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Alles eine Frage der Sicherheit - auch in der heimischen Werkstatt

Alles eine Frage der Sicherheit - auch in der heimischen Werkstatt

Heimwerken ist ein Hobby, das viel Spaß und Kreativität mit praktischem Nutzen verbindet. Denn oft genug wird die eigene Werkstatt nicht nur benutzt, um sich künstlerisch und kreativ auszuleben, sondern auch, um im Haushalt anfallende Reparaturen durchzuführen. Das spart Geld, ist nachhaltig und damit eine gute Sache. Allerdings müssen auch in der heimischen Werkstatt Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit beachtet werden. Da zu Hause in der Regel eigenverantwortlich gearbeitet wird, nehmen es viele nicht so genau mit den Vorschriften - die meisten Unfälle passieren bekanntlich daheim.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit ist nicht das Gleiche

Arbeitsschutz wird meist für das Equipment gebraucht, das die persönliche Sicherheit beim Arbeiten garantiert. Darunter fallen Maßnahmen wie das Tragen von Schutzhandschuhen und sicherem Schuhwerk, von Schutzkleidung, Atemschutzmasken und eventuell Schutzbrillen. Alles, was getragen wird, um den Körper vor Verletzungen zu schützen, ist eine Arbeitsschutzmaßnahme. Arbeitssicherheit ist das Konzept, das dahinter steht: Fliegen Chemikalien und Staub durch die Luft, sollten sie nicht eingeatmet werden. Um das sicher zu stellen (Stichwort Arbeitssicherheit gewährleisten), sollte eine Atemmaske getragen werden. So genau wird im allgemeinen Sprachgebrauch allerdings nicht zwischen den Begriffen getrennt, üblicherweise fällt synonymer Gebrauch auf.

Am Arbeitsplatz selbstverständlich, zu Hause oft vernachlässigt

Während am Arbeitsplatz der Arbeitgeber dafür Sorge tragen muss, dass die Bestimmungen zum Arbeitsschutz und die Maßnahmen zur Arbeitssicherheit eingehalten werden, ist zu Hause jeder selbst in der Verantwortung. Die Gesetze reichen nicht in den privaten Bereich hinein, die Vorschriften werden nur in Betrieben streng durchgesetzt und unter Umständen kontrolliert. Dennoch bestehen die gleichen Gefahren natürlich auch zu Hause: Lösungsmittel verätzen die Schleimhäute nicht weniger, nur weil sie in den eigenen vier Wänden zum Einsatz kommen.

Die Schutzmaßnahmen im Umgang mit Werkzeug und Materialien sind keine Geheimnisse. Die Hersteller weisen in den begleitenden Broschüren ausführlich darauf hin, wie mit Werkzeugen und Materialien umzugehen ist. An diese Empfehlungen sollte man sich unbedingt halten. Auf vielen Chemikalien, von Wandfarbe über Klebstoffe bis hin zu Lacken sind die sogenannten Gefahrenzeichen angebracht. Der Totenkopf bedeutet beispielsweise, dass etwas giftig ist, die Flamme, dass es leicht brennbar ist. Warnhinweise wie "Nicht trinken! Giftig!" sollten selbstverständlich ernst genommen werden. Andere Gefahrenzeichen betreffen den Umgang mit den Chemikalien: Ist etwas als ätzend (säurehaltig) gekennzeichnet, muss Schutzkleidung getragen werden.

Auf Maschinen findet man häufig Hinweise in blau: Da sind weiße Kopfhörer oder Helme auf blauem Grund gezeigt. Das bedeutet, dass beim Einsatz der Maschine aufgrund des Lärms Kopfhörer und aufgrund drohender Kopfverletzungen ein Helm getragen werden sollte. Die Piktogramme sind in der Regel so gewählt, dass sie selbsterklärend sind.

Das gehört in jede Werkstatt

  • Wer sich zu Hause handwerklich betätigt, sollte also auf jeden Fall einen Grundstock an Sicherheitskleidung haben.
  • Arbeitshosen und -hemden aus dicken Stoffen schützen den Körper vor herumfliegenden Partikeln, Staub, sogar Funken.
  • Wer schweißt und lötet, benötigt feuerresistente Kleidung.
  • Schutzbrillen schützen die Augen vor Fremdkörpern, gegebenenfalls auch vor Dämpfen und Flüssigkeiten.
  • Handschuhe sollten je nach Art der Tätigkeit vor Flüssigkeiten schützen, säureresistent sein oder das Eindringen von Fremdkörpern (Holzsplitter, Metallspäne) in die Haut verhindern.
  • Die passenden Sicherheitsschuhe schützen die Füße vor herunterfallenden spitzen oder schweren Gegenständen und sind rutschfest.
  • Feinstaubmasken schützen die Atemwege vor Staub, Atemschutzmasken schützen vor Dämpfen.
  • Eine Schweißermaske schützt das Gesicht vor Funken und die Augen vor der intensiven Helligkeit.

Für einmalige, sehr schmutzintensive Tätigkeiten wie beispielsweise das Weißen der Decke vor dem Umzug oder dergleichen kann Einmalkleidung aus einem festen Vlies sinnvoll sein. Wer regelmäßig handwerklich tätig ist, wird aber eher waschbare und wiederverwendbare Schutzkleidung bevorzugen. Heimwerken ist nicht zuletzt ein Ausdruck von nachhaltiger und umweltschonender Lebensführung - wer Dinge repariert anstatt sie zu ersetzen, trägt zur Müllvermeidung bei. Einwegschutzkleidung würde diesem Gedanken widersprechen.