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Keller

Abdichtung Bodenplatte gem. DIN 18195-4

Guten Abend,

an unserem Bauvorhaben sehen die Pläne eine Abdichtung auf der Bodenplatte gem. DINA 18195-4 vor, siehe Foto 1.

Faktisch ausgeführt wurde der Fussbodenaufbau wie auf Foto 2 zu sehen, darauf kam dann Dämmung, FBHA und Estrich.

Entspricht diese Ausführung der DIN 18195-4 beim Lastfall "Aufstauendes Sickerwasser"? Der Keller ist in WU-Beton ausgeführt, und es handelt sich um wesentlichen um Wohnräume (ELW).

Viele Grüße

Anhang:

Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.

Name:

  • J. A.
  1. Wenn...

    Sie grundsätzlich eine Weiße Wanne als Bauwerksabdichtung haben, dann brauchen sie auf der Bodenplatte keine Abdichtung gegen stauendes Sickerwasser, sondern nur noch eine Abdichtung gegen nachstoßende Restfeuchte aus der WU-Beton-Bodenplatte (Abdichtung nach BEB-Merkblatt und/oder nach DINA 18336). VOBA-Norm empfiehlt hier eine Bitumenschweißbahn G 200 S4. Es sind aber auch andere Materialien für den Einsatz gegen Bodenfeuchte und nicht stauendes Sickerwasser zulässig.

  2. Vielen Dank

    Viele Dank Herr Tilgner. Dazu nur noch die Rückfrage, ob zu den zulässigen Materialien auch "alukaschierte Dichtbahnen" gehören, die "bei Fußbodenheizung im Zuge der Dämmung" eingebaut werden?

    Name:

    • J. A.
  3. Es gibt einige andere Bahnen

    die für diesen Einsatz zugelassen bzw. nach den Normen und Regelwerken dafür statthaft sind. Kann gut sein, dass die von Ihnen beschriebene Bahn auch dazu gehört.

  4. Das ist aber nicht ganz richtig Herr Tilgner!

    Zumindest dann nicht, wenn wir von einer regelgerechten Ausführung der Arbeiten ausgehen wollen!

    Die Frage war:

    Entspricht diese Ausführung der DINA 18195-4 beim Lastfall "Aufstauendes Sickerwasser"?

    Die Antwort wäre, ist, oder muss lauten und sein, "Nein"!

    Bei dem Lastfall "aufstauendes Sickerwasser" ist nach 18195-6, Abschnitt 9 abzudichten, was bedeutet, dass die Abdichtung auf der dem Bauwerk abgewandten Seite anzuordnen ist.

    Sodann keine Abdichtung benötigt wird, weil der Keller als weiße Wanne errichtet wird, schreibt die WU-Richtlinie vor, die anfallende Feuchtigkeit kontrolliert abzuführen, was bedeutet, dass es belüftete Fußbodenkonstruktionen geben muss und das es eine Lüftungsanlage geben muss, die die anfallende Feuchte kontrolliert abführt. Insbesondere für ausgefallenes Tauwasser, auch an den sonstigen Bauteiloberflächen.

    Alleine die Verwendung von WU-Beton begründet nicht, dass diese ausgeführte Konstruktion der Konstruktion einer weißen Wanne gleich zu setzen wäre oder ist, denn dazu erfordert es der Erfüllung noch einiger weiterer Kriterien.

    Es reicht zwar aus, die Abdichtung nur gegen die Feuchte aus dem Bauteil Bodenplatte einzubauen, es kann aber nur eine Abdichtung nach 18195-4 empfohlen werden, so, wie es die WU-Richtlinie vorschreibt.

    Die WU-Richtlinie unterscheidet zunächst einmal (sprichwörtlich) zwischen ...

    Kartoffelkeller (=feuchte Stellen erlaubt / Nutzungsklasse B)!

    und

    hochwertigem Keller mit hochwertiger Nutzung, in dem der Euro vor der Auslieferung hätte gelagert werden können oder der Van Gogh an der Wand hängen kann (=feuchte Stellen nicht erlaubt / Nutzungsklasse A)!

    Guckst Du ....

    https://www.beton.or...blätter/H10.pdf

    oder hier ...

    http://www.beton-informationen.de/downloads/1-2005-03-01.pdf

    oder hier...

    https://www.bauwesen...e%20des%20DAfStb.pdf

    Klar, wird ggf. die Abdichtung auf der Oberseite der Bodenplatte ausreichen, nur regelgerecht ist das nicht, wenn der Keller nicht aus weiße Wanne konzipiert und gebaut worden ist.

    Wie wird denn der Keller genutzt?

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz


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