Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Sockel löst sich vom Mauerwerk und reißt

An einer Außenwand reißt immer wieder der Sockel ab und verformt sich. Im Rahmen der Gewährleistung hat die Baufirma den Sockel schon einmal nachgearbeitet. Jetzt nach ein paar Jahren ist es wieder verformt und gerissen. Ist das nun ein Bauschaden, der den Wert des Hauses mindert oder gar die Standfestigkeit dieser tragenden Wand einschränkt? Das Haus ist inzwischen 13 Jahr alt. Vielen für eine Einschätzung

Anhang:

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Name:

  • Monika
  1. These

    Kann es sein, dass der Terrassenbauer seine Hölzer ohne einen Sicherheitsabstand von 1-2 cm bis direkt an den Sockelputz gebaut hat? Kann es sein, dass die Bohlen oder deren Unterkonstruktion bei feuchtebedingten Längenänderungen gegen den Sockelputz drücken und dieser sich deshalb ablöst?

    Warum sonst sollte es zu den Verkantungen der Sockeldämmplatten kommen?

    In diesem Fall läge der Fehlöer wohl nicht beim Hausbauunternehmen sondern beim Außenanlagenbauer.

  2. Hallo, nein. Falsche Fährte. Die Terrasse ...

    ... ist erst im letzten Jahr gebaut worden. Vorher hatten wir eine gepflasterte Terrasse. An der betroffenen Wand war eigentlich immer ein ausreichender Splitstreifen an der Hauswand. Oder kann das Erdreich so drücken, dass sich der Sockel verzieht?

  3. Nix für eine Ferndiagnose

    Das muss ein Fachmann vor Ort öffnen und untersuchen. Auf den Fotos ist die Ursache nicht offensichtlich.

  4. War da nicht auch noch irgendwas...

    ... mit der 18195 ???

  5. Jepp

    hinter der Sockeldämmung DINA 18195 oder heute eher DIN 18533 und außen auf dem Sockelputz Feuchteschutz nach "Sockelputz-Richtlinie"

  6. Natürlich ist das ein Mangel der zum Schaden geführt hat

    Was denn sonst?

    Die Frage ist, ob Sie den noch geltend machen können, was wiederum davon abhängt, welche Vertragsart Sie vereinbart hatten.

    Beispiel:

    Vereinbarte Vertragsart BGBA. Dauer der vereinbarten Zeit der Haftung für Mängel (früher Gewährleistungszeit) 5 Jahre, ohne Verlängerung. Nach drei Jahren nachgebessert. Nach weiteren drei Jahren (also dann nach 6 Jahren) wieder der gleiche Bauschaden. Mangelhaftungszeit vorbei, Ende.

    Vereinbarte Vertragsart VOBA (dies natürlich rechtsgültig). Dauer der vereinbarten Zeit der Haftung für Mängel (früher Gewährleistungszeit) 4 Jahre, ohne Verlängerung. Nach drei Jahren nachgebessert. Nach weiteren drei Jahren (also dann nach 6 Jahren) wieder der gleiche Bauschaden. Mangelhaftungszeit läuft noch, weil bei einem VOB Vertrag setzt eine nachweisliche Nachbesserung die Zeit der Haftung für Mängel, wieder neu in Gang. Die Zeit der Haftung für Mängel wäre dann (nach der Nachbesserung insgesamt 8 Jahre, uns so weiter, je öfter nachgebessert worden ist, summiert sich die Haftung für Mängel immer wieder neu).

    Ich hätte auch die Tilgnerbedenken bezüglich des verlegten Terrassenbelages gehabt.

    Wenn Sie nun vorher gepflastert hatten, stellt sich die gleiche Tilgnerbedenkenfrage. Auch Pflaster darf dehnt sich aus und zieht sich zusammen, auch da gilt es eine Dehnung in der Fuge einzuarbeiten, die eine Dehnung möglich macht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  7. Mangel Sockeldämmung DIN 18195 oder Druck von Terrassenbelag

    Vielen Dank, Herr Reinarzt, für die ausführlichen Auskünfte. Dass ein Mangel besteht durch nicht oder nicht ausreichend vorhandener Sockeldämmung wäre ja eine andere Richtung der Ursache. Sind denn solche Verschiebungen des Sockels denkbar, wenn hier Feuchtigkeit eingedrungen wäre?
    Grüße, Monika Neideck

  8. Wenn es "immer wieder" auftritt,

    dann ist die eigentliche Ursache im Rahmen der damaligen Mängelbeseitigung vom Bauträger offenbar nicht erkannt und demzufolge auch nicht beseitigt worden.

    Bei der Schadensursache handelt es sich also um einen fortschreitenden oder sich stets wiederholenden Prozess.

    Setzungen, Relativverschiebungen, Temperaturdehnungen, ...

    Einen einfachen Verarbeitungsfehler bei der Verklebung der Dämmung auf der Sockelabdichtung würde ich als anzunehmende Ursache ganz weit hinten auf der Liste haben. Sowas passiert i.d.R. nicht mehrfach.

    Begeben Sie sich mit einem Fachmann vor Ort ernsthaft auf die Suche. Ferndiagnosen helfen da nicht weiter. Fachmann muss das Schadensbild in allen Details vor Ort betrachten, dann selbst rückbauen und auch die dahinter befindlichen Bauteile alle betrachten. Was wenn z. B. der betreffende Außenwandabschnitt auf einer falsch gewählten Mauerwerkssperre "verrutscht" wäre? Ursachen im Untergrund kann selbst der Kenner erst nach gezielter Bauteilöffnung des Sockels erkennen.

    Ja, leider kostet eine offline-Sachverständiger immer gleich Geld... aber der haftet dann auch für seinen Sanierungsvorschlag.


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