im Rahmen einer Badsanierung mit einer bodengleichen Dusche (ca. 10 m² Badfläche) und Fliesenarbeiten durch einen beauftragten Fliesenleger bin ich auf ein Problem gestoßen. Bei der Durchführung eines Kugeltests (Murmel rollt Richtung Ablauf) bleibt die Kugel am Übergang zwischen Fliese und dem Metallrahmen des Ablaufrosts hängen. Eine Nachmessung ergab, dass die Fliese an dieser Stelle etwa 2 mm tiefer liegt als der Metallrahmen, was eine kleine Kante oder Stufe direkt am Übergang verursacht.
Meine Fragen sind:
- Gibt es eine spezifische DINAbk.-Norm, die einen bündigen Übergang oder eine maximal zulässige Toleranz zwischen Fliese und Ablaufrost vorschreibt? Ich habe die DIN 18202 (Ebenheitstoleranzen) gefunden, die jedoch laut meiner Recherche nicht für Höhenversätze zwischen unterschiedlichen Bauteilen gilt.
- Ist die ATV DIN 18352 (Fliesenarbeiten) hier die relevante Norm, auch wenn dort meines Wissens keine konkreten Millimeterangaben genannt werden?
- Wie bewertet ein Sachverständiger oder Gutachter einen solchen Mangel in der Praxis? Reicht ein funktionaler Nachweis (Kugel- oder Wassertest mit stehendem Wasser) aus, oder ist ein normativer Verweis zwingend erforderlich?
Der Hintergrund ist eine laufende Auseinandersetzung mit dem ausführenden Betrieb, weshalb ich den Sachverhalt gerne möglichst normbasiert dokumentieren möchte.
Vielen Dank für Ihre Einschätzung!
Antworten auf Rückfragen
- Welche Art von Duschablauf (Punktablauf, lineares System) wurde verbaut?
Walk-in dusche - Welche Art von Fliesen wurde verlegt (Größe, Material, Oberflächenbeschaffenheit)?
120x120 - Wurde eine Abdichtungsebene unter den Fliesen gemäß den geltenden Normen (z.B. DIN 18534) ausgeführt und wie wurde diese an den Ablauf angepasst?
DIN 18534 - Welche Art von Entwässerungsrinne oder Ablaufprofil wurde verwendet und welche Herstellerangaben liegen hierzu vor?
Hersteller und Modell sind mir nicht bekannt, da keine Herstellerangaben vorliegen. - Wurde die Abdichtungsebene vor dem Fliesenlegen auf Dichtheit geprüft?
Es gab keine gesonderte Dichtheitsprüfung (Flutversuch), aber es wurde eine Abdichtungskomponente auf der Bodenplatte aufgebracht. - Gab es vor Beginn der Fliesenarbeiten eine Abnahme des Untergrunds und der Abdichtung durch den Auftraggeber oder dessen Vertreter?
Nein, der Auftragnehmer hat sämtliche Arbeiten – Untergrund, Abdichtung und Fliesenlegen – selbst und ohne Zwischenabnahme durch mich ausgeführt. - Welche Art von Ausgleichsmaterialien wurden gegebenenfalls verwendet, um den Höhenunterschied auszugleichen?
Bisher keine. Falls der Auftragnehmer den Mangel nicht behebt, ziehe ich in Erwägung, den überstehenden Metallrand des Ablaufrahmens selbst mit einem Dremel zu kürzen. - Wurde der Fliesenleger über die spezifischen Anforderungen an den Übergang zum Ablaufrost informiert?
Vermutlich nicht explizit, da der Auftragnehmer sowohl den Untergrund als auch die Fliesenarbeiten in Eigenregie durchgeführt hat – ein Wissenstransfer an sich selbst war insofern nicht erforderlich. - Liegen Fotos oder Skizzen vor, die den Aufbau und den kritischen Bereich dokumentieren?
Ja, Fotos liegen vor. - Welche Art von Gewährleistungsansprüchen werden aktuell verfolgt?
Bisher wurde noch kein förmliches Gewährleistungsverfahren eingeleitet.


