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  • 15213: Dampfbremse Innen oder diffusionsoffene Luftdichtbahn auf Sparren?

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Dampfbremse Innen oder diffusionsoffene Luftdichtbahn auf Sparren?

Liebe Experten,
nach vielem, interressantem und unterhaltsamen Stöbern bin ich mit meiner Suchkraft so langsam am Ende. Vor allem aber bin ich immer wieder verständnislos, wie es für ein und dieselbe Aufgabe so viele verscheiden beste Lösungen geben kann nach dem Motto 3 Experten, 4 Meinungen.
Meine Frage beinhaltet folgendes sicher nicht gänzlich neue Aufgabenstellung:
Unser vorhandenes Dach soll nachträglich vernünftig gedämmt werden.
Die vorhandene Konstruktion soll optimiert werden:

  • Innenverkleidung (nicht luftdicht)
  • Schalung
  • 12 Sparren mit Mineralwolle
  • Schalung
  • Bitumenbahn
  • Lattung
  • Ziegeln

Folgenden Aufbau wollte ich nach eigentlich machen
Innenverkleidung und Schalung entsorgen,
Mineralwolle entsorgen, dann
Sparren von innen aufdoppeln darauf
variable Dampfbremse (pro Clima oä)
dann Lattung mit Reigips
Sparrenfelder mit Zellulose Einblasdämmung füllen.
Außen bleibt Schalung mit Bitumen und Ziegeln wie gehabt.
Nun sagen mir aber einige meiner angefragten Handwerker, das mit der Dampfbremse innen ist aufwendig oder schwierig bei mir vernünftig richtig luftdicht hinzubekommen, einer sagt gar unmöglich.
Deswegen bin ich bei Pavatex auf folgenden Aufsparrenaufbau gestoßen:

  • Innenverkleidung (nicht luftdicht)
  • Schalung
  • 12 Sparren Zellulosedämmung lückenlos
  • LDB 0,02 Folie (luftdicht verlegt)
  • Pavatherm Plus 100 mm
  • Konterlattung
  • Lattung
  • Ziegeln

Nun verwirren mich an dieser Geschichte folgende Sachen:
a) Ich dachte gelernt zu haben, dass eine luftdichte Dampfbremse innen immens wichtig ist, um Wasserabscheidung durch Konvektion in der Isololierung zu verhindern. Bei diesem Aufbau fehlt sie innen vor den Sparren völlig, kann das richtig sein???
b) Ich habe merhfach gelesen, dass die luftdichte Verlegung einer Folie außen auf Sparren sehr schwierig sein soll. Das wäre ja hier der Fall. Was mache ich dann. Innen ist schwierig, außen ist schwierig. Wer traut sich das denn nun wo zu beim Altbau???
c) Der Taupunkt beim Pavatexaufbau liegt ja nun ziemlich sicher im Bereich der Sparren. Pavatex sagt das macht nix, da alles wieder wegtrocknet. Ist das eine gute Lösung??
d) Wenn eine innen angebrachte Dampfbremse wie ursrünglch von mir gewünscht die Lösung ist, welche ist dann zu wählen,
eine feutchtevariable, da das Dach mit Schalung und Bitumen von außen ziemlich dicht ist oder lieber eine Dampfsperre mit hohem SDA damit es außen wenigstens ein bischen offener ist als innen???
Natürlich gibt es noch 100 andere beste Vorschläge für die Erneuerung unserer Dachdämmung aber die erspare ich Ihnen lieber. Beiträge gibts genug.
In der Hoffnung auf neue Erkenntnisse hoffe ich auf rege Beteiligung
M.Bischoff

  1. Internet...

    Hallo
    Ja ja, das Internet ist doch eine schöne Sache...
    Dem Laien wird gezeigt, mit vielen hübschen Bildern, wie so ein Dachaufbau aussehen soll und dass er ganz sicher auf den Fachmann vor Ort verzichten kann.
    Das einzige Problem ist noch welche Antwort ausgesucht wird, im Notfall wird so lange gefragt bis die Antwort kommt die einem gefällt...
    Spaß beiseite, was erwarten sie hier von ihrer Frage???
    Sofern einige Antworten, kommen doch auch verschieden Möglichkeiten raus, welche wählen sie dann???
    M.M. nach kann es nur eine Lösung geben, einen Fachmann kommen lassen der sich das ganze vor Ort anschaut (kein "kostenloser" Produktverkäufer) und ein Konzept erstellt.
    Eventuell wäre auch eine Energieberatung sinnvoll, wird zudem staatl. gefördert (http://www.bafa.de
    Gruß

  2. Experten???

    Ja, das Internet ist wirklich toll, denn es kann etwas, was ich zu Hause im stillen Kämmerlein als Laie nicht schaffe, nämlich eine offene Diskussion über die mich quälenden Fragen zu eröffnen. Welche Chance habe ich denn, wenn mir jeder Experte, Dachdecker, Zimmerer, Statiker, auch Energieberater waren darunter, sein eigenes Konzept vorschlägt, dem anderen Experten damit aber widerspricht?
    Wie soll ich als Laie denn da in eine Diskussion treten, in der ich auch nur den Hauch einer Chance habe?
    Ich erwarte mir mehr Infos zu den widersprüchlichen Aussagen Dampfbremse innen oder auf dem Sparren?
    Feuchtevariable Folie oder hoher SDA-Wert. Jeder kann sein Konzept begründen, aber ich kann es nicht gegen ihn diskutieren.
    Wer hat denn mehr Recht, der der sagt Luftdichtigkeit von innen oder der der sagt von innen klappt nie zu 100%, machen Sie es von außen mit vernünftigen Anschlüssen, wenngleich es mehr kostet, da neu eingedeckt werden muss, obwohl das Dach noch gut ist.
    Es geht mir nicht darum Antworten zu erschnorren oder Geld zu sparen. Ich bin dankbar, dass mir das Forum mögliche Folgeschäden aufzgezeigt hat, aber leider führt das dazu, dass ich Angst bekommen habe viel Geld für eine Dämmugn auszugeben und ein intaktes Dach neu einzudecken, um mir in ein paar Jahren Bauschäden einzufangen. Was ist schlecht an diese Vorsicht?
    M.Bischoff

  3. Der erste Gedanke ist meistens der Beste!

    Oiso M.Bischoff,
    in der Thematik eines fachgerechten Dachaufbaues ist die Komplexität zur Berücksichtigung der einzubeziehenden, verschiedenen Facetten für den Laien so gut wie undurchschaubar. Trösten Sie sich im Expertenkreis verhält es sich hierzu genau so. Als Mitglied im Arbeitskreis "Steildach" der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen im Landesverband Bayern LVS weiß ich wovon ich rede. Alle Ihre Experten haben recht und auch unrecht. Ihr Aufbau Zitat " Folgenden Aufbau wollte ich eigentlich machen" ist doch soweit o.K. Mit soweit meine ich, dass ich persönlich die variable Luftdichtigkeitsschicht gegen eine Dampfsperrbahn mit hemmenden SDA Wert um die 20 m. Achtung konstanter Werte, keine von bis. Unter 20 m funktioniert der Aufbau bei belassen des Bestandes nicht. Das mit der LDB ist so eine Sache - dafür den vorh. Aufbau (Dacheindeckung) wenn diese i.O. ist halte ich für übertrieben. Außerdem muss man sich bei der LDB die Einbindung der Sparrenköpfe im Traufbereich genau überlegen. Zusätzlich zu der geplanten Konstruktion würde ich mir überlegen, ob ich noch durchgehend auf die Dampfsperre (sd 20 m), unterhalb der Rigipsbekleidung nicht noch eine durchgehende Holzweichfaserdämmplatte mit einer Dicke von rd. 20 mm aufbringen würde. So lieber M:Bischoff - hoffe dass, das Forum nunmehr seine Schuldigkeit getan hat. Sonst hilft wirklich nur noch der Gang zum Facharzt Ihres Vertrauen - und Abrechnung nach JVEG (Justiz-Vollzugs- und Entschädigungsgesetz - Sachverständige) oder Honorarverordnung (Architekten und oder Ingenieure).
    Viele Grüße aus Oberbayern http://www. bio-san-tec.de

  4. SD-Wert Obergrenze und Dachaufbau bei Außendämmung

    Lieber Herr Schäfer,
    ich danke Ihnen für die Antwort. Ja, das Forum hat mir damit bereits gute Dienste geleistet, vielen Dank. Das hilft mir bei einer Entscheidungsfindung. Dennoch hätte ich noch drei Nachfragen.
    1) Warum würden sie denn innen zwischen Regips und Dampfbremse SDA 20 m noch eine Schicht Holzweichfaserdämmplatte legen?
    2) Sie schreiben Sd > 20 m, was wäre denn eine sinnvolle Obergrenze oder gibt es die nicht? Sd > 20 < 100? oder wäre 100 oder größer zu dicht?
    3) Das mit dem Anschluss der LDB im Traufenbereich / Sparrenköpfe habe ich verstanden. Nun sagen andere, innen ist es auch nicht gerade einfach, da gibt es mit den Deckenbalken ein ähnliches Problem. So weit so gut.
    Wenn ich nun von innen nichts machen möchte, sondern nur von außen. Welchen Vorschlag für einen Dachaufbau hätten Sie da?

  5. *räusper*

    Zitat Hr. Schäfer: "Als Mitglied im Arbeitskreis "Steildach" der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen im Landesverband Bayern LVS weiß ich wovon ich rede."
    Na hoffentlich.

  6. So hab´s ich aber nicht gemeint!

    Oiso Kollege Knauber,
    vielleicht ist es nicht ganz eindeutig rüber gekommen! Mit
    ich weiß wovon ich rede war nicht im Sinne des Wortes gemeint,
    dass ich alles weiß - nein nur soviel, dass ich weiß das selbst
    im Expertenkreis keine eindeutige Meinung darüber besteht,
    welcher Dachaufbau nun wirklich der "Ultivmative" ist. Bitte
    meine Antwort nochmal genau durchlesen. Zu M.Bischoff, melde
    mich bald wieder - für die Beantwortung der Fragen brauche ich
    eine weinig Zeit die ich gerade nicht habe. Bis bald.
    Gruß http://www. bio-san-tec.de

  7. +

    ganz einfach: "jeder Experte, Dachdecker, Zimmerer, Statiker, auch Energieberater"
    an einen tisch setzen, die sollen eine lösung auskasperln.
    ach ja, ein architekt fehlt auch noch ..

  8. Die erste Wahl war die beste!

    Also Herr Bischoff,
    das was Sie sich zuerst vorgenommen haben war schon die richtige und konsequenteste Vorgehensweise!
    also innen Luftdichtheit schaffen weil nur so Diffusion und Konvektion durch den Dämmstoff und somit Feuchtigkeitseintrag vermieden wird.
    Der Hinweis auf dichtere Dampfsperren ist aus konservativer Sicht richtig, da gibt es dann auch kein "zu dicht"!
    Der Hinweis auf eine doppelte Beplankung innerhalb macht auch Sinn für einen besseren sommerlichen Wärmeschutz! Ob das jetzt eine Weichfaserplatte sein muß oder billiger eine doppelte GKB Beplankung soll hier nicht Thema werden...
    Wenn Sie Luftdichtheit nach Abriss der alten inneren Bekleidung herstellen sollte das schon praktisch möglich sein, am besten baubegleitend mit einem Blower Door Test überprüfen und optimieren ...... daß die Handwerker teilweise davon abraten ist schon klar, die sind oftmals mit den Grundlagen nicht vertraut ....
    Gruß aus der pragmatischen Passivhausecke
    Arno Kuschow

  9. Hier die versprochene Antwort!

    Oiso M. Bischoff,
    bin noch die Antwort schuldig. Also die Sache mit der Holzweich-
    faserplatte hat Herr Kuschow schon beantwortet. Den SDA. Wert
    hatte ich mit 20 angegeben um ein eindiffundieren von Wasserdampf in die Konstruktion weitesgehend zu verhinderen aber gleichzeitig eine umkehrdiffusion im Sommer zu ermöglichen.
    Beispiel: Icopal Hygrodiode 20 classic.
    Vorschlag zum Aufbau von außen: (von innen nach außen).
    Rigips
    Holzweichfaserplatte 20 mm
    Dampfsperre sd 2 - 5 m konstanter Wert
    Zellulosedämmung - alternativ Holzweichfaser, Thermohanf etc.
    Schalung
    LDB 0,02 - kann
    Pavaterm o.g. (Gutex, Steico etc.)
    Konterlattung
    Lattung. Auf die dampfhemmende Schicht als Luftdichtigkeitsschicht würde ich aus bauphysikalischer Sicht nicht verzichten. Herstellerinformationen funktionieren immer im Verkauf, wenns dann hinterher nicht klappt, ist halt dann immer was anderes schuld - aber in der Regel dann nicht mehr der, der
    gesagt das es so funktioniert.
    Viele Grüße
    aus Oberbayern http://www. bio-san-tec.de


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