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Keller

Aufschwimmen des Hauses durch Grundwasser

Aufgrund eines bodengutachtens haben wir vor drei Jahren einen Keller als weiße Wanne bauen lassen. Dem ortsansässigen Kellerbauer war das Gutachten bekannt. Zudem war ihm bekannt, dass auf den Keller ein 2stockiges holzständerhaus (Fertighaus) kommt. Der Grundwasserstand liegt normalerweise bei 12 m Tiefe, ist aber beim Jahrhunderthochwasser 2013 bei 1 m Tiefe gelegen. Nun habe ich erfahren, dass ausgerechnet jene Bauleute, die eine weiße wanne gebaut haben, das Problem bekommen, dass ihr Haus aufschwimmen kann, wenn das Gewicht kleiner als der Auftrieb ist. Nachdem das Holzhaus ab OK rund 62 Tonnen wiegt, dürfte es bei einem 9x13 m großen Grundriss (Keller ist auch ca. 9x13m) gewichtsmässig problematisch werden. Als Lösung steht überall im Internet Keller Fluten. Nun habe ich mir doch keinen rund 80000 Euro teuren Wohnkeller gebaut, wasserdicht, damit ich ihn dann von innen Fluten kann. Gibt es da denn keine anderen Lösungen, sofern der Kellerbauer nicht schon eine Lösung bedacht hat, als den Keller zu fluten. Und wenn, ab wann flute ich ihn, wie lange dauert das, woher kommt das Wasser etc. Leider kann ich meinen Kellerbauer gerade wegen Betriebsurlaub nicht erreichen und nachdem mir dieses Problem Grade den Verstand raubt, wäre ich für eine hilfreiche Antwort dankbar.

Name:

  • Alex
  1. Ein Haus schwimmt.........

    ....wenn das Gewicht des Hauses kleiner ist als das Gewicht des verdrängten Wassers. Aber Bodenplatte, Stahlbetonwände und Kellerdecke haben auch ein Gewicht und wiegen etwa 3x soviel wie das Volumen des Betons als Wasser. Wahrscheinlich würde der Stahlbetonkeller mit Decke gerade so schwimmen, so dass die 62 Tonnen Aufbau das "Schiff" unten hält, aber der Druck auf die Fundamente verringert sich. Ob das kritisch ist, berechnet ein Statiker. Rundherum 1 Meter Wasserhöhe ist sicher unkritisch, aber Wasser wird irgendwo eindringen, Sie haben dann alle Hände voll zu tun.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  2. Vielen Dank. Ja das vermute ich ...

    ... auch, dass, wenn der Keller 1 m im Wasser steht, noch keine Gefahr entsteht. Aber bei 2 Meter Wasser würde es eng werden. Das wären ja dann 9x13x2m schon 234 Tonnen. Und dann müsste der Keller ja 234 to minus ca. 61 to fürs Haus wiegen, also 173 to. Soviel wird der Keller niemals wiegen. Oder ist meine Rechnung falsch?

  3. je nach Abmessungen des Betons wiegt der Keller 157 Tonnen

    Gerechnet bei einer Bodenplatte 30 cm Dicke, Wände 24 cm und Kellerdecke 15 cm bei einem spez. Gewicht von Stahlbeton von 2,5. D.h. der Keller würde ohne Hausaufbau bei einer Wasserhöhe von 1,34 Meter schwimmen. Bei einer Entlastung der Fundamente auf "Null" im Wasser ist das Haus anschließend instabil und setzt sich nach Abfließen des Wassers nicht mehr gleichmäßig. So hat sich damals der Schürmann-Bau in Bonn am Rhein selbst zerstört, aus Dummheit der Bauleitung weil nicht geflutet wurde. Deshalb merke: auf einen schwimmfähigen Keller gehört ein Stahlbeton-Hochhaus oder ein Motor um auf Reisen zu gehen.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  4. Danke für die Rechnung. Könnte hinkommen ...

    ... plus rund 65 Tonnen Haus, sind wir bei 122 Tonnen. Nichts desto trotz schreibt das bodengutachten eine auftriebsverankerung vor und die DINA Normen einer weißen Wanne auch. Ich hoffe, dass der Statiker des Kellerbauers daran gedacht hat. Ansonsten müsste man wohl nachträglich eine auftriebssicherung bauen, wenn das geht.


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