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Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Altbau: dezentrale Lüftungsanlage gegen Schimmel hinter Schränken?

Guten Abend zusammen,

in unserem Altbau aus den 50ern haben wir seit gut einer Woche ein Schimmelproblem. Hinter den Schränken der Außenwände zeichnet sich Schimmel ab. Die Wände des Hauses sind bisher ungedämmt (Hohlblockstein, minimale ruhende Luftschicht von 2 cm, verputzter Ziegelstein). Die Fenster sind vor ein paar Jahren erneuert worden.

Ich muss leider zugeben, dass wir es in der letzten Woche mit der Lüftung nicht so genau genommen haben und dazu dann auch noch einen Wäschetrockner stehen hatten. Ja ich weiß...Asche über mein Haupt.

Die Frage wäre, ob man dieses Problem vernünftig in den Griff bekommen kann. Würde es nützen, in dem besagten Raum zwei dezentrale Lüfter mit WRG einzubauen, um die Luft einfach trockener zu bekommen (Wäsche soll nicht mehr getrocknet werden!).

Eine Kerndämmung halte ich bei dem vorhandenen Luftspalt (ca. 2 cm) für wenig erfolgversprechend. Oder irre ich mich da?

Falls ich ein paar Anmerkungen und Tipps zu diesem Thema bekommen könnte, wäre ich sehr dankbar. Falls noch mehr Infos benötigt werden, reiche ich die natürlich gern nach!

Vielen Dank,

Name:

  • Thorsten
  1. Schimmel hinter Schränken

    Die Schreinerlehrlinge lernen im ersten Lehrjahr, daß man Schränke, besonders an Außenwänden mit 10 cm Abstand und einer Durchlüftung dieses Zwischenraumes, aufstellen soll.

    Hinter Kleiderschränken an Außenwänden hat man schon dicke Eisschichten auf der Wand vorgefunden.

    Der Schrank wirkt wie eine 60 cm dicke Dämmschicht, die Wand kühlt aus und es kann sich im Winter Eis auf der Wand aus der Luftfeuchtigkeit des Raumes bilden.

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  2. Vielen Dank für den Hinweis. Es ...

    ... war mir bekannt, dass ein Luftspalt zwischen Möbelstücken und Wand bestehen sollte. Dass dieser aber 10 cm betragen sollte, war mir nicht bewusst. Da unsere Räume jetzt nicht übermäßig groß sind, sind 10 cm Abstand von der Wand (kleine TV-Möbel, halbhohe Anrichte) wirklich viel. Würde dieser Anstand denn auch bei einer korrekteren Lüftung (evtl. feuchtegesteuert und automatisch) nötig sein oder besteht dann Hoffnung auf geringere Abstände?

  3. Schimmel hinter Schränken

    Es ist kein Schimmel zu erwarten, wenn man die Schränke an Innenwände aufstellt. Das ist letztlich die sicherste Methode auch ohne Abstand.

    Ob es mit irgendwelchen Lüftungen schimmelfrei bleibt muß man ausprobieren. Im konkreten Fall kommt es auf die vorhandene Luftfeuchtigkeit und die Wandtemperatur an.

    Die Normwerte für die Schimmelbildung werden nur in wenigen Fällen vorliegen.

    Heute gilt Schimmel als die große Gefahr. Er ist sicher nicht ungefährlich.

    Andererseits läßt man sich allerlei ungesunde Substanzen unter die Haut spritzen weil ein Tatoo "in" ist.

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  4. Leider bestehen nur begrenzt Möglichkeiten, die ...

    ... Innenwände als Stellwand zu nutzen. Zum Beispiel müsste dann das Sofa an die Außenwand wandern. Ob das eine Besserung bringt, bezweifle ich. Die aufgestellten Hygrometer haben um die 60% rel. Luftfeuchte angezeigt. Dies ist könnte wohl gerade bei den kühlen Außenwänden weniger sein, um Schimmel zu verhindern?

  5. Warum

    geht hier eigentlich niemand auf DINA 1946-6 ein?

    Wenn es dem Eigentümer schon zu teuer ist, die energetisch grottenschlechte Fassade eines 50er-Jahre-Hauses ("aus Hbl-Mauerwerk gebaute Armut") wo alle paar Meter eine schimmelpilzkritische Wärmebrücke verbaut worden ist, endlich mal zu dämmen... Also dann hätte der Eigentümer spätestens bei dem Einbau neuer, gut dämmender und dichtschließender Fenster in eine energetisch unsanierte Fassade zumindest mal über den Erhalt von Grundlüftung zum Feuchteschutz (Schimmelschutz) nachdenken sollen. Wie uns die Erfahrung lehrt, sind "Heizungs- und Lüftungsbelehrungen" als Anhang zum Mietvertrag in diesem Fall keine ausreichende Lösung. Oftmals dienen sie lediglich dazu das vorhandene Problem latenter Schimmelpilzgefahr aufgrund unzureichender Dämmung und vorhandener Wärmebrücken vom Hauseigentümer auf den Nutzer abzuwälzen.

    Fassade dämmen ist hier der Königsweg!

    Wenn es sich bei den Schimmelproblemen nur um wenige einzelne Wände handelt: Vielleicht hilft dann ja auch eine kapillaraktive Innendämmung mit Silikatanstrich in Kombination mit einem Lüftungsspalt hinter den Möbeln.

    ...und bitte checken Sie, ob Sie zumindest Falzlüfterelemente in den Fenstern haben, Sowas lässt sich ansonsten auch nachrüsten.

  6. Danke für die Ratschläge! Sicherlich wäre die ...

    ... Danke für die Ratschläge!

    Sicherlich wäre die Fassadendämmung die beste Lösung, um die Wandtemperatur entscheidend zu erhöhen. Die Frage ist, welcher bauliche Aufwand hier sinnvoll ist.

    Ich hatte ja bereits geschrieben, dass der Luftspalt im Mauerwerk nicht allzu groß ist (2-3cm). Ist da eine Kerndämmung mit teurem Dämmmaterial überhaupt sinnvoll? Es geht jetzt in erster Linie nicht um Energieeinsparung, sondern um die Erhöhung der Wandtemperatur zur Verhinderung von Schimmel. Allerdings müsste die Luftschicht sowieso gefüllt werden, bevor auf der Fassade Dämmung aufgebracht wird?

    Zusammen mit einer möglichen Dämmung wäre aber trotzdem über eine Lüftung nachzudenken, richtig? Die angesprochene Falzlüftung wäre passiv und dauerhaft. Die aktive Lüftung mit WRG wesentlich teurer, aber effektiver und eben auch kontrollierter?

  7. Fassade dämmen ist hier der Königsweg!

    Offenbar handelt es sich um eine zweischalige Wand mit lediglich 2 cm Luftzwischenraum und einer vorgesetzten Klinkerfassade.

    Das ist in Nordeutschland üblich und gut gegen den waagrechten Regen. Wenn es die örtliche Bauordnung zuläßt könnte man diese Klinkerfassade abbrechen und eine Wärmedämmung auf die HBl-Wand aufbringen. Damit bleiben Dachüberstände und ähnliches unverändert. Es ist eben die Frage, ob der darauf übliche 3 mm Scheibenputz mit dem Ortsbild vereinbar ist. Mir fehlt alledings die Erfahrung, wie sich diese Dämmung beim waagrechten Regen verhält.

    Wenn wieder eine Klinkerfassade vorgesetzt werden muß, wird es sehr viel teurer.

    Den geringen Zwischenraum auffüllen und die Klinkerfassade dämmen, ist irgendwie nicht konsequent.

    .

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  8. Wohnraumlüftung in Altbau

    Selbstverständlich können Sie die Kondenswasserbildung und damit die Schimmelgefahr auch über die Stellschraube der Luftfeuchtigkeit verhindern. Der Weg über Lüftungsanlagen mit WRG ist hierbei gar nicht verkehrt, denn er vermeidet die Schwachstelle der menschlichen Faulheit... Ich habe in meinem ungedämmten Altbau von 1897 vor etlichen Jahren eine zentrale Lüftungsanlage mit WRG und zusätzlicher Luftwärmepumpe eingebaut, was die Luftfeuchtigkeit im Gebäude erheblich und nachhaltig reduzierte und so ziemlich jede Schimmelgefahr schon im Ansatz vermeidet - jetzt im Moment liegt der gemessene Taupunkt bei 4,2 Grad Celsius...

  9. Nein, es handelt sich nicht um ...

    ... eine Klinkerfassade, sondern um verputze Ziegel/Backsteine (Nachkriegszeit).

    Wie stehen die Meinungen dazu, die ruhende Luftschicht so zu belassen und außen mit WDVSA vorzudämmen?

    Die Lüftung wird wahrscheinlich unabhängig von dieser Maßnahme eingebaut werden, da sowieso benötigt. Es hat sich ja gezeigt, dass bei uns im Hause nicht vernünftig gelüftet wird.

  10. Und wie wird es hinter dem Schrank warm?

    Wie wird denn der Raum geheitzt?
    Wo ist der Heizkörper?
    Wie wird denn gelüftet und wann und auch wie lange?


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