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Sicherheit beim Hausbau - worauf Selberbauer achten sollten

Sicherheit beim Hausbau - worauf Selberbauer achten sollten

Sicherheit beim Hausbau - worauf Selberbauer achten sollten

Bauherren und ihre Helfer setzen sich beim Werkeln auf der Baustelle diversen Gefahren aus. Während das Gehör unter Lärm leidet und der Umgang mit Maschinen sowie Baumaterialien Risiken birgt, sind sogenannte SRS-Unfälle für zahlreiche Verletzungen verantwortlich. Damit sind Unfälle durch Stolpern, Rutschen und Stürzen gemeint. Dieser Ratgeber macht auf sinnvolles Zubehör aufmerksam und fasst unfallverhütende Maßnahmen zusammen.

Zuverlässiger Gehörschutz - SNR-Wert ist entscheidend

Exzenterschleifer, Stichsägen, Betonmischer, Schlagbohrer: Beim Hausbau gibt es viele Quellen für ohrenbetäubenden Lärm. Wer ohne Gehörschutz werkelt, riskiert bleibende Schäden am Gehör. Ein Gehörschutz ist spätestens ab 85 Dezibel empfehlenswert. Zum Vergleich: Winkelschleifmaschinen und Kreissägen verursachen bereits 100 Dezibel, Schlagschrauber 105 und Druckluftmeißel 110 Dezibel. Ratsam ist der Kauf eines Kapselgehörschutzes, der die Ohrmuscheln mit den integrierten Kapseln vollständig umschließt. Der Bügel, der die Kapseln der beiden Ohren verbindet, liegt entweder auf dem Oberkopf auf oder führt übe den Nacken. Je nach Modell reduziert das Zubehör den Lärm, der auf das Gehör wirkt, um bis zu 35 Dezibel. Allerdings gibt es viele minderwertige Produkte, welche eine deutlich geringere Schutzwirkung aufweisen. Beim Fachhandel Engelbert Strauss lassen sich qualitative Arbeitsschutzmittel im Onlineshop bestellen , darunter Kapsel-Gehörschützer in verschiedenen Ausführungen. Aber auch filigrane Bügelgehörschützer, die statt Kapseln mit Stöpseln ausgerüstet sind, werden angeboten.

Ausschlaggebend bei der Anschaffung ist der SNR-Wert (Single Number Rating = einfacher Dämmwert), der die Differenz zwischen der Lautstärke vor dem Trommelfell und des Lärms abseits des Gehörschutzes in der unmittelbaren Umgebung beschreibt beziehungsweise in Dezibel angibt. Grundsätzlich gilt: Je höher dieser Wert, desto besser die Schalldämmung. Hat ein Gehörschutz beispielsweise einen SNR-Wert von 30 Dezibel und am Arbeitsplatz beträgt die Lärmbelastung durch einen Schlagschrauber 105 Dezibel, kommen am Ohr „nur“ noch 75 Dezibel an. Der belastende Schallpegel sollte generell nicht über 79 Dezibel hinausgehen.

Umgang mit Maschinen und Baumaterial – gute Handschuhe dürfen nicht fehlen

Sicheres Greifen erfordert Arbeitshandschuhe mit rutschhemmender beziehungsweise rutschfester Innenseite. Sie gewährleisten, dass sowohl Maschinen als auch Materialien zuverlässig gehalten werden können und nicht versehentlich herunterfallen oder aus den Händen rutschen. Das mindert die Unfallgefahr enorm. Neben Latexbeschichtungen werden weitere Materialien für diesen Zweck verarbeitet. Wichtig ist, dass die Beschichtung die Atmungsaktivität der Handschuhe nicht zu sehr einschränkt, um der Schweißbildung vorzubeugen. Schließlich sind auch schweißnasse Hände ein Unfallrisiko. Weitere Kriterien für sichere und komfortable Arbeitshandschuhe:

  • Passform: Sind Handschuhe zu groß, stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar. Der Träger könnte Maschinen und Co. nicht mehr intuitiv greifen. Zu kleine Modelle engen wiederum ein und beeinflussen die Fingerfertigkeit negativ. Der Auswahl der richtigen Größe ist daher die volle Aufmerksamkeit zu schenken.
  • Fingerspitzengefühl: Das Gefühl in den Fingerspitzen darf von Handschuhen nicht übermäßig beeinträchtigt werden, damit auch filigrane Tätigkeiten ausgeführt werden können, ohne die Ausrüstung abzulegen.
  • Robustheit: Handschuhe sind beim Hausbau extremen Strapazen ausgesetzt. Die ständige Bewegung, Schmutz, Temperaturschwankungen und Nässe verlangen dem Material einiges ab. Robuste Oberflächen müssen selbstverständlich sein. Die Investition in hochwertige Produkte lohnt sich. Bei Bedarf sind Schnittschutzhandschuhe eine Option. Wie der Name vermuten lässt, schützt dieses Arbeitsschutzzubehör vor Verletzungen durch scharfkantige Gegenstände. Innovative Materialien, wie Kevlar sorgen für maximalen Schutz vor mechanischer Gefährdung.

SRS-Unfälle: Stolpern, Rutschen und Stürzen vorbeugen

Viele Unfälle am Bau ereignen sich, weil Bauherren und Helfer stolpern, ausrutschen oder stürzen. Prellungen, Schnittwunden und Verstauchungen gehören zu den eher harmlosen Folgen. Doch auch Knochenbrüche, schwere Kopfverletzungen und tödliche Unfälle sind denkbar. Die Tabelle weist auf typische Ursachen und vorbeugende Maßnahmen hin:

Unfallverursacher

Unfallverhütung

glatte Böden

Rutschhemmende Industriematten auslegen.

unebene Böden

Erhöhungen und Vertiefungen entweder gänzlich entfernen oder überbrücken. Auch hierfür können rutschhemmende Matten dienen.

ungünstig verlegte Kabel

Kabel sind riskante Stolperfallen. Im Idealfall werden sie vollständig gemieden und so ausgelegt, dass sie nicht in Laufwege hineinragen. Geht es nicht anders, sollten die Kabel zumindest auffällige Farben aufweisen und die Sicht darauf nicht beeinträchtigt sein. Ein zusätzlich aufgestelltes Warnschild hilft ebenfalls.

mangelnde Ausleuchtung

Schlechte Sicht lässt sich nur durch künstliche Beleuchtung ausgleichen. Zusätzliche Leuchtmittel sollten an sämtlichen Laufwegen und Arbeitsbereichen platziert sein.

Hektik

Stress und Hektik fördern Unachtsamkeit. Arbeitet jeder konzentriert, sinkt das Verletzungsrisiko merkbar. Immer genügend Zeit einplanen und unnötige Ablenkungen meiden!

ungeeignetes Schuhwerk

Dass Flip-Flops, gewöhnliche Sandalen oder gar Absatzschuhe nichts auf einer Baustelle verloren haben, sollte klar sein. Aber auch herkömmliche Turnschuhe werden gefährlich, wenn beispielsweise die Sohle glatt ist oder die Schnürsenkel ständig aufgehen. Rutschhemmende profilierte Sohlen und zuverlässige Verschlüsse sind ein Muss. Sicherheitsschuhe wären optimal, weil sie Druck und Stöße mit einer integrierten Zehenkappe abwehren.

Bauherren haften für sämtliche Schäden, die Dritten auf ihrem Gelände widerfahren. Dies gilt auch für Verletzungen, die sich Fußgänger bei einem Sturz zuziehen, weil der Gehweg durch Bauschmutz verunreinigt und somit die Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde. Um die Existenz vor Schadensersatzansprüchen zu schützen, die bei Personenschäden schnell in die Millionen gehen, sollte jeder Bauherr vor Baubeginn eine Bauherren-haftpflichtversicherung abschließen.

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Foto: (manfredrichter) / pixabay.com