudes beeinträchtigen. Lassen Sie die Statik von einem Fachmann überprüfen.

    GoogleAI-Analyse

    Hallo Oliver,

    Ich verstehe, dass Sie in Ihrem Bauernhaus von 1911 Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit haben, die sich durch verrottete Bodendielen und Fußleisten im Erdgeschoss äußert. ? Dies deutet auf ein Problem mit der Horizontalsperre hin, die entweder fehlt oder defekt ist.

    Mögliche Ursachen für die Feuchtigkeit:

    • Fehlende oder defekte Horizontalsperre: Dies ist die wahrscheinlichste Ursache, da sie das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die Wände verhindern soll.
    • Hoher Grundwasserspiegel: In Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel kann Feuchtigkeit leichter in das Mauerwerk eindringen.
    • Schlechte Belüftung: Unzureichende Belüftung kann die Feuchtigkeit im Haus erhöhen und die Schimmelbildung begünstigen.
    • Kondenswasserbildung: Besonders in schlecht gedämmten Bereichen kann Kondenswasser entstehen und zu Feuchtigkeitsproblemen führen.

    Ich empfehle folgende Maßnahmen:

    • Ursachenforschung: Lassen Sie von einem Bausachverständigen die genaue Ursache der Feuchtigkeit feststellen.
    • Horizontalsperre erneuern/einbauen: Je nach Ursache und Bausubstanz gibt es verschiedene Verfahren, z.B. Mauersägeverfahren, Injektionsverfahren oder elektroosmotische Verfahren.
    • Keller abdichten: Eine Abdichtung des Kellers kann das Eindringen von Feuchtigkeit reduzieren.
    • Für ausreichende Belüftung sorgen: Regelmäßiges Lüften hilft, die Feuchtigkeit im Haus zu reduzieren.
    • Schimmel entfernen: Entfernen Sie den Schimmel fachgerecht, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

    👉 Handlungsempfehlung: Bevor Sie mit der Sanierung beginnen, lassen Sie eine umfassende Analyse der Bausubstanz durchführen und holen Sie Angebote von Fachfirmen ein.

    📖 Wichtige Begriffe kurz erklärt

    Aufsteigende Feuchtigkeit
    Aufsteigende Feuchtigkeit ist das Phänomen, bei dem Wasser aus dem Erdreich durch Kapillarwirkung in den Wänden eines Gebäudes nach oben transportiert wird. Dies tritt häufig in älteren Gebäuden auf, die keine oder eine beschädigte Horizontalsperre haben. Die Feuchtigkeit kann zu Schäden an der Bausubstanz und zur Bildung von Schimmel führen.
    Verwandte Begriffe: Kapillarwirkung, Horizontalsperre, Mauerfeuchtigkeit.
    Horizontalsperre
    Eine Horizontalsperre ist eine wasserundurchlässige Barriere, die in das Mauerwerk eines Gebäudes eingebracht wird, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu verhindern. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Feuchtigkeitsschutzes in Gebäuden.
    Verwandte Begriffe: Vertikalsperre, Bauwerksabdichtung, Feuchtigkeitssperre.
    Kapillarwirkung
    Kapillarwirkung ist die Fähigkeit von Flüssigkeiten, in engen Röhren oder porösen Materialien gegen die Schwerkraft aufzusteigen. Dies geschieht aufgrund der Oberflächenspannung der Flüssigkeit und der Adhäsionskräfte zwischen Flüssigkeit und Material.
    Verwandte Begriffe: Adhäsion, Kohäsion, Oberflächenspannung.
    Schimmelpilz
    Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die in feuchten Umgebungen wachsen und sich durch Sporen verbreiten. Sie können gesundheitsschädliche Auswirkungen haben und Schäden an Materialien verursachen. Schimmelbildung ist oft ein Zeichen für Feuchtigkeitsprobleme in Gebäuden.
    Verwandte Begriffe: Myzel, Sporen, Feuchtigkeitsschaden.
    Bausubstanz
    Die Bausubstanz umfasst alle festen Bestandteile eines Gebäudes, wie Mauerwerk, Fundamente, Decken und Dächer. Der Zustand der Bausubstanz ist entscheidend für die Stabilität und Lebensdauer des Gebäudes.
    Verwandte Begriffe: Tragwerk, Mauerwerk, Fundament.
    Mauersägeverfahren
    Das Mauersägeverfahren ist eine Methode zur nachträglichen Installation einer Horizontalsperre, bei der ein Schlitz in das Mauerwerk gesägt und eine wasserundurchlässige Schicht eingebracht wird.
    Verwandte Begriffe: Injektionsverfahren, Horizontalsperre, Sanierung.
    Injektionsverfahren
    Das Injektionsverfahren ist eine Methode zur nachträglichen Installation einer Horizontalsperre, bei der eine wasserabweisende Substanz in das Mauerwerk injiziert wird, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern.
    Verwandte Begriffe: Mauersägeverfahren, Horizontalsperre, Sanierung.

    ❓ Häufige Fragen (FAQ)

    1. Was ist aufsteigende Feuchtigkeit?
      Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn Wasser aus dem Erdreich durch Kapillarwirkung in den Wänden eines Gebäudes nach oben steigt. Dies tritt häufig in älteren Gebäuden ohne oder mit defekter Horizontalsperre auf. Das Wasser transportiert Salze, die an der Oberfläche auskristallisieren und Schäden verursachen können.
    2. Wie erkenne ich aufsteigende Feuchtigkeit?
      Anzeichen für aufsteigende Feuchtigkeit sind feuchte Wände im unteren Bereich, abblätternde Farbe, Putzschäden, Schimmelbildung und Ausblühungen von Salzen an der Wandoberfläche. Oft riecht es auch modrig.
    3. Welche Risiken birgt aufsteigende Feuchtigkeit?
      Aufsteigende Feuchtigkeit kann zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz führen, die Wohnqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Probleme durch Schimmelbildung verursachen. Zudem können Heizkosten steigen, da feuchte Wände schlechter isolieren.
    4. Was ist eine Horizontalsperre?
      Eine Horizontalsperre ist eine wasserundurchlässige Schicht, die in das Mauerwerk eingebracht wird, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu verhindern. Sie wird üblicherweise nachträglich in ältere Gebäude eingebaut.
    5. Welche Verfahren gibt es zur Sanierung aufsteigender Feuchtigkeit?
      Es gibt verschiedene Verfahren zur Sanierung, darunter das Mauersägeverfahren, das Injektionsverfahren, die elektroosmotische Methode und das Einbringen von Blechen. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Bausubstanz und dem Grad der Durchfeuchtung ab.
    6. Kann ich aufsteigende Feuchtigkeit selbst sanieren?
      Die Sanierung aufsteigender Feuchtigkeit ist komplex und erfordert Fachkenntnisse. Ich empfehle, einen Fachbetrieb zu beauftragen, um Folgeschäden zu vermeiden.
    7. Wie viel kostet die Sanierung aufsteigender Feuchtigkeit?
      Die Kosten für die Sanierung variieren je nach Verfahren, Umfang der Schäden und Größe des betroffenen Bereichs. Eine genaue Kostenschätzung kann nur nach einer Besichtigung durch einen Fachmann erfolgen.
    8. Wie kann ich aufsteigender Feuchtigkeit vorbeugen?
      Vorbeugende Maßnahmen umfassen den Einbau einer funktionierenden Horizontalsperre, eine gute Drainage rund um das Gebäude und regelmäßiges Lüften, um die Luftfeuchtigkeit im Haus zu reduzieren.

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  2. Welches Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit

    Foto von Edmund Bromm

    Unterschiedliche Verfahren zur Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk werden beschrieben. Auch ungeeignete Verfahren werden in diesem Zusammenhang genannt. Auf einige Risiken wird hingewiesen. Schließlich wird auf die Schwierigkeit, das jeweils optimale Verfahren für ein Objekt auszuwählen, aufmerksam gemacht.
    1 Einleitung
    Viele Hausbesitzer, Architekten und Behördenvertreter stehen vor der Frage, welches Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit für welches Gebäude geeignet ist. Dabei gibt es grunddsätzliche Unterschiede: z.B. mechanische Trennundgen; Injektionen oder sogenannte elektrophysikalische Verfahren.
    Diese Techniken können, sofern für das jeweilige Gebäude geeignet, selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden. Stets aber muss von Fall zu Fall sorgfältig geprüft werden, welche Methode für welches Objekt sinnvoll ist. Eine fachkundige Beratung ist deshalb vorab sehr zu empfehlen.
    In diesem Beitrag werden die wichtigsten Verfahren kurz beschrieben. Dabei werden der Vollständigkeit halber auch unwirksame Verfahren genannt. Danach werden einige Risiken vergleichend behandelt und schließlich wird die Schwierigkeit angesprochen, geeignete Verfahren und Fachfirmen auszuwählen.
    2 Geeignete und ungeeignete Verfahren
    2.1 Mauerwerksaustausch und Unterfangung
    Gemeint ist damit das traditionelle Verfahren, das von allen Bauunternehmen und sehr oft auch mehr oder minder erfolgreich in "Eigenleistung" durchgeführt werden kann. Dabei entfernt man Stück für Stück des Grundmauerwerkes und ergänzt es entweder durch Beton oder durch Mauerwerk (einschl. einer Abdichtung)..
    Bei einer Variante wird der Mauerwerksquerschnitt über dem Fundament oder über dem Gelände ausgebrochen und anschließend eine Dichtungsunterlage (als Sauberkeitsschicht) hergestellt. Dar- auf kommt eine Abdichtung, und der Rest wird entweder ausbetoniert oder ausgemauert.
    2.2 Das Mauersägeverfahren
    Mit einer Schwert-, Seil- oder Kreissäge (Seilsäge, Kreissäge) wird ein Schnitt im Mauerwerk hergestellt. Dabei ist es möglich, trocken oder nass zu schneiden.
    Diese Schnittfuge ist je nach Sägeverfahren 4 bis 15 mm dick. Anschließend wird die Abdichtung  -  meistens aus glasfaserverstärktem Polyester, aus Polypropylen oder auch aus Edelstahlplatten eingebaut. Die Schnitte werden nach Einlegung der Abdichtung in der Regel verkeilt. Die Keile sollen während der Arbeit die Lastenübertragung sichern. Anschließend werden die Schnittfugen an der Innen- und Außenseite (Innenseite, Außenseite) provisorisch abgedichtet und der Hohlraum mit Quellmörtel verpresst.
    2.3 Das Einschlagen von nichtrostenden Chromstahlplatten
    Ohne Öffnung der Mauer wird eine 1,5 mm dicke gewellte Platte eingeschlagen. Dabei braucht man eine mehr oder weniger durchgehende Mörtelfuge.
    Der Baustoff selbst ist bei dieser Methode nicht entscheidend. Setzungen können nicht auftreten, weil die Platten ohne vorheriges Öffnen in die Mörtelfuge eingeschlagen werden. Der Mörtel wird auf diese Weise nach oben oder unten verdrängt bzw. verdichtet.
    Um den Verdrängungs- und Verdichtungswiderstand (Verdrängungswiderstand, Verdichtungswiderstand) zu verringern, werden seit einiger Zeit Chromstahlplatten verwendet, die keil- bzw. pfeilförmig (keilförmig, pfeilförmig) verformt bzw. angespitzt sind. Dadurch wird die Durchdringungsgeschwindigkeit erhöht und die Oberflächenreibung vermindert. Dieses seit mehr als zwanzig Jahren bewährte Verfahren hat sich als eines der preisgünstigsten und sichersten Verfahren erwiesen.
    2.4 Bohrverfahren mit Überlappung (aneinander gereihte Kernbohrungen).
    Hierbei werden Löcher gebohrt (meistens mit einem Durchmesser von 8-12 cm) und so angeordnet, dass ihre Überlappungen eine durchgehende Mauertrennung erfolgt. Diese Bohrlöcher werden anschließend mit einem dichtenden und quellfähigen Mörtel wieder ausgefüllt und somit eine sichere Abdichtung erzielt.
    2.5 Injektionsverfahren
    Eine andere Form der Abdichtung im Mauerwerkquerschnitt wird mit Injektionsverfahren erreicht. Sie werden oft, weil das Injektage-Mittel über Bohrlöcher eingebracht wird als "Bohrlochverfahren" bezeichnet. Dabei bohrt man Löcher in die Wand und füllt sie mit sehr unterschiedlichen Injektionsmitteln unterschiedlicher Konsistenz.
    Die Wirksamkeit einer solchen Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hängt nicht nur von der Wahl des Injektionsmittels und dessen Wirkungsweise (kapillarverstopfend, Kapillarverengung), sondern auch der Ausführungsart ab. So sind z.B. Abstand, Tiefe und Durchmesser der Bohrlöcher von entscheidender Bedeutung, und außerdem, ob der jeweilige Stoff mit oder ohne Druck und in der ausreichenden Menge eingebracht wird. Der zeitliche Aspekt ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn die Injektionsmittel eine gewisse Zeit, um sich zu verteilen. Die Viskosität der Injektionsmittel ist ebenfalls zu berücksichtigen. Soll eine Kapillarverstopfung oder eine Hydrophobierung, erzielt werden? Sehr oft ist beides erwünscht.
    Eine vorherige fachkompetente Prüfung, sowohl des Feuchte- als auch des Salzgehaltes ist genauso wichtig wie die "Verträglichkeit" der Injektionsmittel mit dem Baustoff.
    2.6 "Entfeuchtungsputze"
    Der Name dieses Verfahrens ist zwar vielversprechend, aber sachlich falsch. Kein Patent konnte bisher für die Trockenlegung einer Mauer garantieren! Ähnlich dem Effekt der Röhrchen (aus den 50er und 60er Jahren bekanntes Verfahren) soll dieser Verputz durch eine bessere Verdunstung die Mauer trocknen. Es wird jedoch nur der Kreislauf angeregt  -  denn: was schneller verdunstet, kommt von unten um so schneller nach. Ob diese Putze also der Weisheit letzter Schluss ist, wage ich zu bezweifeln, denn es werden nicht nur Wasser, sondern auch bauschädliche Salze auf diese Weise nachtransportiert.
    " Entfeuchtungsputze" entfeuchten nicht, sie wirken bestenfalls ähnlich wie ein Sanierputz.
    Sehr oft ist eine solche "Sanierung" mit Entfeuchtungsputzen nur deswegen erfolgreich, weil es sich "nur" Kondenswasserbildung aus Gründen einer falschen Nutzung handelte oder um technische Schäden, wie beispielsweise eine undichte Regenrinne. Möglicherweise wurden auch Fugen abgedichtet, die Heizung an der richtigen Stelle angebracht, die Fassade gestrichen usw.  -  und somit ist der eigentliche Schaden beseitigt. Es ist dann sehr leicht zu suggerieren, dass die Pseudotrocken-Legung den entsprechenden Erfolg gehabt hat. Bis man erkennt, was wirklich geschehen ist, vergehen meist Jahre.
    2.7 "Elektro-Osmose"
    Eine weitere Verfahrensvariante, die immer wieder in mehr oder weniger modifizierter Weise auftaucht, ist die "Trockenlegungsart" mittels "Elektro-Osmose" (mittels elektrischer Energie soll das Wasser in das Erdreich zurückgedrängt werden) oder anderer elektrophysikalischer Methoden.
    Dabei sind viele Parameter entschlüsselt, die "Saugfähigkeit" der meisten Baustoffe ist gut erforscht. Diese ergibt sich aus den Parametern:
    .- Anzahl und Lage der Kapillaren
    .- Durchmesser, nach Größe und Häufigkeit eingeteilt
    .- Oberflächenbenetzung der Kapillaren
    Mit Hilfe von Versuchen lässt sich ermitteln, in welcher Zeiteinheit, wieviel Liter Wasser "aufgesaugt" werden, und außerdem, wie hoch diese Feuchtigkeit, in welcher Zeit aufsteigen wird.
    All das sind klassische physikalische Werte. Die Ergebnisse sind verbindlich und nachvollziehbar. Von Fachleuten durchgeführte Kontrolltests bestätigen diese Ergebnisse eindeutig.
    Um es kurz zu machen: In der Praxis funktioniert dies alles nicht. Um so erstaunlicher ist es, wieviel "Fachleute" auf diesen Hokuspokus immer wieder hereinfallen. Das Verfahren ist nur deshalb so ausführlich beschrieben, damit auch der auf dem Gebiet der Elektrophysik weniger versierte Hausbesitzer versteht, das nicht jeder, der sich als Spezialist ausgibt, auch wirklich sein Handwerk versteht.
    3. Zu den Risiken
    3.1 Erschütterungen, Setzungen und Rissbildung
    Ein Verfahren, das hundertprozentig gegen alles hilft, dazu noch und außerdem preisgünstig ist und keinen Eingriff in das Mauerwerk notwendig macht, gibt es auch bei der Mauerwerktrockenlegung nicht. Es werden immer Kompromisse zu schließen sein. Entscheidend dabei ist immer Aufwand und Ergebnis.
    So ist es z.B. dringend notwendig, darüber zu diskutieren, ob es ein erschütterungsfreies Verfahren gibt. Auch das Bohren von Mauerwerk kann nicht ohne Erschütterung ausgeführt werden. Ähnlich dem Zertrümmern von Ziegelsteinen mittels eines Abbruchhammers werden dabei in etwa gleiche Kräfte freigesetzt und "erschüttern" das Mauerwerk.
    Nur bei Holz oder Metall werden die Löcher durch Spanen erzielt. Bei der Bohrung eines Lochs mit 3 cm Durchmesser schlägt der Bohrkopf jeweils eine Fläche von > 5 cm² auf den Stein, um diese Fläche zu zertrümmern. Dies kann einfach nicht erschütterungsfrei sein. Eine ähnliche Belastung wird auch durch das Einschlagen von Chromstahlplatten erzielt. Bei einer Plattenbreite von 30 cm und einer Materialdicke der Platten von 1,5 mm ergeben sich ebenfalls 4,5 cm² Einschlagfläche, und das muss eben überwunden werden. Wobei es sicher von Vorteil ist, wenn der Mörtel weicher ist.
    Ein Nachteil beim Einschlagen der Chromstahlplatten ist die Lärmbelästigung. Da es sich ansonsten aber um ein sehr sicheres Verfahren handelt, kann man diese kurzfristige Störung akzeptieren.
    3.2 Bewertung der "Erschütterungen"
    Wer heute einem Bauherren einzureden versucht, dass das Mauersägeverfahren völlig erschütterungsfrei ist, macht keine korrekten Angaben.
    So ist beim Sägen weniger das Problem des direkten Angriffs der "Sägezähne" entscheidend, so ein-den vielmehr die Entlastung des Mauerwerks einerseits und die Schwingung des Sägeblattes andererseits. Beim Durchschneiden von z.B. 60-70 cm dicken Mauern muss der Sägeblattdurchmesser schon mehr als 150 cm betragen. Dabei tritt eine doch ganz erhebliche "Erschütterung" bereits bei sehr geringer Unwucht auf.
    Bei manchen Baustoffen ist das Sägen nur mit Wasserkühlung bzw. Wasserspülung möglich und deswegen nicht überall problemlos einsetzbar.
    Beim Trennen (Herstellen eines Hohlraumes) ist noch zu bemerken, dass durch die unterschiedlichen Belastungen eines alten Gebäudes, durch Setzungen oder Nutzungsänderungen, unterschiedliche Lasten eintreten können. Diese weichen oft erheblich von den rein rechnerisch ermittelten Lasten ab. Nach einem Sägeschnitt kommt es an einigen Stellen im Gebäude zu einer Entlastung und an anderen Stellen zu einer Mehrbelastung.
    Die Verteilung der Lasten wird, bedingt durch den Sägeschnitt, kurzfristig durch Auskeilen und Auspressen vom angrenzenden Mauerwerk aufgefangen. Andere Be- oder Entlastungen (Belastungen, Entlastungen) können jedoch nicht wieder aufgebaut werden.
    Es wird sich ein neues "Gleichgewicht" einstellen. D.h. konkret: An Bereichen, wo gegenwärtig mehr Lasten sind, werden weniger und wo weniger waren, werden mehr. Durch diese neue Belastung kann es durchaus zu Entspannungen oder Rissen im Gebäude kommen. Diese Risse können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.
    3.3 Risse im Gebäude
    Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass selbst kleine Risse an einem Gebäude sicherlich einen Schaden (Mangel) darstellen, jedoch wird dieser oft überbewertet. Wer alte Häuser genauer inspiziert, wird auf der Such nach kleinen Spalten und Rissen schnell fündig. Insbesondere in Sturzbereichen, an Türen und in Fensternähe sind Risse immer sichtbar.
    Wenn Spundwände in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes eingerammt werden, treten allerdings wesentlich mehr Erschütterungen und Rissgefahren auf.
    Auch beim Verdichten von Baugruben oder im Straßenbau und U-Bahnbau sind erhebliche Belastugen auch noch in der weiteren Umgebung festzustellen.
    Wenn Sie mit Anbietern darüber diskutieren, welche Verfahren sicher sind, werden Sie schnell feststellen, dass die Argumente dieser Anbieter meistens darauf abzielen, nur ihre Verfahren seien gut, während sie alle anderen Verfahren und Firmen jedoch negativ bewerten. Diese seien zu teuer, sie beschädigten das Haus, es gäbe Risse usw.
    Größte Vorsicht ist sicher gegenüber solchen Anbietern geboten, deren Argumentation nur auf langjährige Garantie aufgebaut sind und die mit eindrucksvollen Urkunden werben.
    Die besten Referenzen nützen wenig, wenn Sie nicht mindestens einen Zeitraum von 5-10 Jahren abwarten, denn vorher ist eine Überprüfung nur in den seltensten Fällen möglich. Wer weiß schon, wie das Objekt vorher "belastet" war.
    4 Die Wahl des geeignetsten Verfahrens und einer zuverlässigen Fachfirma
    Wer hilft bei der Lösung der Probleme, nämlich einen feuchten Keller trockenzulegen oder eine Querschnittsabdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk herzustellen oder den Hausschwammschaden zu beseitigen?
    Natürlich kann man sich an die Handwerkskammern, Bauinnungen, Verbraucherverbände oder an das Bauzentrum wenden. Sie sollten Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch ansetzen ...
    Doch ist es sicher nicht ausreichend, sich drei oder vier Firmen aus dem Branchenbuch herauszusuchen. Eine sorgfältige Schadensuntersuchung tut not, als nächstes die Wahl eines geeigneten Verfahrens zur Abhilfe.
    5 Eine neue Berufung: Fachingenieur für Altbau  -  Instandsetzung
    In den Fachhochschulen wird erst seit wenigen Jahren auf die chemischen und physikalischen Aspekte der Altbausanierung eingegangen. Der Erfahrungsschatz ist also noch eher spärlich. Es bleibt Ihnen also nicht erspart, nach wie vor viel Zeit dafür aufzuwenden, die richtige Firma auszusuchen! Bedienen sich erfahrener freier Ingenieure oder Architekten, wobei Sie sich zuvor die von ihnen bereits sanierten Objekte genau ansehen sollten.
    Erkundigen Sie sich auch bei Nachbarn und Bekannten, die bereits einschlägige Erfahrungen in Sa-hen Mauertrockenlegung gemacht haben, wie abgedichtet wurde und wie hoch die Kosten waren. Ob allerdings genau die gleichen Voraussetzungen wie an ihrem Objekt vorhanden sind, ist nicht so einfach zu ermitteln. Selbst wenn zwei Häuser in der gleichen Straße Feuchteschäden aufweisen, muss es nicht die gleiche Ursache haben.
    Edmund Bromm
    6 Literatur
    WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Merkblatt (Nr. 4.4.96) Mauerwerksinjektion.
    Geschäftsstelle: Edelsbergstr. 8,80686 München, Tel. 089 / 57869727; Fax. 089 / 57869729
    Kurzfassungen aller Merkblätter sind im Internet abrufbar:
    e. E-Mail wta@wta.de
    Foto würden erstmal weiter helfen.
  3. Herr Bromm ...

    Herr Bromm ich hatte gehofft, dass Sie auf meinen Beitrag Antworten würden  -  Herzlichen Dank! Auch für die Aufzählung der verschiedenen Methoden.
    Ich weiß natürlich, dass eine Ferndiagnose nicht möglich ist, aber nach der Beschreibung der Gegebenheiten  -  worauf würden Sie persönlich tippen?
    Wie gesagt: Das im Keller gelagerte Holz zeigt keinerlei Anzeichen von Schimmel  -  der Putz an den Kellerwänden blättert nicht ab.
    Der Keller wird gut durchlüftet (Querlüftung mit Gitterfenstern)
    Das Haus wurde seit Jahrzehnten von Nachtspeichern beheizt.
    Der Fußboden befindet sich gut 40 cm über dem Erdboden-Niveau.
    Ich habe die Hoffnung, dass eine Querschnitts-Trennung u.. nicht notwendig sein wird, wenn erst einmal eine vernünftige Gas-Heizung im Haus installiert ist und die alten Baustoffe (Holzleisten, Putz, etc.) entfernt wurden.
    Mit besten Grüßen
    O. Jäger
    • Name:
    • O. Jaeger
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