Oft suchen Bauherren Hilfe, die offensichtlich übers Ohr gehauen wurden, oder wo nicht alles bei der Baubetreuung astrein ist - auch durch IhrenBerufsstand verursacht. Der Tenor von Ihnen ist dabei immer gleich - oft äußerst polemisch und schadenfroh angebracht:
- Wer so doof ist sich nicht vorher zu informieren ist "Selbst Schuld".
Dabei möchte ich mal auf folgendes hinweisen: Bauherren sind i.d.R. absolute Laien. Deshalb beauftragen Sie Fachleute, die Ihre Interessen wahrnehmen. So ein Fachmann sollte der Architekt sein! Dieser Fachmann soll sich daher fachgerecht um mein Bauvorhaben kümmern und gegenüber den Baufirmen meine Interessen vertreten, weil ich als Bauherr nicht das nötige Know-how habe ... Das ist m.E. ein wesentlicher Teil der Leistungen. Dafür wird er gut bezahlt (ist auch OK). Oft klingt hier aber durch, dass ein Architekt eben genau die Aufgaben nicht erfüllt hat - Sie haben dafür dann oft nur Spott übrig. Insbesondere wenn es um das Honorar geht, scheinen Sie allergisch zu reagieren!
Egal welcher Berufsstand - Viele Bauherren fragen sich zurecht: Warum soll ein Dienstleister für Leistungen bezahlt werden, die er nicht erbringt? Nur weil es in der HOAIAbk. steht? Sie als gute und redliche Architekten müssten doch selbst Interesse daran haben, dass ihre faulen Kollegen nicht durch eine Beamtenmenthalität den Ruf des ganzen Berufsstandes in den Schmutz ziehen!
Auch wenn Sie durch die vielen - immer wieder uninformierten - Bauherren genervt sind. Für fast jeden Ihrer Fragesteller ist es das einzige Bauvorhaben im Leben - woher soll da die Erfahrung kommen (die Sie natürlich besitzen)?
Ich hoffe, Sie können sich zukünftig wieder etwas mehr in die (Existenz) -Ängste der Bauherren hineinversetzen und sich wieder auf sachliche Antworten beschränken!
Vielen Dank dafür!