ich kaufte vor einigen Jahren ein vermietetes Haus mit drei Wohneinheiten. Das Haus ist BJ 1970 und dementsprechend sind die Ziegel nicht mehr so toll. Letzten Winter hat"s bei der Schneeschmelze plötzlich angefangen durch die Decke im Dachgeschoss (vermietet) zu tropfen. Für mich war von Anfang an klar, dass das Dach erneuert werden müsste und so gewann dieser Punkte an Priorität. Es kam zwar bis heute kein Tropfen Wasser mehr, obwohl wir in den letzten Wochen heftige Niederschläge mit Windlast usw. hatten, aber dennoch möchte ich das Thema nun angehen! Der Dachausbau wurde meines Wissens erst Mitte der 90er Jahre durchgeführt. Der Aufbau von innen nach außen ist: Holzdecke, Lattung und Konterlattung, Dampfbremse (keine Ahnung wie gut oder aus was die ist); Glaswolle 10 cm, Lattung, Ziegel. Da das Wasser durch die Decke kam kann die Dampfbremse ja scheinbar nicht dicht sein!
Ich hatte nun drei Fachfirmen zwecks Angebot da. Und wie soll"s anderes sein ... drei Firmen, drei unterschiedliche Empfehlungen.
Daher nun meine Frage an das Forum, welche soll ich nun auswählen?
Firma 1 empfahl mir die Sparrendämmung mit 40 mm aufzufüllen, dann eine Pavatex Luftdichtbahn einzubauen und darauf nochmal 60 mm starke Unterdeckplatten aus Holzfasern einzubauen. Darauf dann neue Lattung und Ziegel. Vorteil daran soll sein, dass der Aufbau diffusionsoffen wäre und evtl. Feuchte vom Winter im Sommer wieder verdunsten kann ... Das ist die billigste Lösung, aber sicherlich mit dem schlechtesten Dämmwert ...
Firma 2 empfahl die alte Dämmung zu entfernen, die Sparren aufzudoppeln und mit 35 mm starker Holzweichfaserdämmplatte zu versehen. In den 200 mm starken Hohlraum soll Zellulosedämmstoff eingeblasen werden. Dazwischen soll noch eine Dampfbremse (sd-Wert = 1,6 m) eingebaut werden, deren Lage ich aus dem Angebot nicht genau erkennen kann. Der Vorteil soll sein, dass die Zellulose sehr viel Feuchtigkeit wg. der bauseitig scheinbar undichten Dampfbremse aufnehmen und im Sommer wieder abgeben könnte. Dies ist die teuerste Lösung. Wie gut der Aufbau ist kann ich nicht beurteilen.
Firma 3 empfahl die alte Dämmung zu belassen und 14 cm starke PURAbk.-Aufdachdämmung anzubringen und neu einzudecken. Vorteil soll sein, dass der Taupunkt bei dieser Konstruktion immer in der PUR - Dämmung wäre und somit erst gar kein Kondenswasser in der alten Dämmung auftreten könne.
Mir persönlich leuchtet Variante 3 am meisten ein und ich vermute, dass auch die Dämmleistung am besten sein dürfte, da ja dann insgesamt 24 cm Dämmung, davon 14 cm WLG 0,024, auf dem Dach wären. Von den Kosten her wäre diese Alternative zwischen den beiden anderen. Funktioniert das wirklich? Ich habe gelesen, dass Bauder darauf sogar eine Garantie gibt. Aber was ist, wenn in einem sehr kalten Winter der Mieter im Urlaub ist und die Räume nur auf 10 °C beheizt. Kann unter solchen Umständen der Taupunkt nicht doch in der alten Glaswolle sein?
Welche dieser Ausführungen ist die beste bzw. auch wirtschaftlichste Lösung? Wichtig ist mir vor allem, dass keine unkontrollierte Feuchtigkeit in die Konstruktion kommt und dort Schäden oder Schimmel verursacht.
Danke vorab für die fachkundigen Ausführungen und Empfehlungen.
