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Dach

Dämmung zwischen Obergeschoß und Blechdach

Hallo Forum,
auf meine erste Anfrage habe ich leider keine Antwort erhalten, aber so exotisch kann das Problem eigentlich nicht sein:
Um mein ca. 100 Jahre altes 2-stöckiges Holzhaus in Skandinavien auch im Winter bewohnbar zu machen, möchte ich in den Hohlraum zwischen Dach und oberer Geschoßdecke - beidseitig mit Dachschrägen - eine Wärmedämmung einbauen. Der Aufbau ist (von innen nach außen):

  • Nut- und Federbretter (raumseitig)
  • Konstruktionsebene (flach von unten gegen die Fuß- und Mittelpfetten genagelte Bretter)
  • Hohlraum (in den Schrägen ca. 20 cm wie Pfettenstärke, im Spitzboden ca. 1 m)
  • Konstruktionsebene (flach von oben auf die Pfetten genagelte Bretter statt Sparren)
  • Verschalung aus rohen Brettern
  • direkt auf die Verschalung genageltes Blechdach

Gibt es eine Möglichkeit, eine Dämmung einzubringen(Stichwort Einblasdämmung aus Zellulose oder Holzfaser), ohne die raumseitige Verkleidung zu zerstören (Nut- und Feder aus altem Profil, fest vernagelt, kaum zerstörungsfrei zu demontieren) oder das komplette Dach abzuheben?
Welche Probleme mit Raumfeuchte sind zu beachten? Wenn ich eine Dampfsperre brauche, dann muss die Innendecke wohl oder übel runter. Gehts auch ohne?
Alte Hasen behaupten, Dampfsperre sei Unsinn, andere sagen, es sei ein Muss. Was ist in diesem Fall richtig?

Name:

  • Alisi
  1. Keine Pappe unterm Blech?...

    ... fast nicht vorzustellen...

  2. Wirklich nix

    Danke für die prompte Antwort. Die Blechbahnen sind senkrecht zur Firstlinie verlegt und überlappen sich an den Kanten durch ein Profil, so dass das ganze von oben absolut wasserdicht ist. Durch diese Profile ist das Dach einfach und direkt auf die Holzverschalung genagelt, keine Dachpappe oder sonstwas dazwischen. Gruß Alisi

  3. 5125-1230894076.jpg

  4. Anhang:

    Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.
  5. muss nicht unbedingt

    Moin,
    Die Bitumenbahn unter dem Blech sind nicht zwangsläufig ein muss. Die Dampfsperre als Luftdichtheitsschicht ist eins.
    Man kann nur drüber diskutieren, welchen Sperrwert die haben sollte/muss, da oberhalb praktisch dampfdicht. In D würde ic hsagen, nimm ne feuchteadaptive, in S/N bin ich wegen der Klimadaten nicht ganz so sicher.
    Grüße
    stefan ibold

  6. Nun zur Dämmung

    Nun zum Kern der Sache: Wie kriege ich den Hohlraum zwischen Blechdach und Geschoßdecke möglichst effektiv gedämmt? Das Haus liegt in Mittelfinnland, da ist es schon mal über längere Zeit knackekalt und ich will mein selbstgehacktes Brennholz nicht durchs Dach rausfeuern. Gibts ein Material (ich denke wie gesagt wegen der sonst erheblichen Aufwands an eine Einblasdämmung z.B. isofloc o.ä. aus organischen Grundstoffen), das die durch eine feuchteadaptive Dampfbremse gehende Feuchte aufnehmen und nach innen wieder abgeben kann (das Dach ist ja komplett dicht)? Oder brauch ich dann doch eher raumseitig eine absolut dichte Sperre, was wiederum nur unter der vorhandenen Innendecke aus Nut- und Feder-Brettern anzubringen wäre und eine zusätzliche Innenverkleidung verlangen würde. Der Gedanke daran lässt mich schaudern. Gruß Alisi

  7. Ich knobel ja schon...

    ... die ganze Zeit, aber komm immer wieder zum selben Ergebnis: es hilft nix, die Holzpaneele muß runter. Die Probleme seh ich auch darin, einen vernünftigen Anschluß an die Außenwände hinzubekommen. Sind die Außenwände als Ständerwerk mit Dämmung (oder sogar noch Sägespäne?) oder überhaupt, oder aus Massivholz und daß Außenpaneel ist nachträglich vorgekommen?

  8. Na dann...

    ...muss ich wohl in den sauren Apfel beißen. Da kommen dann hinter den Paneelen die Mäuseköttel der letzten 50 Jahre runter! Die Außenwände sind übrigens massive Rundhölzer ca. 25 cm stark, die Zwischenräume mit getrocknetem Moos abgedichtet, das Außenpaneel ist nachträglich angebracht, wurde erst vor ca. 10 Jahren erneuert und ist noch gut in Schuss. Die Innenwände sind mit ca. 15 mm Platten aus irgendwelchem leichten Fasermaterial verkleidet, das muss sowieso runter. Dann wäre die Vorgehensweise also: Deckenpaneele und Innnenwandverkleidung runter, Dämmung im Dach einbringen (welche wäre dann da die beste? Wie gesagt: einfaches Pfettendach, alles schief und uneben), Wände (zusätzlich isolieren?) und Decken mit Plattenverkleidung ausstatten, rundherum Dampfsperre (welche?) anbringen, dann Innenverkleidung. Gruß Alisi

  9. Wie entscheiden Sie sich - Variante A oder B?

    Oiso Alisi,
    ruhig "Brauner" bevor nicht ein ausgereiftes Konzept vor liegt hat es bei uns immer geheißen.
    Grundsätzliches:
    1) Der Blechdeckung ist es vollkommen egal ob unter ihr eine Vordeckung liegt oder nicht - ihr ist es sogar lieber, sie braucht so nicht im Sekundärtauwasser zu liegen, welches so von der Schalung so absorbiert werden kann.
    2) Allein ein altes "Häschen" zu sein um beurteilen zu können ob auf eine Dampfsperre verzichtet werden kann ist nicht ausreichend.
    3) Es muss prinzipiell differenziert werden unter Feuchte- und Wärmestrom.
    4) Entscheidung über Auswahlverfahren.
    Weiter ist es wichtig, zu unterscheiden ob es sich um eine Leistung handelt die Sie für sich selbst erstellen oder als Arbeitsauftrag mit Gewährleistung ausführen. Ebenso verhält es sich mit meinen nachstehend aufgeführten Vorschlag der meine persönliche Meinung darstellt und nicht als Statement des SV-
    Büros Bio-San-Tec zu werten ist.
    Die von Ihnen forcierten Dämmmateriaien können Sie ohne die
    Verwendung einer Dampf-Luftsperrschicht nicht verwenden. Die Materialien sind o.K. ich habe sie selber in meinem Haus verbaut. Die Erstellung eines fachgerechten Konvektionsstrom freien Verlegung einer Dampf-Luftsperrschicht halte ich an Ihrem Objekt faktisch für schwer realisierbar. Also warum nicht der finnischen diffusionsoffenen Bauweise treu bleiben und auf die Sperrschicht verzichten. Diese geht natürlich nur mit Feuchte unempfindlichen Dämmungen die dazu noch fungizid sein müssen. Persönlich könnte ich mir Vorstellen die gesamten Zwischenräume mit der Perliteschüttung auszufüllen. Als Einblasdämmung könnte ich mir noch Steinwolle z.B. Rockwool o.g. vorstellen - sonst nichts. Alternativ: Rückbau der Bekleidungen und konventioneller Aufbau mit Sperrbahn.
    Also Alisi - Zu welcher Variante Entscheiden Sie sich jetzt
    Variante A - Bei der alles runter muss und eine Dampfsperre eingebaut wird die den konvektiven Feuchtestrom mit großer Sicherheit nicht zu 100 % ausschließen kann - der Wärme ist es sowieso wursch`t - was nicht konvektiert wird geleitet.
    Oder Variante B - Die recht kostengünstig ist und die Wahrscheinlichkeit, dass sie funktioniert recht groß ist.
    Abschließend würde ich mir die Frage stellen, was kann passieren
    wenn ich mich für Variante B entscheide. Eigentlich nicht - es
    sei denn es wird eine offene "Finnische Sauna" im Haus installiert.
    Viele Grüße aus Oberbayern http://www. bio-san-tec.de

  10. @ Jürgen

    Moin,
    nee, Deiner Variante A kann ich nicht zustimmen. Selbst wenn Du Perlitte oder Mifaeinblasdämmung verwendest, Schimmel wird es geben und einen erheblichen Tauwasserausfall. Ohne Luftdichtheit geht hier gar nichts. Bedenke bitte, dass bislang eine sehr ausreichende Hinterlüftung vorhanden zu sein scheint. Machst Du die zu, dann gelangt die feuchte Luft immer noch in die Konstruktion, wird aber nicht mehr abgeführt.
    Grüße
    stefan ibold

  11. Danke...

    ...:-))

  12. Servus Stefan

    Oiso lieber Stefan,
    selbstverständlich bleibt ein bauphysikalisches Risiko. Wir haben selbst über WUFI (weiß nicht ob es für Finnland Klimadaten zur Verfügung stehen) nicht die Möglichkeit dieses rechnerisches bis ins Detail zu verfolgen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist Dein Vorschlag bez. der feuchteadaptiven Dampfbremse. Die Umkehrdiffusion funktioniert
    auch bei der Variante A. Natürlich wissen wir beide nicht, wie
    sich diese in Finnland darstellt und wie lang z.B. das Dach mit
    Schnee bedeckt ist etc. Mein Vorschlag ist alle Mal praktisch,
    kostensparend orientiert. Wie bereits beschrieben der Versuch ist es Wert - weil der Auftragsaufwand anders unkalkulierbar
    ist und viele weitere Fragen aufwirft, die hier im Forum nicht mehr abschließend behandelt werden können. Hier hilft dann nur
    noch die abschließende Empfehlung - Profi mit der Angelegenheit
    beauftragen. Bitte bedenke bei der Konstruktion, dass noch ein
    Spitzboden zur Kompensierung vorhanden ist und die Blechdeckung als Leistendeckung ausgeführt wurde, die mit Sicherheit nicht Dampfdicht ist. Nach wie vor bleibt die Entscheidung bei Alisi
    Variante A - pragmatische, kostengünstige Lösung mit eventuellen
    Restrisiko - oder Variante B - die Aufwendige, unkalkulierbare
    ultimativ Lösung.
    Viele Grüße Jürgen und Dir ein gutes neues Jahr. http://www. bio-san-tec.de

  13. Erstmal danke...

    Danke für die rege Diskussion. Natürlich favorisiere ich eine möglichst kostengünstige Variante, die man mit fortgeschrittenem Heimwerkerkönnen auch selber ausführen kann. Die aufwändige Variante von Handwerkern ausführen zu lassen, sprengt mein Budget. In den Räumen unterm Dach soll noch ein kleines Bad mit Dusche eingebaut werden, zwar keine Sauna - da gibts eine eigene Hütte dafür - aber Dampf entsteht sicher auch. Ich werde mich mal vor Ort erkundigen müssen. Da im Norden stehen bestimmt zigtausende solcher Häuschen rum, wo sowas schon mal gemacht wurde. Für weitere Tipps und Beiträge wäre ich trotzdem dankbar. Gruß Alisi


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