Kamin und Kachelofen

Grundofen und "Feuer schauen"

Hallo,
ich habe schon einiges über Grundöfen gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, daß die Glastüren beim Grundofen prinzipbedingt im Vergleich z.B. zu Kamineinsätzen relativ klein sind. Auch soll ein Grundofen nur 2-mal täglich im Abstand von 12h befeuert werden. Das steht im Widerspruch zu meinem Wunsch möglichst viel Feuer zu schauen, d.h. das Spiel der Flammen möglichst ungehindert und lange zu geniessen.
Nun die Fragen an die Fachleute:
Kann man einen Grundofen auch mit einer großen Scheibe (z.B. B 120 x H 50 cm) bauen?
Wie lange brennt das Feuer eigentlich, wenn der Ofen mit seiner Nennladung befüllt wird?
Kann man den Ofen auch über einen Zeitraum von 3h mehrmals in kleineren Portionen befüllen (eben wie einen Kamin) und so den Zeitraum, in dem das Feuer brennt, strecken?
Vielen Dank!

Name:

  • Reiner
  1. Grundofen mit große Glasheiztür

    Es gibt Grundöfen mit große Glasscheibe. Allerdings ist groß relativ. Für einen Grundofen, z. B. 67x51 cm Glasheiztür ist schon überdurchschnitlich groß. Zu große Glasheiztüren sind gegen Grundofenprinzipien. Ein Grundofen ist ein Speicherofen und wenn der Ofen "nur" aus Glas besteht, was soll dann speichern? Grundsätzlich, je weniger Eisen und Glas, desto mehr Schamotte und Wärmespeicherung.
    1. Wenn Sie in einem Grundofen große Scheibe einbauen (quer), haben Sie meistens auch einen großen Feuerraum wo Sie z.B auf einmal ca. 10-15 kg Holz einbringen können und sollten, den das Holz sollte möglichst auf einmal eingebracht werden (max. 2x).
    2. Wenn Sie für den Grundofen bestimmte Holzmenge nur langsam verfeuern, z.B. 10-15 kg jeweils nur 2-3 kg, dann können Sie zwar länger Feuer sehen, aber der Ofen arbeitet nicht so produktiv, da das Feuer von 2-3 kg Holz den 1300 kg Ofen nicht effektiv aufheizen kann (auch wenn Sie weitere kilos langsam nachlegen).
    Ein ca. 1000 kg (Schamotte)Grundofen, Kerngewicht 600kg, braucht ca. 16 kg Holz und hat ca. 6,2 KWA/8h (4,2 KW/12h) Durschnittsleistung. Brennzeit ca. 90 Min. Kleinere Grundöfen brauchen weniger Holz, die Brennzeit und die Leistung ist auch weniger.
    Auf Ihre Fragen zurück: Ja es geht, ist aber nicht effektiv.
    (Mit ein bißchen angezogene Handbremse, kann man auch Auto fahren, ist aber nicht effektiv)
    http://www.promofen.de

  2. Grundofen brauchen einen schnellen heißen Abbrand....

    .... um wirtschaftlich arbeiten zu können. Ein laues Feuer - wie Herr Mohrendt beschreibt - kann gemacht werden, aber außer das Wärme über die Scheibe rauskommt, ist nicht viel mit speichern.
    Heißt den Ofen richtig mit der passenden Menge befüllen und diesen ordentlich mit Wärme aufladen. Dann kann man gerne auch mal "Bärenfellstimmung" mit einer Flasche Wein -wichtig! :-)- und ab und an mit 2-3 Scheiten das Flammbild über Stunden halten.
    Große Scheiben im Grundofen sind heute sehr viel ge- bzw. erwünscht. Der Grundofen soll halt alles können. Schnell warm machen, viel Feuer zeigen und die Wärme auch noch lang speichern bzw. auch ins Brauch- und Heizungswasser einspeisen.
    1,4 Stunden dauert ein Abbrand nach Vorschrift.
    Unsere größten verbauten Scheiben im Grundofen messen 125x75 cm. Stehen im Gastraum eines Speiselokals sowie in der Havannalounge dem Raucherzimmer. Wir bauen auch Tunnelfeuerungen als Raumteiler. Ist gar kein Problem .... außer das Haus hat einen super guten Dämmwert.
    Bei Fragen stehen wir gerne weiter zur Verfügung.
    Grüße aus dem Allgäu
    Walter Haussmann
    OSA - Memmingen

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    Name:

    • Herr Wal-2132-Hau

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