ich bin ziemlich ratlos wie ich mit der Thematik Asbest umgehen soll. Wenn man das Internet durchforstet hat man das Gefühl, mal einfach ausgedrückt, sich am besten die Kugel zu geben wenn man in einem Haus aus den sechzigern wohnt. Ich habe zwei kleine Kinder und wohne genau in einem solchen Haus. Egal was ich renoviere oder herrichte schwebt immer die Frage in meinem Kopf: Hoffentlich ist da kein Asbest drin. Ein paar Beispiele:
- Ich habe letztens die Heizkörper gestrichen, an den Flanschen ist eine Dichtungsschnur, Hanf oder Asbestschnur > keine Ahnung
- Vor kurzem einen Kellerraum gestrichen, dabei habe ich mir mal näher die Heizungsrohre die an der Decke verlaufen angeschaut. Die sind mit so einem Weichplastik ummantelt und darin ist irgendein Dämmmaterial, welches auch an manchen Stellen hervorschaut. Asbesthaltig?
- Als ich vor 6 Jahren eingezogen bin habe ich einen alten Teppichboden entfernt. Der komplette Rücken (so eine Art aufgeschäumter Gummi) war total trocken und porös. Alles blieb am Estrich hängen. Habe dies dann bei offenem Fenster und mit Mundschutz mit einem Gerät abgetragen. An Asbest habe ich dabei gar nicht gedacht. Wenn ja will ich gar nicht daran denken wie verseucht unser Wohnzimmer war oder immer noch ist.
- Die alten PVC-Böden habe ich Gott sei Dank dringelassen und neuen drübergeklebt.
- Ich denke auch schon öfters über einen Anbau nach, da wir Platz brauchen aber ich verwerfe den Gedanken dann immer. Meine Überlegung soll ich wirklich in ein Haus aus den 60zigern investieren. Wer weiß was beim Umbau/Anbau alles zu Tage kommt.
Alles so vage, vielleicht ist ja auch nirgends Asbest drin, wer weiß. Allmählich trau ich mir bald kein Loch mehr irgendwo zu bohren oder irgend ein altes Rohr abzuwischen. Ich sehe, übertrieben ausgedrückt, in meiner Phantasie überall Asbestfasern schweben. Um ganz sicher zu gehen müsste ich ja hunderte von Proben (Dichtungen, Estrich, Fugen, Dämmungen und und und) nehmen und die analysieren lassen.
Ich beruhige mich dann immer und denke das meine Kinder auf jeden Fall eine geringere Belastung haben als ich. Bei uns wusste das ja keiner. Habe auf Eternitdächern gespielt, in der Schule im Werkunterricht Bremsen zerlegt, in den 70zigern an einer vielbefahrenen Hauptstr. in einer Großstadt gelebt und gespielt, alte Haarföne täglich benutzt und vieles mehr. So wie die meisten aus unserer Generation. Ich denk da haben wir ganz schön was abgekriegt
Was sollte man am besten unternehmen?
- Wäre mal eine Raumluftanalyse angebracht und was kostet das? Bringt das überhaupt etwas?
- Mal einen Baubiologen zu Rate ziehen?
oder
- in einen Neubau ziehen.
Manchmal denke ich, ich spinne und muss zum Psychologen. Ich meine dies ernst und frage mich wie geht man mit diesem Thema am besten um? Bin für jeden Tipp dankbar.
Grüße
Martin